Nach ein paar Tagen Rennpause, ging es am Donnerstag frühmorgens bereits wieder weiter nach Tschechien. Auf der 1‘000 Kilometer entfernten Rennstrecke in Brünn fand das vierte Rennwochen-ende der Motorrad Schweizer Meisterschaft statt. Diesmal wurde Alain Schmid von seiner Frau Janine, die u.a. dafür sorgte, dass die Daheimgebliebenen immer auf dem neuesten Stand waren und von seinem Mechaniker Patrick (BroBike.ch) begleitet und bestes betreut.

Am Freitag fand das erste Training statt. Die Ausgangslage mit Startplatz 5 nach dem anschliessenden Qualifying war recht gut. Die ersten beiden Rennfahrer waren sehr schnell, die Fahrer vom 3. bis 6. Platz hatten aber nur einen Abstand von 7 Zehntelsekunden, weshalb zwei spannende Rennen zu erwarten waren.

Der Start beim ersten Rennen war gut und Alain konnte während den ersten drei Runden um einen Podestplatz mitkämpfen. Leider hat er dann aber von Runde zu Runde an Geschwindigkeit verloren. Trotzdem erreichte er den guten 5. Platz.

Vor dem zweiten Rennen blieb dem Team noch genügend Zeit, das Fahrwerk zu optimieren und zu testen. Ausserdem hat sich Alain vorgenommen, auch an seinem Fahrstil etwas zu ändern. Nachdem er beim kurzen Warm-up feststellen konnte, dass alles bestens funktioniert, ging er mit einem sehr guten Gefühl an den Start.

Der Start beim zweiten Rennen gelang ihm recht gut und er konnte sich auf dem 6. Platz einreihen. Alain setzt alles daran, den Gruppenanschluss nicht zu verlieren. Zwei Fahrer vor ihm fielen infolge technischer Probleme aus und Alain konnte einen Fahrer überholen. Somit war er dann auf Platz drei. Seine Teamkollegen informierten ihn via Boxentafel, dass der viertplatzierte direkt hinter ihm ist. Weil Alain wusste, dass er die vordersten beiden Fahrer nicht einholen konnte, war der dritte Platz sein Ziel. Jetzt war Taktik gefragt, denn Alain wollte diesen Platz unbedingt erreichen. Er liess sich von einem Fahrer überholen, weil er die Gruppe vorerst nicht anführen wollte. Er beabsichtigte, erst am Schluss zuzuschlagen. Allerdings zeigten ihm seine Teamkollegen wieder an, dass er auch zum 5. Platzierten Fahrer hinter ihm keinen Vorsprung hatte. Die Konkurrenz war gross und schlief nicht. Alain war gefordert und kämpfte mit seinen Mitstreiten hart um den dritten Platz. Immer wieder wurden die Positionen getauscht. Als 4. Platzierter ging es in die letzte Runde. Obwohl Alain den Ausgang zum Start-Ziel in der letzten Runde gut erwischte und er auch den Windschatten vom Vordermann nutzen konnte, gelang es ihm nicht, ihn zu überholen. Beide waren unheimlich spät auf der Bremse. Doch Alain wollte unbedingt diesen Podestplatz und setzte alles auf eine Karte. Beim Anbremsen auf die nächste Kurve wartete er ab, bis sein Gegner bremste und erst dann leitete er sein Bremsmanöver ein. Die Taktik ging auf und er konnte seinen Gegner überholen. Der Schluss der letzte Runde forderte sein ganzes Können, damit er den eroberten Platz behalten konnte. Die Freude im ganzen Team war gross, als er schlussendlich seinen ersten Podestplatz mit Rang 3 erreichte.

“Rückblickend war das ein grossartiges Rennwochenende mit spannenden Zweikämpfen. Um Erfolg zu haben reicht es nicht, einfach schnell zu fahren, man muss auch das Ziel erreichen. Die akribische Arbeit von meinem Team am Motorrad zahlte sich aus. Auch die Vorbereitungen auf die Rennwochenende mithilfe von Mental, Kondition- und Koordinationstraining tragen Früchte. Aus meiner Schwäche – die Schlussphase der Rennen, wurde nun meine Stärke! “

Das nächste Rennen findet in drei Wochen auf Alains Lieblingsstrecke in Dijon statt.