Bözberg (Unter-/Oberbözberg, Linn, Gallenkirch)

Jurapark mit Atommülllager: ein vereinbarer Widerspruch?

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Am 5. September folgten um die  50 Personen  der Einladung der Grossratskandidat/innen der Grünen und der SP von den Bezirken Brugg und Laufenburg. Unter der Geschichtsträchtigen Linner Linde wurde sachlich, herzhaft, glaubwürdig und engagiert über die energiepolitischen, wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Konsequenzen eines Atommülllagers im Jura park diskutiert.  

Dieter Egli, SP eröffnete den  Abend, in dem er den Bözberg  und seine Vergangenheit, seine Bedeutung für die Region den Anwesenden lebhaft näher brachte, dies reichte von der Pest vor über 600 Jahren, der geplanten nicht realisierten Autobahn über den Bözberg,  bis zum Pfadilager. Elisabeth Burgener Brogli, SP  leitete dann über zum geplanten Atommülltiefenlager im Bözberg. Für Sie war klar, der Aargau ist schon sehr belastet mit dem engen Autobahnnetz, den 3 AKWs in nächster Nähe , sowie der ZWILAG, dem  Atommülzwischenlager in Würenlingen. Die Region müsse sich vermehrt zur Wehr setzen, sie erhofft sich auch mehr Unterstützung in dieser Thematik von der Stadt Brugg.  Die Anwesenden GrossratskandidatInnen hatten dann das Wort. Connie Fauver, Grüne eröffnete ergreifend, "wie können wir für die nachfolgenden 33'000 Generationen Sicherheit bieten, bis sich die Radioaktivität zu unbedenklichen Dosen reduziert hat? Sie fordert daher, dass der Standort nach sicherheitsrelevanten Kriterien definiert wird  und zwar zuerst in der Tiefe.  Das vergraben von Abfall war noch nie eine nachhaltige Lösung zur Abfallbeseitigung was uns Kölliken und Bonfol sehr gut vor Augen führen, so Gunthard Niederbäumer SP. Die Pläne für das Tiefenlager mit den dazugehörigen Oberflächenanlagen sind bei allen Projekten in landwirtschaftlich genutzten Regionen vorgesehen. Ein Austritt der Radioaktivität würde das Leben in unseren Dörfern verunmöglichen , so Gertrud Häseli, Grüne. Irsi Frei , Grüne erklärte, dass  die Opalinustonschicht  im Bözberg zu dünn ist und in zu geringer Tiefe unter der Erdschicht liege um den radioaktiven Abfall sicher zu lagern. Gegner des Atommülllagers Bözberg sind nicht etwa romantisch-naiv-verklärte Grüne sondern realistische, verantwortungsvoll denkende Menschen, die ihre Heimat lieben!  verlautete Martin Brügger, SP . Als Elektoringenieur, welcher selbst in Atomkraftwerken gearbeitet hatte, appellierte er umso deutlicher die Verantwortung gegenüber unseren Kindern wahrzunehmen und ihnen kein solch gefährlich strahlende Hypothek zu hinterlassen. Sacha Schenker, SP ermahnte auch, dass wir hier das Wasserschloss der Region sind mit der Limmat, Aare und der Reuss. Alle möglichen Standorte für das  Tiefenlager befinden sich über Grundwassergebiet, was in keiner Weise akzeptabel und vertretbar sei.  
Werden Schadstoffe wie Dioxine in Lebensmitteln, Aspest in Häusern gefunden, so Ursula Kretzschmar, Grüne,sind alle schockiert und Lösungen müssen sofort her.  Doch bei den radiaktiven Abfällen hängen wir in der Leitung und produzieren munter täglich weiter. Für sie  ist klar, ohne definitiv Kalendarisch festgelegten Atomausstige, kann keinem  Tiefenlager zugestimmt werden, die Gefahr einer Präjudiz: "man hat nun eine Lösung für den Abfall" sei viel zu gross. Monika Haller SP verdeutlichte; "wir sind hier um ein Zeichen zu setzen, dass uns unsere Region, unser Bözberg, unsere Zukunft und die unserer Nachkommen über viele Generationen hinweg nicht egal sind, um uns zu wehren und die notwendigen politischen Massnahmen in die Wege zu leiten und mitzutragen und auch umzusetzen".

Robert Obrist , Grüne rundete den Anlass mit einem schönen Bezug zu den Germanen ab: bei den Germanen war die Linde der Göttin Freya der Schutzgöttin geweiht. Schutz ist hier und heute auch wieder nötig; nicht vor der Pest, aber vor der Strahlung hochaktiver, radioaktiver Abfälle.

Alle GrossratskandidatInnen waren sich einig: Die Gründung des Juraparks hat das Ziel die Landschaft nachhaltig zu erhalten und zu schützen. Es darf nicht sein, dass eine Region welche sich zukunftweisend für den Jurapark eingesetzt hat wieder abgestraft wird.  Der Bözberg ist ein Kleinod unserer Region. Es gilt ihm Sorge zu tragen. Jetzt und in Zukunft!  

Angeregten Diskussion wurden am musikalisch umrahmten Apéro von Samuel Freiburghaus  noch vertieft.

Ursula Kretzschmar, Grossratskandidatin Grüne Laufenburg

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