Rund 200 Lehrpersonen von Primar- bis Oberstufe, Vertreter der Behörden und Sekretariate kamen am Freitag in Lengnau zusammen, um sich von Petra Vögeli fit machen zu lassen für die neue Promotionsverordnung, die zum kommenden Schuljahr in Kraft treten wird.

„Wir möchten, dass sie wissen, was wir uns dabei gedacht haben", erklärt die Vertreterin des BKS den Versammelten und beginnt mit einem Rückblick auf den Werdegang. Der politische Entscheidungsprozess begann 2003 auf Veranlassung der FDP und SVP und mündete nach der Vernehmlassung in den Promotionserlass von 2006. Nach Beschluss des Regierungsrates vom 23. Januar 2008 soll er zum Schuljahr 2009/10 für die gesamte Schweiz verbindlich sein. Die Neuerungen im Erlass fasst Petra Vögeli für die Surbtallehrer so zusammen: „Wir kommen nicht umhin, mehr Aussagen als Noten zu machen."

Notizen, die sich der Lehrer bisher zum einzelnen Schüler machte, erhalten eine verbindliche Qualität. Noten dienen der Orientierung. Wesentlicher sind die formulierten Kompetenzen, die für jedes Fach definiert wurden. Für die Beurteilungsbögen schlägt das BKS Indikatoren vor. Im Bereich der Sachkompetenz orientieren sie sich am Lehrplan. Sie werden mit elektronischen Mitteln in Aarau vorbereitet. Dazu hat sich ein EDV-Spezialistenteam über die individuelle Beurteilungsebene der Lehrperson, ihre Entlastung, den Datenschutz und die Archivierungsmöglichkeiten Gedanken gemacht. Eine erste Fassung ist derzeit abrufbar und wird von ausgewählten Schulen bereits im laufenden Schuljahr erprobt. „Lernen sie das Konzept kennen, aber denken sie daran, es könnte sich noch verändern", erklärt Petra Vögeli, denn die Vorschläge der Erprobungsschulen sollen umgesetzt werden. Auf die Archivierung durch elektronische Medien will sich keiner verlassen, denn „wir wissen nicht, ob in zehn Jahren die Daten von den Systemen noch gelesen werden können". Der Ordner in Papier behält somit seine Bedeutung neben dem elektronischen. Was er festhält sind jedoch nicht nur Zeugnisformulare.

Über die Schüler werden Dossiers angelegt, deren Form innerhalb der einzelnen Fächer unterschiedlich sein können. Fotos können hier gleiches Gewicht erhalten wie Originaldokumente. Diese Dossiers bilden die Grundlage für den Zwischenbericht, der das bisherige Januar-Zeugnis ersetzt. Es formuliert in Worten und Noten die Beurteilung der Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz. Hierbei haben die bisherigen Kernfächer Deutsch, Fremdsprachen, Mathematik vergleichbares Gewicht mit den Erweiterungsfächern.

Das individuelle Zeugnisheft der Schulen wird durch eine kantonal einheitliche Mappe ersetzt. Über E-Mail berät Petra Vögeli die Lehrerschaft individuell. Die Eltern werden mit dem Fertigprodukt im August 2009 vertraut gemacht. Über dem Abschluss der Fortbildungsveranstaltung stand der Leitsatz: „Entwicklung ist die Summe aus Akzeptanz und Irritation." Aber die Lehrer sahen sich am Ende nicht mehr so stark „zwischen Stuhl und Bank" wie zu Beginn des Vortrags.

Im weiteren Verlauf des Tages kamen die Oberstufenlehrer der Kreisschule Surbtal in kleinen Gruppen zusammen, lernten sich kennen und berieten über künftige gemeinsame Aktionen. Für den Nachmittag hatte dann jede Schule ihr individuelles Fortbildungsthema parat.

Das Bild zeigt die Referentin Petra Vögeli vom BKS vor den Lehrern und Behördenvertretern in der Aula der Oberstufenschule Rietwise in Lengnau.


(ma)