Die Natur in und um unsere Dörfer soll wieder reichhaltiger werden. Mit dem Landschaftsentwicklungsprogramm (LEP) unterstützt der Kanton die Gemeinden und Regionen, diese Aufgabe zur erfüllen. In Kölliken beteiligen sich vier Landwirtschaftsbetriebe mit insgesamt 18 Hektaren Fläche daran. Anlässlich der Exkursion vom vergangenen Samstag konnten der interessierten Bevölkerung erste Ergebnisse vor Ort präsentiert werden.

Rund 25 Personen folgten der Einladung der gemeinderätlichen Kommission Natur- und Landwirtschaft und besammelten sich am frühen Samstagnachmittag auf dem Bio-Hof von Walter Maurer in der „Wolfgruebe". Nach der Begrüssung durch Gemeinderat Martin Bossard erläuterte Severin Dietschi von „Agrofutura" die Absichten und die Rahmenbedingungen des Landschaftsentwicklungsprojekts. Bereits konnten kantonsweit rund 4'000 Hektaren Aufwertungsgebiete unter Vertrag genommen und realisiert werden.

Die Exkursion führte anschliessend durch den vergrösserten Hochstamm-Obstgarten und entlang des „Holzmattbächli" mit seiner wertvollen Hecke. Im Gebiet „Wolfgruebe" gelangte man zu einer neu angelegten Trockenmauer. In deren Ritzen und Spalten und auf den gut erwärmbaren Steinen unterschiedlichster Grösse finden Eidechsen einen idealen Lebensraum vor. In früheren Zeiten soll im unteren Teil dieses Tälchens sogar einmal ein Weiher vorhanden gewesen sein. Die Topographie und der Flurname „Aegelmoos" könnten diese Überlieferung bestätigen.
Der weitere Exkursionsweg führte nordwärts entlang des Waldrandes. Die Blütenvielfalt in der angrenzenden Wiese wurde durch eine Einsaat einer Kräuter-Saatgutmischung stark erhöht. Verschiedene Kleearten, Wiesensalbei, Wiesenknopf und zahlreiche weitere Kräuter geben der so genannten „Glatthaferwiese" das farbige Gepräge zurück, welches durch die intensive Nutzung und Düngung weitgehend verschwunden war. Und in den Asthaufen - am Wiesenrand neu angelegten Kleinstrukturen - hat sich Beobachtungen zufolge das Wiesel bereits einquartiert.
Vorbei am „Aegelmoos"-Hof und über den renaturierten Kölliker Bach erreichten die Exkursionsteilnehmer die Felder des „Mattenhof". Betriebsleiter Christian Gamp erläuterte unter anderem die Zusammensetzung und Bedeutung des Krautsaums auf der Ackerfläche, welcher als Vernetzungskorridor eine wichtige Rolle spielt. Im Schatten einer grossen alten Linde auf dem „Mattenhof" konnte alsdann ein feiner Bio-Apéro genossen werden. So gestärkt, machte sich die Schar zum Gebiet „Metzgerächer" auf. An der Uerke wurde über die „Neophyten" informiert. Diese eingewanderten Arten wie das Drüsige Springkraut, der Japanknöterich oder die Kanadische Goldrute müssen hier zugunsten der einheimischen Arten zurückgedrängt werden, da sie sonst alles überwuchern.
Der nahe des Uerkenknies von Gerold Müller neu angelegte Hochstamm-Obstgarten mit 25 alten Sorten musste wegen der grossen Trockenheit bewässert werden, um keinen Schaden zu nehmen. Vorbei am Hof von Müllers gelangte man schliesslich zum Endpunkt der Exkursion im Gebiet „Dornhurst", wo eine weitere Niederhecke mit angrenzender Buntbrache angelegt wurde. In  diesem Frühling konnte seit mehreren Jahren erstmals wieder den Ruf einer Feldlerche gehört werden. Sie ist eine wichtige, aber fast verschwundene Leitart für die Region.
Obwohl durchaus auch kritische Fragen gestellt wurden - wie stark soll die Landwirtschaft neben Brot auch Blumen „produzieren"? - überwogen die positiven Einschätzungen. Am Ende der sechsjährigen Kampagne wird sich zeigen, ob weitere Landwirte bereit sind, in dieses wichtige Programm einzusteigen. (mbk)