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Kirche kämpft gegen Nöte und Sorgen in Burkina Faso

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Abbé André (Burkina Faso) und Stefanus Wolo Itu (Indonesion) verkörpern die weltumfassende Kirche.

Abbé André (Burkina Faso) und Stefanus Wolo Itu (Indonesion) verkörpern die weltumfassende Kirche.

Das katholische Hilfswerk «Kirche in Not (ACN)» ist auch während der „Corona-Zeit“ nicht untätig. Selbst wenn weniger Besuche von Geistlichen aus fernen Ländern in der Schweiz möglich sind, werden die Not leidenden Menschen in aller Welt nicht vergessen. Abbé André Ouedraogo stammt aus Burkina Fasino, lebt in der Schweiz und kämpft von hier aus gegen soziale Nöte und Probleme in seinem westafrikanischen Heimatland. Im Rahmen von Besuchen mehrerer Deutschschweizer Pfarreien weilte der sprachge­wandte afrikanische Gast dieser Tage in Eiken, wo er von Pfarradministrator Stefanus Wolo Itu gastfreundschaftlich willkommen geheissen wurde. In Stein wurde er durch die Informationsbeauftragte des Hilfswerks, Lucia Wicki-Rensch, vertreten.

Abbé André lebt seit rund drei Jahren in der Westschweiz, wo er als mitarbeitender Priester in mehreren Pfarreien wirkt. Vorher war er als Regens eines Priesterseminars in Burkina Faso, wie auch in Deutschland, tätig. Des Weiteren ist er engagiert für soziale und caritative Werke in seiner Heimat. Der Kampf gegen die dortige Armut liegt ihm sehr am Herzen.

„Wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher Wasser gibt, wird nicht um seinen Lohn kommen“. Mit diesem Satz aus dem Matthäus-Evangelium eröffnete Abbé André sein Zeugnis über die Situation in seinem Heimatland. Burkino Faso gilt als eines der ärmsten Länder der Welt, in welchem das Leben der Menschen vom Regen abhängt. Regnet es über längere Zeit nicht, kann das Leben in diesem westafrikanischen Land chaotisch werden. Es ist keine Selbstverständlichkeit, über genügend Wasser zu verfügen. Dürreperioden sind nicht selten.

Katholische Kirche betreibt Krankenhäuser und Schulen

Die katholische Kirche betreibt durch Ordensleute und Fachpersonen, oft in Kombination, Schulen aller Kategorien, Universitäten sowie zahlreiche Krankenhäuser. Der Betrieb von Spitälern geschieht durch Angehörige des italienischen Ordens des heiligen Kamillus von Lellis. Die Kirche erweist sich dabei als wichtige ethische und moralische Kraft im früheren Obervolta, welches 1960 die Unabhängigkeit von Frankreich erlangte.

Von der Bevölkerung Burkina Fasos sind rund 25 % Katholiken, etwa 5 % evangelische Christen und Angehörige christlicher Freikirchen. Rund 60 % sind Muslime, welche seit Jahr­zehnten friedlich mit dem Christen zusammenleben. Es besteht, so der afrikanische Gast, ein muslimisch-christlicher Dialog, welcher für die gegenseitige Verständigung sehr nützlich ist. So sind viele Schüler und Studenten in den Universitäten muslimischer Herkunft, da die Qualität der christlichen Einrichtungen in weiten Bevölkerungskreisen geschätzt wird. In den beiden Priesterseminaren befinden sich zeitweise bis 140 Studenten im Theologie-Studium. Was das friedliche Mit- und Nebeneinander der Muslime und Christen seit einiger Zeit überschattet, ist der sich in den letzten Jahren ausbreitende Terror, welcher den Menschen zusetzt.

Nebst Terror auch Corona-Plage

In den letzten vier Jahren wurde das arme Land von zahlreichen Terror-Anschlägen heimge­sucht. Mehr als 600 Angriffe erforderten 1650 Terror-Tote. Ueber 80 Schulen und zahlreiche Kirchen wurden beschädigt. 750 Kinder haben ihre Schulplätze verloren. Katholische Schulen mussten zu Aufnahmestätten für Flüchtlinge umgestaltet werden. Der Grund für den Terror durch Fanatiker weiss man nicht genau, doch dürfte er die schlimme Absicht haben, das fried­liche Zusammenleben der Einwohner von Burkina Faso zu zerstören. Unter den Opfern befin­den sich zahlreiche Priester und kirchlich Engagierte.

Als zusätzliche Belastung leiden die Menschen unter der Corona-Krise, welche auch vor Burkina Faso nicht Halt macht. Von den 19 Millionen Einwohnern verfügen lediglich einige tausend Bessergestellte über eine Krankenversicherung, was zusätzlich Sorgen und Aengste bereitet.

„Wir brauchen Eure Hilfe durch Gebet und materielle Unterstützung“ flehte der engagierte Geistliche, „denn das gibt uns Mut und Kraft zum Ueberleben“. «Kirche in Not (ACN)» kennt diese Nöte und hat sich dementsprechend im vergangenen Jahr mit rund 700‘000 Franken für Hilfsprojekte engagiert.

Von Familien ausgestossen – von Kirche aufgenommen

Die katholische Kirche nimmt sich auch junger Frauen an, welche, oft wegen Schwanger­schaften, durch ihre Familien ausgestossen werden. Sie werden durch Ordensschwestern und Laien in eigens dafür geschaffenen Unterkünften betreut und verpflegt. Auch werden den im Stich gelassenen Frauen mit ausländischer Hilfe Lern- und Arbeitsmöglichkeiten angeboten. In der von Abbé André geförderten Einrichtung engagieren sich Ordensleute und Laien und ermöglichen so vielen Menschen neue Hoffnungen in oft aussichtslosen Situationen.

Schliesslich legt die katholische Kirche grossen Wert auf die weitere Pflege des interreligiö­sen Dialoges mit den Muslimen, welche grossmehrheitlich als absolut friedliebend gelten. Die Bischofskommission hat hierzu einen Generalsekretär für Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung ernannt. Der Einsatz der katholischen Kirche im früheren Obervolta ist für die Priester, Ordensleute und Laien eine riesige Herausforderung, weshalb sie die ausländische Unterstützung verdienen.

Im Fricktal kam sichtbar zum Ausdruck, dass die katholische Kirche weltumfassend im Ein­satz steht. Der Gast stammte aus Afrika, der einheimische Priester aus Indonesien, die Gläubigen aus Deutschland und der Schweiz.

Stefan Treier

Spenden mit dem Vermerk «Burkina Faso» werden dankbar entgegen genommen und können gerichtet werden an: Cysatstrasse 6, 6004 Luzern, 041 410 46 70,
mail@kirche-in-not.ch; www.kirche-in-not.ch,
Konto PC 60-17200-9; IBAN 55 0900 0000 6001 7200 9

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