Der Bestand der Feldhasen im Kanton Aargau ist seit dem Jahr 2001 von rund 3000 Tieren auf knapp unter 1000 Tiere im Jahr 2014 eingebrochen. Ein wichtiger Grund, mehr über das Leben von Meister Hoppel zu erfahren.

Bei kühlem, aber schönem Herbstwetter trafen sich 30 Kinder zum Kindernachmittag des Natur- und Vogelschutzvereins Würenlos, in Begleitung ebenso vieler Erwachsenen, beim Alten Schützenhaus in Würenlos. Walter Schneider, Präsident des Vereins und Sven Böhringer, der Wildhüter der Gemeinde mit seinem Hund „Floki“, begrüssten sie herzlich. Da die wenigsten Teilnehmer jemals einen Feldhasen zu Gesicht bekommen hatten, durften die Kinder gleich mit Hilfe eines Jutesacks und Schnüren selbst einen Hasen herstellen. Doch wo verstecken sich junge Hasen vor ihren Feinden, den Wildschweinen, Füchsen, Greifvögeln, Hunden und Menschen? Wildhüter Sven Böhringer erklärte den Kindern, dass eine Hasenmutter bis zu vier Jungtiere in den Äckern und Wiesen in Erdvertiefungen setzt und sie nur zweimal pro Tag zum Säugen aufsucht. Doch meist erreicht nur eines von zehn Jungtieren das Erwachsenenalter. Die anderen fallen Kälte, Nässe und Feinden zum Opfer. Dies wollten die Kinder ihren Jutehasen ersparen und rannten voll Eifer über das Maisstoppelfeld, um für ihre Tiere eine geeignete Grube zu suchen. Dabei stellten sie fest, wie schwierig es ist, als Hase ein Versteck zu finden.

Wie ein Jagdhund eine Hasenfährte findet, zeigte der Wildhüter mit seinem Jagdhund „Floki“. Die fast geruchlose Hasenspur fand „Floki“ nach kurzem Schnüffeln und rannte dann mit hohem Tempo durch die Wiese zum im Wald versteckten toten Hasen. Dieses Können ist wichtig, denn immer wieder muss der Wildhüter mit seinem Hund von Autos angefahrene Tiere suchen.

Dass der Bestand an Hasen in der Schweiz so stark eingebrochen ist, ist nicht auf die Jäger zurückzuführen, denn der Hase wird schon seit vielen Jahren nicht mehr gejagt. Jäger und Wildhüter möchten, dass sich die Hasenpopulation erholt. Doch will dies nicht gelingen, weil den Hasen Rückzugs- und Ruhemöglichkeiten fehlen. Unser Land wird immer mehr überbaut und Brachflächen werden immer rarer. Die maschinelle Landwirtschaft mit ihren chemischen Spritz- und Düngemitteln zerstört nicht nur die „Kinderstuben“ der Feldhasen, sondern auch jene der Feldlerche und anderer Bodenbrüter. Die Rückkehr zu einer biologischen Landwirtschaft, die mit breiteren Saatabständen und Lücken in den Feldern Platz für die Jungtiere der Feldhasen und Feldlerchen aussparen würde, könnte zur Erholung der Tierbestände führen. Doch auch die Schweizer Bevölkerung steht in der Pflicht. Der sorgfältige Umgang mit unserem Bauland und das Einhalten der Zonenpläne ist ein Muss.

Voll mit neuem Wissen durften sich alle Exkursionsteilnehmer beim gemütlichen Teil des Nachmittags im Wald bei der Gmeumerihütte mit feinen Cervelats vom Feuer stärken. Und Jagdhund „Floki“ genoss das Streicheln der Kinder.

Katharina Schibli, Mitglied des Vorstandes des NVVW