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Loyalität auch in stürmischen Zeiten

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Kölliken: Ein «Urgestein» des Alterszentrums ging in die wohlverdiente Pension

Er war ein Mann der ersten Stunden: Hans Fornasieri, früher Hausabwart, inzwischen «technischer Dienst», hat die Altersgrenze erreicht und wurde vom interimistischen Altersheimleiter, Otto J. Zeller, von der Präsidentin des Altersheimvereins, Barbara Fischer, und von zahlreichen Mitarbeitenden verabschiedet. Er übergab den Schlüssel offiziell an seinen Nachfolger, Peter Burgherr.
st. Um gleich die «Gerüchteküche» etwas abzukühlen: «Schreib ruhig, dass mir nicht gekündigt wurde. Ich habe ordnungsgemäss meinen Urlaub eingezogen und gehe nun termingerecht in Pension», so Hans Fornasieri an seinem ersten Tag als Pensionist, als er offiziell vom interimistischen Altersheimleiter Otto J. Zeller und von der Präsidentin des Altersheimvereins, Barbara Fischer, mit einem Gutschein für einen Holzschnitzerkurs in Brienz und weiteren Überraschunsgeschenken verabschiedet wurde. Zahlreiche Mitarbeitende nutzten die Znünipause, um ihm ebenfalls Lebewohl und «auf Wiedersehn» zu sagen. Ein grob geschnitzter Schemel mit den Unterschriften aller Anwesenden wurde ihm zum Abschied überreicht.
Loyal, auch in struben Zeiten
Hans Fornasieri trat sein Amt mit der Inbetriebnahme des Altersheims Kölliken vor rund 29 Jahren, am 1. Oktober 1982, an und hat seither mit grossem Engagement nicht nur vorbildlich für das Haus gesorgt. Als Hobby-Carchauffeur chauffierte er auch die Bewohner regelmässig durch die Schweiz und über die Pässe, immer ein humorvolles Wort auf den Lippen. Er zeichnete auch für festliche Dekorationen verantwortlich und war «Beschäftigungstherapeut». Sechs Altersheimleiter hat er bisher «überlebt», und allein diese Tatsache dürfte dokumentieren, dass es wohl manches Hoch und Tief gab. Brenzlige Situationen hat er stets mit viel Geduld und Langmut gemeistert und zeigte sich gegenüber den jeweiligen Chefs von höchster Loyalität.
So half er auch den erneuten, kürzlich stattgefundenen Wechsel mittragen. Er ging sogar noch weiter und versuchte das Mitarbeiter-Team zu motivieren. So sogar an seinem letzten Arbeitstag, als er den Anwesenden mit auf den Weg gab, zusammen zu halten, nach vorne zu schauen und vor allem am gleichen Strick zu ziehen. Als Neupensionist durfte er es sogar wagen, den Vorstand ein klein wenig zu rügen. Die 1. Augustfeier im Alterszentrum sei so gemütlich gewesen wie schon lagen nicht mehr, mit Musik und Jodelliedern - aber leider hätte sich kein einziges Vorstandsmitglied an der Feier gezeigt...
Weit über seine Pflichten hinaus
Otto J. Zeller würdigte das Schaffen des Unermüdlichen, Humorvollen, das weit über seine Pflichten als Hauswart hinausging. Neben den Ausflügen, die er organisierte und betreute begleitete er die Bewohner zum Arzt oder ins Spital. Er war für viele Ansprechperson bei Problemen oder einfach nur zum Plaudern. Oft nahm er auf seinen Botengängen auch Bewohner mit, einfach um ihnen eine kleine Abwechslung zu gönnen. Seine Weihnachts- und Osterdekorationen waren beeindruckend.
Zum Schluss gab Hans Fornasieri seiner Hoffnung Ausdruck, dass das Haus, das ihm in all den Jahren ans Herz gewachsen ist, nun wieder aufblühen möge und das angeschlagene Image neu aufpoliert wird. Er werde von Zeit zu Zeit auch einen Besuch abstatten, aber nicht, um zu kontrollieren, sondern um Bekannten Hallo zu sagen.
«Herr Zeller ist ganz giggerig auf meinen Schlüssel», so der Scheidende. Deshalb hat er diesen seinem Nachfolger Peter Burgherr - wie könnte es auch anders sein - im Rahmen einer witzigen Geste übergeben.

Bild: Ein Urgestein geht in Pension: Hans Fornasieri (li.) übergibt seinem Nachfolger Peter Burgherr (re.) symbolisch den Schlüssel - darüber freut sich Otto J. Zeller ganz besonders. (Bild: st.)

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