Im Jugendgottesdienst für die 7. Klässler von Pfarrerin Maja Petrus in Frick stand das Strassenmagazin „Surprise" und die Beschäftigung mit Menschen, denen der Arbeitsmarkt verschlossen ist, im Mittelpunkt.

 Das Unternehmen „Surprise" hilft Menschen in sozialen Schwierigkeiten, aus eigener Kraft sich aus der Abhängigkeit zu befreien. Rund dreihundert Leute in der deutschsprachigen Schweiz erarbeiten sich mit dem Verkauf des Strassenmagazins einen bescheidenen Lohn. Sie erhalten damit wieder eine Tagesstruktur und Selbstvertrauen. Die Problematik wurde den Unterrichtskindern und ihren Eltern, die zu diesem Anlass eingeladen waren, am Freitagabend im Rahmen eines liturgisch strukturierten Gottesdienstes anschaulich vorgestellt.

Interviews mit Mitarbeiterinnen und einem Verkäufer
Ueberraschend öffnete sich die Tür und mitten in die Begrüssungsworte von Pfarrerin Petrus platzte Alok in den Saal des Kirchgemeindehauses und rief seine Zeitschriften aus. Seine Erscheinung in roter Regenjacke, mit blauer Tasche und schwarzem T-Shirt mit dem Schriftzug „Surprise", war so, wie man einem Strassenverkäufer auf den grösseren Bahnhöfen der Deutschschweiz begegnen kann. Sechs Franken kostet ein Heft, erfuhr man von Alok, als die Pfarrerin ihn interviewte. Er kauft die Hefte für den halben Preis bei der Agentur und verdient somit drei Franken pro Stück. Alok macht diese Arbeit seit rund fünf Jahren, um seine bescheidene Altersrente ein wenig aufzubessern. Das Strassenmagazin Surprise ist ein journalistisch hochwertiges Heft mit einer professionellen Redaktion und aktuellen, interessanten Berichten aus Kultur und Sozialpolitik.
Aus einem Interview mit zwei Assistentinnen des Geschäftsführers von Surprise erfuhr man, dass die Organisation sich um ganz verschiedene Belange sozial Benachteiligter kümmert. Da gibt es die Möglichkeit, im Surprise-Chor mitzusingen oder sich in einem der Strassen-Fussballclubs sportlich zu betätigen. Der Chor hatte bereits zu Beginn des
Gottesdienstes ein Lied gesungen und steigerte sich im Laufe des Abends zu rassigen Rhythmen, die ansteckend wirkten und die Jugendlichen zum Mitklatschen anregten. Im Surprise- Strassenfussball, der im Gegensatz zum eigentlichen Fussball Mannschaften mit nur fünf Spielern hat, trainieren achtzehn Teams aus der ganzen deutschen Schweiz um den Schweizer-Meistertitel.
Surprise - Ueberraschung: Zum Schluss erlebten die Kinder die wahre Bedeutung des Wortes, indem sie in die blaue Zeitungstasche hineingreifen durften und allerlei schöne
Gegenstände daraus hervorholten. Das letzte Kind erhielt sogar die Tasche.

Bilder: Der Surprise-Chor gestaltet den musikalischen Teil des Gottesdienstes ( M.P.)

Parrerin Maja Petrus im Interview mit dem Strassenmagazin-Verkäufer Alok (A.S.)