Im Fricktal gibt es verschiedene Jugendtreffs und weitere Institutionen für Jugendliche, die sich regelmässig treffen, gemeinsame Projekte gestalten und sich zu aktuellen Jugendthemen austauschen. Im letzten halben Jahr wurde das Thema „Bedeutung der Jugendarbeit“ aus aktuellem Anlass untereinander diskutiert.

„Stellen Sie sich vor es gäbe keine Angebote für Jugendliche, in denen sie sich ausprobieren, weiterentwickeln und selbstverwirklichen können. Wo sollen sie mit ihren kreativen Ideen und auch Unsicherheiten hin?“ so Lena Heskamp, die Regionalleiterin des Vernetzungsgremiums IGOJAF (Interessengemeinschaft offene Jugendarbeit Fricktal). „Jugendliche brauchen einen geschützten Übungsraum für zwischenmenschliche Erfahrungen. Wenn sie diesen nicht bekommen, können sie sich nur schwer weiterentwickeln. Und stellen Sie sich eine Gesellschaft vor, in der die Jugendlichen nie gelernt haben wie man miteinander umgeht, wo die eigenen Grenzen und die anderer liegen. Was ist dann der Wert dieser Gemeinschaft?“

Den Jugendarbeitenden ist es wichtig, dass es neben Sport- und Kulturvereinen noch weitere Möglichkeiten für Jugendliche gibt. In den Jugendtreffs sind häufig Jugendliche anzutreffen, die nicht Mitglied im Sportverein, der Jubla, Cevi oder Pfadi sind. „Und genau für diese Jugendlichen braucht es ein Angebot. Da ist einerseits das regelmässige, niederschwellige Treffangebot wichtig und je nach Gemeindeumfeld auch aufsuchende Jugendarbeit. Andererseits auch einmalige oder sich wiederholende Projekte, bei denen die Jugendlichen nicht nur mitentscheiden dürfen, sondern auch in die Vorbereitung miteinbezogen werden, ihre Selbstwirksamkeit aktiv erleben und ihr Selbstwertgefühl verbessert wird.“ So die einstimmige Meinung der Jugendarbeitenden.

Da in einigen Gemeinden die Jugendarbeit aktuell überdacht* wird, ist es den Professionellen der Jugendarbeit wichtig, dieses Thema auch in die Öffentlichkeit zu tragen und für eine zukunftsträchtige und professionelle Jugendarbeit zu werben. „Jede Gemeinde und auch jeder Bürger /jede Bürgerin sollte sich fragen wie viel ihnen eine positive Zukunftsarbeit wert ist. Denn Kapital in die Jugendarbeit zu investieren heisst in diese positive Zukunft zu investieren!“, sind sich die Jugendarbeitenden der IGOJAF sicher.

Die Jugendarbeit im Fricktal ist in den verschiedenen Ortsgemeinden unterschiedlich organisiert.

Die Jugendarbeitenden möchten die Gemeinden ermutigen sich intensiv mit dem Thema professioneller Jugendarbeit zu beschäftigen, die Bedürfnisse der Jugendlichen ernst zu nehmen und an die Zukunft der Gemeinden im Fricktal zu denken.

Für die Jugendarbeitenden der Jugendtreffs „Jugendhuus Kaiseraugst“, „RJZ Rheinfelden“, „JAM Möhlin“, „Waikiki Mumpf (Fischingertal)“, „Jugendarbeit Stein- Münchwilen“, „Rendez-vous Kaisten“, „Freakhall Gipf-Oberfrick“, „Bamboocha Wittnau“ und der Juseso Fricktal sollte die Finanzierung der Jugendarbeit eine Position im Budget der Gemeinden sein, die mit Blickrichtung Zukunft gerne getätigt wird.