Buchs (AG)

Kampf gegen die Einsamkeit im Alter

megaphoneaus Buchs (AG)Buchs (AG)

Einsamkeit im Alter

Einmal mehr fand in Buchs ein vom Verein Alterszentrum Suhrhard organisierter gutbesuchter Vortragsabend statt. Der Holzachersaal bot dafür eine gediegene Ambiance. "Gemeinsam statt einsam", lautete der Titel des Abends und lud somit ein, sich dem Thema der Einsamkeit zu stellen und Möglichkeiten kennenzulernen und zu diskutieren, was man für Menschen tun kann, die sich einsam fühlen. Durch den Abend führte die Vereinspräsidentin Heidi Niedermann.

Den ersten Programmteil bestritt Dr. Christina Zweifel, welche beim Kanton die Fachstelle Alter und Familie leitet und in dieser Funktion die Gemeinden bei der Umsetzung einer adäquaten Alterspolitik unterstützt. Ihr Kurzreferat gab einen guten Überblick über die Gründe und Formen von Einsamkeit, über die Dimensionen in den verschiedenen Altersgruppen sowie ihre gesundheitlichen Auswirkungen. Das Phänomen der Einsamkeit  im Alter dürfe nicht unterschätzt werden, denn über 40 Prozent der über 75-Jährigen haben keine oder nur eine einzige Vertrauensperson und gäben an, sich teilweise einsam  zu fühlen. Fehlende Kontakte zu anderen Menschen aber führen zu physischen und psychischen Gebrechen, die nicht tabuisiert werden sollten. Kontakte zu Mitmenschen und gemeinsame Aktivitäten seien für das Wohlbefinden und die Gesundheit zentral; dies sei dadurch erwiesen, dass gut vernetzte und sozial eingebundene Personen, die sowohl gebraucht werden als auch Unterstützung erhalten, sich selten einsam fühlen.

Wie altersgerechte und generationenübergreifende Lebensräume tolle Möglichkeiten zu sozialen Kontakten bieten, konnten die Anwesenden im Anschluss an das Referat bei einigen Ausschnitten aus dem erfrischenden, lebensbejahenden Film "Lebensraum 60+" erfahren. Anhand von guten Beispielen aus Aargauer Gemeinden wird da aufgezeigt, wie Gemeinschaft in den Gemeinden gestärkt werden kann, was Begegnungsorte bewirken, und wie Ressourcen in der Bevölkerung abgeholt und eingesetzt werden können zum Wohle von Jung und Alt.

Im darauffolgenden Podiumsgespräch nahmen nebst der Referentin die Buchser Pfarrerin Esther Zbinden, die Geschäftsführerin von Benevol Aargau (Dachorganisation für Freiwilligenarbeit), Ines Walter Grimm, sowie als engagierter Freiwilliger aus Buchs Leo Müller teil. Sie nahmen aus ihren unterschiedlichen Warten Stellung zu konkreten Fragen, wie man der sozialen Isolation von älteren Menschen gewahr werden, wie der Kontakt mit ihnen aufgebaut werden kann, und mit welchen Angeboten dann Gemeinsames wie Gespräche, Spaziergänge, gegenseitige Einladungen etc. zu erreichen ist. Wer freiwillig etwas für ältere Menschen tue, in der Nachbarschaftshilfe, in der Kirchgemeinde oder wo auch immer, zeige sich offen für neue Kontakte, engagiere sich im Kampf gegen die Einsamkeit und verdiene Respekt; nicht zu vergessen, dass man dabei meistens auch direkt beschenkt werde mit grosser Dankbarkeit eines nicht mehr so einsamen Menschen.

Schliesslich wurde noch das in Buchs kürzlich angelaufene Projekt MIA (Mobil im Alter) vorgestellt und auf die Angebote von Pro Senectute und Benevol Aargau hingewiesen.  Aufmerksam gemacht wurde auch auf den neuen Flyer, mit welchem zusätzliche Freiwillige für das Alterszentrum Suhrhard gesucht werden. Mit dem Wunsch, dass die Freiwilligenarbeit in Buchs einen deutlichen Schub erleben möge, schloss Präsidentin Heidi Niedermann mit grossem Dank an alle Vortragenden und alle Anwesenden für deren Interesse und Engagement an bzw. in der Thematik des Abends. Der vom Alterszentrum offerierte und im Lichthof bereitgestellte Apéro rundete den Abendanlass genussvoll und mit regem Gedankenaustausch ab. (UF)

Meistgesehen

Artboard 1