Als „Segondo“ gehört Sergio Sardella längst zu den Lieblings-Italienern in der Schweiz. Mit seinem Humor und seinem südlichen Akzent löste der im Kanton Luzern lebende „umorista“ in der fast ausverkauften Mehrzweckhalle Gränichen immer wieder Lachsalven und Begeisterungsstürme aus.

Noch bis Ende Juni läuft die vielbeachtete Ausstellung „Destinazione Gränichen - die Italiener kommen“ im Museum „Chornhuus“. Zu einem Höhepunkt wurde der von der Heimatvereinigung in Zusammenarbeit mit der Kulturkommission organisierte Abend mit dem Komiker Sergio Sardella. Mehr als zwei Stunden lang, mit einer kurzen Pause, unterhielt er das Publikum mit südländischem Temperament, grossen Gesten und provokativen Fragen, auf die er die Antworten gleich selbst lieferte. Er liess weder Gemeinplätze aus dem Alltag noch Clichés oder Vorurteile über Italiener und Italien oder Schweizer und die Schweiz aus. Und sein kulinarisches Vokabular reichte vom Tomatensugo der Nonna bis zu den helvetischen „Kätzkuechli“ und den „Tschinkegipfeli“. Ausserdem versteht er es, wie kaum ein anderer Komiker, die Leute zum Lachen bringen, ohne auf Sprüche unter der Gürtellinie zurückzugreifen.

„Do kunsch de Krisi“

Das war ein immer wiederkehrendes Bonmot aus seinem Programm La Crisi. Berlusconi und die Mafia bekamen ihr subtil verteiltes Fett ebenso ab, wie verschiedene Schweizer Bundesräte oder Fifa-Boss Sepp Blattner. Mit „Nostalgia“ verbunden waren Jugenderinnerungen und Bubenstreiche wie der „Fünffinger-Rabatt“ im Dorfladen. Oder Schulreise-Erlebnisse: Die Italienerkinder hatten ihre feinen Sonntagsschuhen angezogen, weil sie nicht gewusst hatten, dass sie aufs Brienzer Rothorn kraxeln mussten. Auch hatten Lasagne und Salami im Rucksack wenig zu bestellen gegen die helvetischen „Allzweckwaffe“ Cervelat. Wohl keinen Unterschied machte es, ob die Socken oder Schurwollen-Rollkragenpullis zu Weihnachten von italienischen Nonnas oder Schweizer Grosis gestrickt waren. Sie kratzten, schon bevor man sie angezogen hatte. Trotz „Crisi“ ist Sardella bezüglich Schweizer Wappen ein Optimist: „Das ische nit e Krüz, das ische Plus.“

Hinweis: „Chornhuus“ Gränichen, Ausstellung Destinazione Gränichen: Nur noch geöffnet am zweiten und letzten Sonntag im Mai und im Juni, jeweils von 14-17 Uhr. Am So 31. Mai, wird um 16 Uhr die Vernissage des Buches zur Ausstellung mit einem Fest und südländischer Kulinarik gefeiert.