Noch etwas zurückhaltend und in kleinen Grüppchen versammelten sich die 13 Konfirmandinnen und Konfirmanden am Montagvormittag 2. August am Bahnhof Brugg und wurden von Pfr. Urs Klingler und dem Leiterteam begrüsst. Bereits auf der Fahrt begann aber das Eis zu tauen, und eine lebhafte Gruppe stieg in Lörrach aus dem Zug. In der schön gelegenen Jugendherberge Lörrach konnten wir unsere Zimmer im Stockwerk „Bayern“ beziehen und freuten uns über die eigene Dusche. Nach einer Vorstellungsrunde stiegen wir ins Thema „Trotzdem“ ein, das die Gruppe während der ganzen Woche begleitete. So wurde in Kleingruppen diskutiert, wo und warum wir selber in unserem Alltag Widerstand leisten, trotzdem etwas tun oder lassen, sei es in der Familie oder der Schule. Dieses Thema vertieften mit Bibeltexten, Filmen und Gruppendiskussionen, und liessen uns beeindrucken von Menschen, die trotz Widerständen etwas getan haben, die sich gegen Ungerechtigkeiten gewehrt, und dabei oft auch viel riskiert haben. Wir überlegten, was solche Menschen bewegt hat, und welche Rolle der Glaube für sie dabei spielte. Dies forderte jeden von uns immer wieder heraus, diese Fragen für sich zu überlegen und miteinander zu diskutieren: Wofür stehe ich ein? Wo leiste ich warum Widerstand? Wo nehme ich auch Unangenehmes auf mich? Welche Rolle spielt mein Glaube dabei?

Neben der Arbeit am Thema unternahmen wir Ausflüge ins Dreiländereck: Im Stadtmuseum Lörrach erfuhren wir viel vom alltäglichen Leben der Menschen an dieser Grenze von Deutschland, Frankreich und Schweiz, auf einem Tagesausflug im Elsass besuchten wir Colmar, Kaysersberg, die Heimatstadt des Urwaldarztes Albert Schweitzer, sowie Murbach, eine abgelegene, unscheinbare Klosterruine, die im Mittelalter jedoch eine riesige Abtei war, zu deren Besitz auch die Höfe Rein (unsere Kirchgemeinde) oder Luzern gehörten. In Basel konnten wir in der Papiermühle selber Hand anlegen und Papier schöpfen. Wir besichtigten auch die Stadt, sahen Münsterschatz und Totentanz und statteten den Elefanten im Basler Münster ein Besüchlein ab. Immer blieb genug Zeit, am jeweiligen Ort auf eigene Faust das Flair des Dreiländerecks zu geniessen, beim Flanieren, beim Shoppen oder beim Kaffee in Starbucks oder einen kleinen Imbiss beim MacDonalds (es gab natürlich NICHTS zu essen in der Jugendherberge…).

Im Laufe der Woche wuchs die Gruppe zu einer Gemeinschaft zusammen, und es entstanden Freundschaften über die Würenlinger und der Villiger Seite der Aare hinweg. Darum hatten wir auch eine sehr gute Stimmung, als die 4 Zimmergruppen sich am letzten Abend in verschiedenen Disziplinen gemessen haben: den längsten Schalenstreifen vom Apfel schälen, Zeitungsmode kreieren (es wurden definitiv Trends für die nächste Saison gesetzt!), Montagsmalen und das berühmt-berüchtigte Getränkeraten (ich sage nur: „Karottensaft mit Honig“, moosgrün gefärbt…). Nach dieser schönen und plötzlich so kurzen Lagerwoche machten wir uns am Freitag, 6. August zufrieden, aber mit etwas kleinen Äuglein, auf den Heimweg in den Aargau.

Für das Leiterteam: Barbara Vögele