Tegerfelden

Kunstwanderung 2013

megaphoneLeserbeitrag aus TegerfeldenTegerfelden
Haben die Kunstwanderung bei herrlichem Wetter genossen!

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Haben die Kunstwanderung bei herrlichem Wetter genossen!

15 Personen entdeckten auf der zehnten von Elisabeth Heuberger organisierten Kunstwanderung die vielfältige und reiche Kirchenlandschaft des Hinterrheintals.

Schon die Postautofahrt durch die imposante und berüchtigte Via Mala trug zum Verständnis bei, warum auf dieser Strecke Richtung Passübergänge zur Alpensüdseite schon im Mittelalter so viele Kirchen und Kapellen entstanden, in denen die Pilger und Säumer Gott um Hilfe und Schutz bitten konnten.

Gleich zu Beginn der Wanderung konnte sich die Gruppe endgültig auf den Tag einstimmen: Das romanische Kirchlein von Clugin, das erst letztes Jahr fertig renoviert wurde, birgt wertvolle Malereien des Rhäzünser und des Waltensburger Meisters.

Auf und ab auf einem historischen Wegstück der Via Spluga mit Blick aufs Tal und die Dörfer am Hang mit ihren Kirchen wurde rasch Donat Vischnanca erreicht, wo uns eine kurze Busfahrt den steilen Abstieg nach Zillis ersparte.

Nach einer Mittagspause auf dem Schulhausplatz folgte mit dem Besuch der Kirche St. Martin ein erster Höhepunkt. Die Holzdecke aus dem frühen 12. Jahrhundert darf als einmalig bezeichnet werden. 153 romanische Bildtafeln bilden eine Art mittelalterliche Weltkarte: Ein Randmeer mit Meeresfabelwesen und den vier Winden umgibt die ausdrucksstarken Bilder zum Leben Jesu und zur Martinslegende. Die meisten Reiseteilnehmer waren so fasziniert, dass sie in der verbleibenden Zeit auf die Kaffeepause verzichteten und die Vielschichtigkeit dieses einmaligen Kulturmonuments im Museum mit einem Video vertieften.

Mit Bus und Zug ging es dann nach Cazis, wo in der erst 2003 fertig erstellten Steinkirche Organistin Lisa Lanicca, eine Freundin von Elisabeth Heuberger, die Gruppe mit zwei Orgelstücken und feinem Käse von der Sarner Alp überraschte. Mit einem Loblied durfte auch die gute Akustik dieses modernen Bauwerks erlebt werden.

In Rhäzüns kam es dann zum letzten Fussmarsch. Die Kirche Sogn Gieri thront eindrücklich im Wald auf einem Felsvorsprung. Das unscheinbare Äussere ist im Innern vollständig mit Fresken des 14. Jahrhunderts geschmückt. Der erste Eindruck ist überwältigend. Es ist der reichste Freskenbestand des Kantons Graubünden und gilt nördlich der Alpen als einmalig. In die Bilderbibel des Rhäzünser Meisters könnte man sich stundenlang vertiefen. Im Chor und auf der Chorbogenwand bestechen die Malereien des Waltensburger Meisters durch ihre Exaktheit und die intensive Farbigkeit. Die rustikalen Kniebänke von 1661 und die Kanzel mussten ausprobiert werden.

Zurück im Dorf schätzten manche die verdiente Rast im gemütlichen Kaffee mit hausgemachten Torten. Vier Unersättliche liessen sich den kurzen Aufstieg zur alten Kirche Sogn Paul nicht nehmen. Das Innere ist mit Renaissancemalereien und Altären reich geschmückt. Von der Ostfassade grüsst und schützt der heilige Christophorus, der schönste der Region, ein weiteres Werk des Waltensburger Meisters, die Reisenden.

Die Überraschungen nahmen kein Ende: Kurz vor Zugabfahrt durfte die Gruppe noch die durch Rhäzüns radelnde Tour de Suisse anfeuern und beklatschen.

Ein letztes Spektakel folgte auf der Heimfahrt: Über längere Zeit rundete ein Regenbogen über dem Zürichsee als Zeichen des Bundes zwischen Gott und den Menschen den erlebnisreichen und gelungenen Tag ab.

Bericht: Elisabeth Heuberger

Weitere Fotos von Anita Sieber und Kurt Haas unter www.kirche-tegerfelden.ch

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