Karate-Club Wohlen am 1. St. Galler Kyokushin Open

Auch das letzte Turnier in diesem Jahr durfte der Karate-Club Wohlen erfolgreich abschliessen. Nach einem tollen Wettkampfjahr mit Erfolgen in allen Bereichen des interessanten Kyokushinkai-Karates konnten in St. Gallen im Bereich Vollkontaktkarate insgesamt sechs Erfolge erzielt werden, wobei Chantal Gauch in ihrer Kategorie gewann und zusätzlich noch als beste Technikerin des Turniers ausgezeichnet wurde.

Nach der Kumite-Schweizermeisterschaft und dem Kolibri-Cup startete innerhalb von drei Wochen erneut eine Kämpferdelegation des Traditionsclubs aus Wohlen an einem Wettkampf. Zum ersten Mal konnte in der Sporthalle Volksbad in St. Gallen das erste «St. Galler Kyokushin Open» durchgeführt werden, wozu sich die acht Wohler Karatekas auf sieben der neun durchgeführten Kategorien verteilten.

Zweiter Rang für Suter und Keusch

In der Junioren Kategorie unter 18 Jahre, in denen mit Helm gekämpft wurde, durfte die 17-jährige Léane Suter zum zweiten Mal in ihrer Karatelaufbahn im Bereich Kontaktkarate starten. Suter, die ihren ersten Kampf gegen die spätere Siegerin verlor, vermochte sich in der Folge im Kampfsystem «Round Robin», wo jeder gegen jeden kämpfen muss, zu steigern und erkämpfte sich vor allem durch ihre gekonnten Beintechniken den verdienten zweiten Rang.
Raoul Keusch, der ebenso zum zweiten Mal in dieser Disziplin startete, vermochte seine gute körperliche und technische Verfassung von Anfang an im Kampf umzusetzen und dominierte seine Gegner über weite Strecken und zog in der Folge in den Finalkampf ein. Trotz technischer Überlegenheit und eines Fouls seines Gegners musste sich Keusch infolge eines fragwürdigen Schiedsrichterentscheides geschlagen geben.  Fairerweise vermocht er sich trotzdem aber über die erbrachte Leistung und den erreichten zweiten Schlussrang freuen.

Sieg für Gauch, Silber für Brändli

Die Erfolgs-Erwartungen im Vorfeld für die beiden 18-jährigen Vollkontaktkämpfer Gauch und Brändli waren sicher berechtigt, brachten sie doch schon einige Erfahrungen in dieser harten Wettkampfdisziplin mit. In dieser Kategorie, wo ebenso mit Helmen gekämpft wurde stieg bei den «Damen unter 20 Jahre» Chantal Gauch in den Ring. Da in dieser Kategorie nach diversen Abmeldungen lediglich zwei Teilnehmerinnen verblieben, wurde eine Challenge-Kampf «best of three» durchgeführt, das heisst, dass die Kämpferinnen dreimal gegeneinander antreten mussten. Diejenige Kämpferin, die in der Schlussabrechnung zwei Siege für sich gutschreiben konnte, hat dann die Kategorie gewonnen. Gauch erwischte einen guten Start in den Kampf und dominierte ihre deutsche Gegnerin in allen Belangen, sei es technisch, konditionell und von der Schlagkraft her. Den ersten wie auch die beiden drauffolgenden Kämpfe gewann sie souverän und gewann verdient obersten Podestrang.
Lukas Brändli konnte bei den «Herren unter 20 Jahre» seinen Vorkampf infolge einer gelungen sauberen Beintechnik, die ihm einen halben Punkt (Waza ari) einbrachte, für sich entscheiden. Im Finalkampf musste er sich jedoch seinem Gegner knapp beugen, durfte aber den silbernen Podestrang ausgiebig feiern.

Zwei Podestränge bei den Novizen

Als Newcomerin startete Keerthana Veerasingam in der Vollkontaktkategorie «Damen über 20 Jahre». Veerasingam startete furios in ihren ersten Kampf ein und bot ihrer Gegnerin über weite Strecken Paroli. Der leichtgewichtigen Wohler Kämpferin wurde aber die kämpferische Unerfahrenheit zum Verhängnis und sie stiess auch konditionell an ihre Grenzen. Nach Ablauf der ersten regulären Kampfzeit musste sie sich den klaren Schiedsrichterentscheiden für ihre Gegnerin eingestehen. Im Halbfinalkampf musste Veerasingam gegen die rund 20 Kilogramm schwere Kontrahentin antreten und verlor infolge zweier Wirkungstreffern ihrer Gegnerin diesen Kampf erwartungsgemäss. Trotz ihres vierten Ranges durfte Veerasingam über ihre erbrachten Leistungen stolz sein.
Mit Simon Meier durfte in der Kategorie «Novizen Herren bis 75 kg» ein weiterer Wohler Newcomer ins Vollkontakt-Kampfgeschehen eingreifen. Meier, der verständlicherweise sehr verhalten und zögerlich in seinen ersten Kampf einstieg, steigerte sich aber von Szene zu Szene und blühte in seiner kämpferischen Hinsicht richtig auf. Nach dem Unentschieden in der regulären Kampfzeit dominierte er seinen Gegner des ersten Kampfes in der Verlängerung in allen Belangen und gewann dann souverän und verdient. Im Finalkampf legte Meier seine anfängliche Unsicherheit zur Seite und verlangte seinem Kontrahenten einiges ab. Etwas glücklos und enttäuscht musste Meier aber den überraschenden Schiedsrichterentscheid gegen sich nach Ablauf der regulären Kampfzeit zur Kenntnis nehmen. Der gewonnene zweite Rang ist aber ein toller und verdienter Erfolg für ihn, auf den er sicherlich stolz sein darf.
Mit Joisp Lasic und Marius Pfyffer starteten in der «Novizen Herren bis 85 kg» zwei Wohler Karatekas. Marius Pfyffer, der auch als Newcomer in den Ring stieg, überzeugte mit tollen Beintechniken, harter Kampfführung und grosser Kondition. Mit seiner nahezu ersten Aktion erzielte Pfyffer mit einer gedrehten hohen Beintechnik einen Treffer am Kopf des Gegners und erhielt den folgerichtigen und entscheidenden halben Punkt für den Sieg im ersten Kampf. Trotz enormen Kampfwillen musste sich Pfyffer im zweiten Kampf infolge Schiedsrichterentscheid dem späteren Sieger geschlagen geben. Josip Lasic, der zum zweiten Mal in dieser Disziplin startete, durfte sich über sein Freilos in der ersten Runde glücklich schätzen und stieg gerade ins Halbfinalkampfgeschehen ein. Mit grossem Kampfwillen und guten Aktionen setzte er sich gegen seinen Gegner gut ins Szene und bot ein ausgeglichenes Kampfgeschehen. Umso erstaunlicher war es, dass der Schiedsrichterentscheid nach der regulären Kampfzeit von zwei Minuten zu Ungunsten von Lasic ausfiel. Etwas enttäuscht doch sehr motiviert durfte er in den kleinen Final einziehen, wo dem anderen Wohler gegenüberstand. Lasic und Pfyffer schenkten sich nichts und boten einen unterhaltsamen und attraktiven Kampf. Pfyffer behielt durch einen erzielten Waza-Ari mit Beintechnik zum Kopf von Lasic die Oberhand und entschied den Kampf zu seinen Gunsten, womit er sich den dritten Podest-Rang sichern konnte.  

Chantal Gauch mit «Beste Technik» ausgezeichnet

Die sechs erreichten Podestränge an diesem Turnier wiederspiegelt die tolle Wettkampfbilanz in diesem Jahr. Als krönender Abschluss durfte Chantal Gauch unter grossem Applaus den sicherlich berechtigten Spezialpokal für die «beste Technik» unter allen Karatekas bis 20 Jahren entgegennehmen. Diese Auszeichnung darf Gauch auch als Zeichen für die vielen Erfolge und guten Leistungen in diesem Jahr ansehen und genoss entsprechend auch die vielen Gratulationen im Anschluss an das Turnier.
Die, im 2015 von den Wohler Karatekas erbrachten Leistungen, lassen sicherlich auf ein gutes und ebenso erfolgreiches nächstes Jahr hoffen.