Kaiserstuhl

Kaiserstuhl, eine Stadt mit Charme und Reiz

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Claudia Meierhofer erklärt den Teilnehmenden ihrer Stadt

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Claudia Meierhofer erklärt den Teilnehmenden ihrer Stadt

(ef) Zu einer Städtliführung in Kaiserstuhl, organisiert von Gross­ratkandidatin Sonja Barbara Böhm, hat am Mittwochabend die FDP des Bezirks Zurzach eingeladen. Geführt wurde die Gruppe von Claudia Meierhofer, Mitglied der „Pro Kaiserstuhl“, einer Organisation, welche die Kultur unterstützt, die Begegnungsmöglichkeiten fördert und sich dem Schutz des historischen Städtchens verschrieben hat. Kaiserstuhl, einst prosperierende Stadt links und rechts des Rheins mit einer rund 5 Mal so grossen Fläche wie heute, wurde 1279 gegründet. Um 1260 bauten die Freiherren von Kaiserstuhl die Stadtmauer und einen imposanten, das Bild von Kaiserstuhl prägenden 36 Meter hohen Wohn- und Wachtturm. Die zum Bau gewählten Steine zeugen von einem repräsentativen Baustil. 1294 ging die Stadt mit Burg und Brücke und den dazugehörenden Rechten in den umliegenden Dörfern an den Bischof von Konstanz über. 500 Jahre lang war die Stadt das Zentrum einer kleinen Herrschaft. Vom damaligen Reichtum zeugen das Amts­haus, einst Lagerhaus, das Spitel, die Kirche, verschiedene Häuser die zur Beherbergung und als Gaststätte dienten sowie viele Handwerkerhäuser. Napoleon legte 1798 die Grenzen neu und Kaiserstuhl verlor auf einen Schlag die vier Fünftel  seiner Fläche auf der rechten Seite des Rheins, die Verwaltungsfunktion und den kirchlichen sowie wirtschaftlichen Einfluss. Die Stadt verfiel, wie sich Claudia Meierhofer in ihren Ausführungen ausdrückte, in einen Dornröschenschlaf. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass Kaiserstuhl in seiner ursprünglichen Form erhalten blieb und heute als Idealbild einer mittelalterlichen Stadt gesehen werden kann. Der Strassenverlauf und die Häuserzeilen entsprechen noch immer den mittelalterlichen, mehr als 700 Jahren zurückliegenden Verhältnissen. Dies verleiht der Stadt auch ihren besonderen Reiz. Das Wohnen in den engen, über mehrere Stockwerke verteilten Wohnungen muss man mögen. Andernfalls zieht man gleich wieder weg, führte die Stadtführerin aus. Die Bevölkerung von Kaiserstuhl sei deshalb auch etwas speziell und das Verhalten eher städtisch. Noch heute würden zwischen Kaiserstuhl und Hohentengen enge Verbindungen bestehen. Kinder aus Hohentengen dürfen nach Kaiserstuhl zur Schule kommen, während dem für Kinder aus dem benachbarten Weiach die Kantonsgrenze dicht ist. Claudia Meierhofer ging in ihren Ausführungen aber nicht nur auf die Geschichte der Stadt, interessante Begebenheiten, oder besonderen Häuser und Plätze ein, sondern auch auf berühmte Leute, die mit Kaiserstuhl verbunden waren. Zu diesen gehörten der Bildhauer Franz Ludwig Wind, der Schriftsteller Gottfried Keller oder der Komponist Hermann Suter, einem wichtiger Vertreter der Instrumental- und Chormusik.

Die Ausführungen musste sie allerdings wegen des im zwei Minutentakt anschwellenden Fluglärms immer wieder unterbrechen. Grossrat Franz Nebel nütze die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, wie wichtig es sei, dass der Bezirk vor weiterer Lärmbelastung geschützt werde. Etwas scherzhaft bemerkte Sonja Böhm, dass Kaiserstuhl mit Strasse, Bahn, Schiff und Flugzeug verkehrstechnisch bestens erschlossen sei. Ein vor dem Engpass zur Brücke blockierter LKW bestätigte die These. Sie bemerkte dazu, dass das LKW-Durchfahrverbot oben klar signalisiert und die enge Strasse auch kein Grund sei, die seit dem Mittelalter unveränderte Strassenführung durch den Abbruch von Häusern und den Bau einer breiteren Strasse und Brücke zu verändern.  

Am Ende der rund eineinhalb stündigen, interessanten Führung galt es dann noch, die 124 Treppen zum obersten Stock im Turm zu erklimmen. Als Belohnung spendierte hier oben Sonja Böhm allen Teilnehmenden ein Apéro. Der Apéro und ein Blick nach allen vier Seiten aus den Fenstern machte die Strapazen für den Aufstieg aber mehr als Wett.       

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