Freienwil

Kapellen-Renovation: Finanzielle Entlastung dank Denkmalschutz

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Anfang August beginnt die dringend nötige Innensanierung der Kapelle Mariä Heimsuchung. Rechtzeitig erreicht die Pfarrei eine gute Nachricht aus Aarau!

Auf den ersten Blick wirkt die 1923/24 erbaute Kapelle im Herzen Freienwils vielleicht nicht sanierungsbedürftig. «Bei genauerem Hinsehen entdeckt man jedoch einige Mängel, die dringend behoben werden müssen», erklärt Kirchenpflege-Mitglied Prof. Dr. August Schubiger. Die Wände weisen teils Rissbildungen bis in den Sockelbereich auf, am Stuck blättert Farbe ab, hinter einem Bild wurde Schimmel entdeckt. Die letzte Renovation fand 1962/63 statt, dabei wurde auch die Sakristei angebaut. Letztes Jahr erfolgte eine technische Instandstellung. Am 7. August beginnt nun die dringende Innensanierung. Planung und Ausführung werden durch den Badener Architekten Castor Huser vorgenommen, welcher unter anderem auch die Innensanierung des Verena-Münsters in Bad Zurzach leitete.

Die 12 Kreuzweg-Bilder werden ebenso restauriert wie die dazugehörigen Apostel-Leuchter, die Opferkerzenschmelze, die Maria- und Josef-Statue sowie die Kerzenständer. Auch die Lautsprecheranlage wird ersetzt. Zudem werden sämtliche Glasfenster (30 Segmente) restauriert, da sie mit den Jahren undicht wurden und ebenfalls Risse haben. Die unschönen Aussengitter werden durch Sicherheitsglas ersetzt – so können die vom Zürcher Künstler Kurt Wehrli 1897 angefertigten Glasfenster künftig auch von aussen bewundert werden.

Ganz neu gestaltet wird der Altarraum: Der Altartisch wird zum Hochaltar zurückversetzt unter das Altarbild des Münchner Kirchenmalers Ludwig Glötzle (1847 – 1929). Ein neuer Altartisch wird näher bei den «Schäfchen» stehen, der bei Bedarf versetzt werden kann. «Das soll auch Konzerte in der Kapelle ermöglichen», so Schubiger.

Zum Schluss wird der gesamte, teppichähnliche Bodenbelag entfernt und der darunterliegende Terrazzo-Boden freigelegt. Aus Kostengründen wird auf eine Restaurierung der Holzbänke verzichtet; dort sind auch keine grösseren Schäden zu verzeichnen, und die Heizungen funktionieren einwandfrei. Chorgestühl und Beleuchtung bleiben ebenfalls unbearbeitet. 

Vor Weihnachten soll die Kapelle in neuem Glanz erstrahlen. Solange finden keine regulären Gottesdienste in Freienwil statt – mit einer Ausnahme: Das Erntedankfest im September wird im Freien oder in der Mehrzweckhalle durchgeführt. Wer Fahrdienst nach Lengnau benötigt, kann diesen via Pfarreisekretariat anfordern. Auf besonderen Wunsch werden Trauerfeiern in Gemeinderäumlichkeiten durchgeführt.

Die Kosten für die Sanierung der Kapelle, die am 2. Juli ihr Patrozinium feierte, betragen rund 230 000 Franken. Erst kürzlich erreichte die Kirchenpflege jedoch eine gute Nachricht: Mitte Juni hat das Kantonale Amt für Bildung, Kultur und Sport (BKS) die Kapelle unter Denkmalschutz gestellt. «Damit wird sich der Kanton mit einem wesentlichen Beitrag an den Kosten beteiligen», freut sich August Schubiger.

Trotzdem ist die Kirchgemeinde auch auf Spenden angewiesen. Dies ist bereits ab einem Betrag von 200 Franken (z.B. für die Restaurierung eines Apostel-Leuchters) möglich. Den teuersten Posten macht die Restaurierung von Hochaltar und Altartisch mit 8500 Franken aus. Bereits sind einige Spenden eingegangen. Eine Gruppe von Heimweh-Freienwilern hat zudem weggezogene Ortsbürgerinnen und Ortsbürger angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Last but not least hat auch Gemeindeammann Robert Müller beim Besuch einer Kirchgemeindeversammlung finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde in Aussicht gestellt. Schliesslich bildet die Kapelle mit Schulhaus, Gemeindehaus und dem Weissen Wind das Herz des Dorfes Freienwil.

Spendenkonto für die Sanierung: CH15 8070 0000 0110 6430 1, Kath. Kirchgemeinde Lengnau-Freienwil, Vermerk «Renovation Kapelle».

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