Am Freitag kurz nach Mittag stiegen Sängerinnen und Sänger des Klubs sowie deren Angehörige in den bereitstehenden Bus und liessen sich von Felix Ackle bequem Richtung Osten chauffieren. Bei unvergleichlicher Aussicht auf den Bodensee und überaus freundlich bewirtet, genossen wir eine erste Zvieri Pause auf dem Rorschacherberg. Mit einem fröhlich vorgetragenem «e gschänkte Tag» verabschiedeten wir uns zur Weiterfahrt. Mehrere Grenzen überquerend fuhren wir über Vorarlberg, Bayern, Baden-Württemberg, an der Rhein-Donau-Wasserscheide vorbei, Richtung Osten nach Kempten. Ohne Verzögerungen kamen wir im Hotel an, wo uns ein feines Nachtessen serviert wurde. Der offerierte landestypischen Haselnusslikör mundete allen und hob die Stimmung. Ganz spontan kamen wir zu einem ersten Auftritt an einer Hochzeitsfeier im gleichen Haus. Das Brautpaar und Gäste aus aller Welt waren ganz aus dem Häuschen, ob der für sie ungewohnten zahlreichen Jodeldarbietungen.

Am Samstagvormittag kamen wir zur besonderen Ehre eines offiziellen Empfanges, durch die Stadträtin der Stadt Kempten, Frau Silvia Rupp, im mittelalterlichen denkmalgeschützten Rathaus. Neben sehr netter Begrüssung und Bewirtung erfuhren wir, das Kempten die älteste schriftlich erwähnte Stadt in Deutschland ist. Karl IV, Kaiser Friederich III und Kaiser Maximilian I haben in diesem Haus gewirkt. Auf dem langgestreckten zur heutigen Altstadt gehörenden Rathausplatz, umgeben von gotischen Bauwerken, sangen wir zur Freude von vielen Passanten unsere Jodellieder. Ganz besondere Beachtung fanden auch unsere zwei Alphornisten, Matthias Hunziker und Paul Roth, welche auf ihren imposanten Instrumenten stimmungsvolle Stücke vortrugen. Nach einem Stadt- und Marktrundgang fanden wir uns pünktlich zur Weiterfahrt nach Hopfen am See ein. Auf Landstrassen und Waldwegen, an Fuchs und Reh und sattgrünem Bauernland vorbei, fuhren wir bequem durch das sanft gewellte Alpenvorland des östlichen Allgäus zu unserem nächsten Ziel:

«Wenn wohlgefüllte Gläser klingen, wenn frohes Lachen Du vernimmst, wenn Tellerdüfte leise schwingen, ist man auf Gäste eingestimmt. Dann tritt herein und setz Dich nieder, geniess und komm’ bald wieder.» So gastfreundlich wurden wir von unserem langjährigen Ehrenmitglied und Sponsor, Adolf Stegmann, seiner Familie und Freunden, zu köstlicher Speise und Trank im Haus Hopfensee empfangen. Auch hier genossen wir bei schönstem Sonnenschein einen wunderbaren Blick auf den Hopfensee und die ihn umgebenden Berge. Dass wir uns für die grosszügige Einladung und Treue zu unserem Verein mit zahlreichen Jodelliedern revanchierten, war keine Frage. Bis in die Nacht hinein wurde in Freundschaft gefeiert und gesungen.

Schon war das Ende unserer Reise in Sicht, als sich am Sonntag alle wieder beim Bus besammelten. Über die deutsche Alpenstrasse fuhren wir an den Bodensee zu einem letzten Zwischenhalt auf dem Bregenzer Hausberg, dem Pfänder. Auf 1.064 Metern Höhe, bei weiten Ausblicken auf den Bodensee, die Städte und Dörfer entlang seines Ufers und auf die Österreichischen und Schweizer Berge fiel uns Atmen und Singen leicht. Die zahlreichen anderen Gäste auf dem Berg fanden sich rasch ein und wurden mit dem «Hüeterbueb» und «Jung sy» sowie zwei Alphornstücken überrascht. Nach einem kurzen Imbiss brachte uns die Bahn wieder ins Tal zurück. Etwas müde, aber mit vielen schönen Erinnerungen trafen wir am Sonntagabend wieder in Frick ein. Ein herzliches Dankeschön geht an die Organisatoren der Reise, an unseren Dirigenten, Matthias Hunziker, und unseren Chauffeur, Felix Ackle.