Schöftland

Kultureller Abend zur Predigtreihe zum Thema «Schöpfung»

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Kirchenpflege und Pfarrteam Schöftland luden im Rahmen der Predigtreihe ein

Am 16. Juni luden Kirchenpflege und Pfarrteam abends in der Kirche im Rahmen der Predigtreihe zum Thema "Schöpfung" zu einem kulturellen Abend ein. Pfrn. Dominique Siegrist, Pfr. Daniel Hintermann und Kirchen-pfleger Robert Studler lasen Texte mit einfachster aber eindrücklicher szenischer Darstellung von altorientali-schen Schöpfungsberichten bis hin zu zeitgenössischen Schöpfungsphilosophen. Alle Lesungen untermalte der Musiker Peter Klaus am Vibraphon und an der kleinen Trommel, indem er klassisch-zeitgenössisch zu den Texten improvisierte, eigene Kompositionen und ein Stück aus dem Werk "Ikonen" von Berthold Hummel vor-trug.

Mit drei eindrücklichen, altorientalischen im 6. Jahrhundert vor Chr. entstandenen Strophen zur Schöpfung der Erde aus der neunten Hymne an Ahura Mazda, wurde der Abend eröffnet.

Mit Stichworten zum Gelingen der Schöpfung, immer untermalt von Improvisationen am Vibraphon, und dem Gedicht "Aus der Fülle" von Robert Studler wurde hingeleitet auf das Verlesen des biblischen Schöpfungsbe-richtes aus dem Anfang des 1. Buch Mose. Sinnigerweise wurde dieser Text wie als "Verkündigung" von der Kanzel her gelesen. Zu hören war die Übersetzung der jüdischen Philosophen Martin Buber und Franz Ro-senzweig, welche die Lautmalereien der hebräischen Ursprache darin aufzunehmen versucht.

Ein Szenenwechsel - die Interpreten begaben sich in den hintern Teil der Kirche - leitete über zu einem zwei-ten Textblock, welcher die Bedrohung der Schöpfung Gottes durch den Menschen zum Thema hatte. Ein-drückliche Stichworte wie "Waldsterben, Ozonloch, Ölteppich" leiteten zum Text "Die sieben letzten Tage der Erde" des Theologen Jörg Zink über. Von scharfen, prägnanten und beängstigenden Rhythmen der kleinen Trommel untermalt, wurde die Vernichtung der göttlichen Schöpfung, wie sie Jörg Zink in Worte gefasst hat, durch uns Menschen eindrücklich, ja fast beklemmend verbalisiert. Dass wir Menschen die grössten Bedroher und Vernichter der Schöpfung Gottes sind, wurde dadurch unterstrichen, dass der Text von Jörg Zink von der Empore her - also mitten unter der Gemeinde, mitten unter uns Menschen - vorgetragen wurde.

Mit seinem 2010 formulierten Gedicht "Das grösste Lob" leitete Robert Studler zum letzten Teil des Abends über, den man mit "es besteht Hoffnung" überschreiben könnte. Nach dem biblischen Schöpfungsbericht und dem selbstkritischen und bedrohlichen Text von Jörg Zink, wurde diese Hoffnung mit zwei kurzen Sätzen von Martin Luther (Apfelbaum) und Hugo von Hofmannsthal (Zweig) zum Ausdruck gebracht, szenisch mit einem Apfel und einem Zweig veranschaulicht, von Vibraphon-Improvisationen versöhnlich untermalt. Mit einem Aus-zug aus "Les Pensées" aus dem 17. Jahrhundert des französischen Mathematikers und Theologen Blaise Pascal und dem auf dem Vibraphon mit viel Liebe und Gespür angestimmte Choral "Nun danket alle Gott" fand dieser Abend einen versöhnlichen, zu Gott hingewendeten Schluss. Die Zuhörer und Zuhörerinnendank-ten den Interpreten mit einer langen, vielsagenden Stille. bg.

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