Untersiggenthal

Mit vereinter Kraft gegen invasive Neophyten im Siggenberg

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Goldrutentag mit der Schule

Mit tapferer Ausdauer haben Schüler und Schülerinnen mehrerer Oberstufenklassen auch dieses Jahr geholfen, die invasiven Neophyten „Berufskraut“ und „kanadische Goldrute“ zu bekämpfen. Die Jugendlichen wurden von einem eingespielten Team von Mitarbeitern der Werkdienste und Mitgliedern der Kommission für Entsorgung und Umwelt angeleitet. Zudem halfen erfreulicherweise einige Einwohner Untersiggenthals und die Lehrkräfte der Schüler tatkräftig mit. Dank der super Planung von Förster Daniel Hitz konnten sich acht Teams acht Gebieten mit besonders hohem Neophytenbefall annehmen.

Nachdem in den letzten Jahren die ausgewiesenen Naturschutzgebiete in Untersiggenthal durch ständiges Jäten von Neophyten fast frei geworden sind, wurden dieses Mal auch Lichtungen und Wegränder im "ganz normalen“ Siggenberg „geputzt". An Wegrändern gedeiht das Berufskraut gerne und gut. Es ist auf mageren Flächen und bei trockenen Bedingungen besonders konkurrenzstark. Da es bereits blühte, mussten die Pflanzen samt Wurzeln sorgfältig in Müllsäcke gesteckt werden. Die Goldrute hat sich auf Lichtungen teils schon flächendeckend ausgebreitet und konnte an diesem Vormittag nur zu einem kleinen Teil entfernt werden. Das Erfolgserlebnis des Goldruten-Jätens bestand somit in der grossen Höhe der ausgerissenen Pflanzenhaufen und nicht in der Grösse der Neophyten-freien Flächen. Da die Goldruten noch nicht blühten, mussten sie nicht in Plastik verpackt werden und könnten sogar zum Verrotten liegen gelassen werden.

Die Schüler und Schülerinnen ereiferten sich gruppenweise, wer am fleissigsten war, erduldeten brennende Brennesseln, Brombeerdornen und ergötzten sich an Insekten, Schnecken und Würmern. Mit grillierten Kalbsbratwürsten, Brot und Getränken bedankte sich Gemeinderat Ueli Eberle im Namen der Gemeindeverwaltung Untersiggenthal am Ende des Vormittags bei allen Helfern und versüsste ihnen mit feinsten Spitzbuben direkt vom Bäcker den weiteren Tag.

Invasive gebietsfremde Pflanzen sind nicht-einheimische Pflanzen, die meist aus anderen Kontinenten eingeführt wurden und sich bei uns auf Kosten einheimischer Arten sehr schnell verbreiten. Sowohl das Berufskraut wie auch die Goldrute kamen im 17. Jahrhundert aus Nordamerika nach Europa. Das Berufskraut wurde als Zierpflanze eingeführt. Es vermehrt sich meist ungeschlechtlich durch Samenbildung ohne Befruchtung. Wird es vor dem Blühen geschnitten, reagiert es mit zusätzlichen Trieben und wird mehrjährig. Die kanadische Goldrute ist einerseits eine beliebte Bienenpflanze. Sie ist aber starkwüchsig und breitet sich sehr schnell aus. In Kananda ernähren sich etwa 290 Frassinsektenarten von ihr. In Europa hat sie keine natürlichen Feinde.

Kommission für Entsorgung und Umwelt, Sibylle Kienbaum

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