Lange Zeit war es her, dass die Exciting Jazz Crew, die älteste Aargauer BigBand, mit ihrer ansehnlichen Fricktaler-Besetzung im Fricks Monti gastierte. Am 14. Januar war es wieder einmal soweit. Schon lange vor Konzertbeginn hielten sich die Zuschauer im Restaurant auf und verköstigten sich, bevor sie aus den gut gepolsterten Kinosesseln der Töne lauschten.

Das Konzert startete fulminant rockig mit „Gonna Fly Now“ aus den Siebzigerjahren, das Publikum liess sich mitreissen. Mit „Amoroso“, einem Stück des 1907 geborenen und 2003 verstorbenen Benny Carter tauchte die Band in eine ganz andere Welt ein.

Mit „How High The Moon“, einer Nummer, die sich sogar bis in die Disco-Zeit gerettet hatte, stand ein absoluter Klassiker im Programm. Sängerin Ulla Mayer betrat erstmals an diesem Abend die Bühne und swingte routiniert mit. Mit „Sway“ folgte ein Latin-ChaCha, begleitet auf dem Piano mit waschechten Salsa-Montunos. Jan Maeder, der auch durch den Abend führte, begeisterte unter anderem auch in diesem Stück mit seiner sonoren, rauchigen Stimme. Das von dem vor wenigen Jahren verstorbenen deutschen Bandleader Peter Herbolzheimer arrangierte „Ulla in Afrika“ bildete zu den Latin- und Swingnummern einen reizvollen Kontrast. Das in einfachen, eigentlich wenig jazzigen Dreiklängen gehaltene Stück erzeugte eine ganz und gar afrikanische Urwaldstimmung. Das wunderschön langsam und relaxt gespielte „That Warm Feeling“ (aus „Basie Straight Ahead“) und „Cry Me A River“, einer für Ella Fitzgerald geschriebenen und von Ulla Mayer gefühlvoll interpretierten Ballade neigte sich das erste Set dem Ende zu. Den funkigen Abschluss bildete „Crossfire“, bevor die Zuhörerschaft die Ohren etwas durchlüften konnte. Einer der Solisten in diesem Stück, der Laufenburger Hans Ryser (Altosax), bestritt nach vielen Jahren in der EJC sein letztes Konzert. Ein Fricktaler, ein sehr verlässlicher Musikerkamerad und virtuoser Solist verliess die Band wieder.

Das zweite Set startete wiederum mit einer Premiere, von denen im Fricks Monti an diesem Abend etliche zu hören waren. Das von Gordon Goodwin für seine Phat-BigBand komponierte „Backrow Politics“ verlangte von den „Compressores“, der Trompeten-Section, alles ab. Bandleader Ingo Ganter, mit allen Noten gewaschen, fegte mit seinen Trompetern durch die Oktaven. Martin Meyer am Schlagzeug trieb zusammen mit dem Rest der Rhythmusgruppe in geraden Achteln die Maschinerie an. Der legendäre Cole Porter, ein ganz grosser Name im BigBand-Jazz, war Komponist von „Easy To Love“, einem Sax-Feature. Ulla Mayer betrat zum unvergesslichen „Summertime“ aus der Volksoper „Porgy and Bess“ von George Gershwin wieder die Bühne und heizte mit der Swingnummer „It Dont Mean A Thing“ noch einmal richtig dem Publikum ein. Mit „Fever“, der zweiten Zugabe, verabschiedete sich die EJC, die in diesem Jahr ihr 43jähriges Bestehen feiert, unter grossem Applaus der zahlreich anwesenden Konzertbesucher.

Jörg Hauser