Menziken

Jubiläumsversammlung der Reformierten Kirchgemeinde Menziken-Burg

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Unterhaltsamer Blick in die Geschichte

Ruth Weber, Präsidentin der Kirchenpflege, konnte am vergangenen Sonntag nach dem Gottesdienst 75 Kirchgemeindemitglieder und etliche Gäste im Kirchgemeindehaus begrüssen. Grund für die hohe Beteiligung: Es war die 200. (!) Kirchgemeindeversammlung, die mit einem Blick in die Geschichte von Dorfhistoriker Peter Siegrist gekrönt wurde.

Te. Vorgängig wurden die üblichen Traktanden einer Kirchgemeindeversammlung behandelt. Einstimmigkeit herrschte über den Wahlmodus für die Ersatzwahlen (Amtsperiode 2011 bis 2014) sowie über den Voranschlag für das Jahr 2011, dem wie bisher ein Kirchensteueransatz von 19 Prozent zugrunde liegt. Die Rechnungsprüfungskommission setzt sich neu wie folgt zusammen: Hans Rudolf Stalder, Menziken, Armin Schätti, Menziken, Hans Peter Gautschi, Menziken (alle bisher), und anstelle des demissionierten Hans Gautschi, Burg, heute in Reinach lebend, neu Martin Sommerhalder, Burg.

Verschiedene Ehrungen
Ruth Weber konnte mit Hans Gautschi und Hermann Räss, Burg, zwei Persönlichkeiten ehren, die sich um die Reformierte Kirchgemeinde Menziken-Burg besonders verdient gemacht haben. Beide haben sich engagiert als Synodale für die Kirchgemeinde eingesetzt. Hans Gautschi war zudem jahrelang Präsident der Rechnungsprüfungskommission.

Gut 500 Jahre im Zeitraffer
Dorfhistoriker Peter Siegrist liess in seinem Vortrag, technisch assistiert von Peter Steiner, rund fünfhundert Jahre Kirchengeschiche im Ober-
wynental aufleben. Vieles hat er aus Akten zusammengetragen, vieles aber auch von älteren Mitbürgern erfahren. So wird unter der Herrschaft der «Gnädigen Herren von Bern» im Jahr 1415 die damals noch katholische Kirche in Gontenschwil erwähnt. Menziken und Burg waren in Pfeffikon kirchengenössig, später dann in Gontenschwil. 1528 wurde der Kanton Aargau reformiert und damit auch das Wynental. Zum Berner Aargau gehörten Zofingen, Aarau, Kulm, Lenzburg und Brugg. Der Berner Wunsch, in Reinach eine reformierte Kirche zu bauen, erfüllte sich schon 1529. Menziken und Burg wurden in Reinach kirchengenössig. Eine eigene Kirche konnten die Menziker erst am 7. September 1890 einweihen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 137'000 Franken. Die Turmuhr kostete 2'000, die Kanzel 1'500 und die Orgel 15'867 Franken. Alle Kirchenfenster wurden gestiftet, für das Läuten aller damaligen vier Glocken standen täglich sechs oder sieben Männer im Einsatz. Peter Siegrist wusste natürlich viel mehr über die Kirchengeschichte zu berichten, so über das Reformierte Pfarrhaus von 1913, Zivilstandsangelegenheiten, Personalien, über die Pfarrer Eugen Weber (Amtszeit 1911 bis 1935), Armin Wössner (1936 bis 1957) und Klaus Gutscher (1943 bis 1955). Das Sigristenehepaar Max und Ida Keller-Weber wirkte von 1926 bis 1948. Im Jahr 1956 wurden drei neue Glocken aufgezogen und der 1932 gegründete Kirchenchor feierte 1982 sein 50-Jahr-Jubiläum und wurde 2005 aufgelöst. Letzter Präsident war Dr. Leonhard Steinbeck und mit Elsi Wildi (Sattlers), die im September ihren 99. Geburtstag feiern konnte, lebt noch ein Gründungsmitglied.

Bilder: Peter Siegrist liess rund 500 Jahre Menziker Kirchengeschichte aufleben.

Kirchenpflegepräsidentin Ruth Weber ehrte Hans Gautschi

. . . und Hermann Räss.

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