Erlinsbach

interessante Pilzexkursion der Umweltkommission Erlinsbach

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Über 50 Interessierte, darunter auch ein paar Kinder, kamen zur Pilzexkursion der Umwelt-kommission Erlinsbach. Sicher machte es auch das perfekte Wetter aus, dass soviele kamen, aber auch das grosse Interesse, das man hat für die Pilze. Dazu kamen die Themen Ökologie der Pilze, ihr Zusammenleben mit den Bäumen und Bestimmung von Pilzen, ihr Speisewert und Giftigkeit. Das versprach spannend zu werden. Der Präsident der Umweltkommission, Beat Brunner, begrüsste die Anwesenden und freute sich über die schöne Anzahl. Danach übergab er das Wort dem offiziellen Pilzkontrolleur Otto Bitterli. Dieser macht die Pilzkontrolle seit 45 Jahren und er sagt, er sei schon als Bub mit dem Vater im Wald Pilze sammeln gegangen. Er kontrolliert täglich die Pilze, die ihm die diversen Sammler bringen. Vieles muss man danach fortwerfen, da nicht geniessbar oder sogar giftig. Es ist schon wichtig, dass ein versierter Kenner die Pilze jeweils kontrolliert. Bald geht er mit der Gruppe in den Wald. Wo es schön moosig ist und feucht, da wachsen die Pilze am liebsten. Von allen Seiten kommen die Pilzler mit einem Pilz daher und Herr Bitterli bestimmt sie und zeigt, worauf man achten muss, damit man sie erkennt. Da gibt es Lamellen, diverse Farben, diverse Hüte usw. das meiste, das ihm gebracht wird, ist nicht geniessbar, ja sogar giftig, wie der Knollenblätterpilz, der in einem Korb von Pilzen alle ungeniessbar macht und schwere Vergiftungen auslöst. 20 Gramm davon sind tödlich oder lösen schwere Leberschäden aus. Otto Bitterli erzählt dass es 160'000 Arten Pilze gebe. Natürlich sind viele davon sehr klein und man sieht sie nicht sofort. Aber wie er auch sagt «Ohne Pilze kein Leben». Dann zählt er ein paar Namen auf: Frauentäubling, Elfenbeinschneggling, Gallenröhrling, klebriger Röhrling, Hexenröhrling. Die Namensgeber waren auf jeden Fall phantasievoll. Aber die Namen sind auch vielmals auf Eigenschaften des Pilzes zurückzuführen. Viele Pilze sind schmackhafter als der Steinpilz, der auch gefunden wurde als ein ca. 15 cm grosses Exemplar. Da leuchteten die Augen !

Wenn man nicht ganz sicher ist, was für ein Pilz es ist, kann man auch ein kleines Stück abbrechen und probieren. Natürlich nicht von einem Knollenblätterpilz, aber die Pilze haben z.B. Pfeffer-geschmack oder Maronengeschmack. Beat Brunner erzählt über die Ökologie des Waldes. Auch der Wald spürt den Klimawandel und die Baumgrenze wandert immer höher, wenn es so heiss ist im Sommer und das Klima immer wärmer wird. Rottannen sind bald Mangelware deswegen, und die Bäume, die vor 1-2 Generationen gepflanzt wurden, um gutes Holz zu bringen, müssen zu früh abgeholzt werden und werden sogar nach China transportiert, weil der Markt in Europa übersättigt ist. Pilze im Osten der Schweiz sind teilweise noch kontaminiert vom Supergau in Tschernobil, weil die Radioaktivität sehr langsam abgebaut wird und die Pilze sehr viel aus der Erde aufnehmen.

Immer noch bringen Kinder und ihre Eltern Otto Bitterli Pilze von allen Seiten, nur langsam kommt die Gruppe vorwärts und die Zeit läuft im Flug davon. Er schneidet ein Hexenei auf. Im Innern sieht es fast aus wie eine Kiwi, und es hat einen weissen, kleinen Kern. Nur dieser wird genutzt. Da braucht es schon einige Exemplare, bis es eine Chochete gibt. Pilze sammeln ist im Kanton Aargau und Solothurn frei, es gibt aber einige andere Kantone, wo man nur zu bestimmten Zeiten und eine bestimmte Menge sammeln darf. Und es gibt sogar bestimmte Arten von Pilzen, die man gar nicht nehmen darf. Nur anschauen und evtl. ein Foto machen zum Zeigen. Es ist eine sehr komplexe Wissenschaft und wenn man sich darin vertieft, wird man immer wieder überrascht von der Natur und ihren Zusammenhängen. Der sehr sympathische Otto Bitterli hat versucht, uns das Ganze, auch mit seinem kernigem Humor, näher zu bringen. Man merkt, dass er grosse Freude daran hat. Das ist ihm sicher gelungen, er hat viel fundiertes Wissen und Beat Brunner hat mit seinem Wissen das Ganze noch ergänzt. Noch lange stehen einige Teilnehmer um die Beiden herum und wollen noch mehr wissen, noch mehr mitnehmen vom Wissen. Es war ein sehr gelungener Anlass der Umweltkommission. Wir sind gespannt auf die weiteren Anlässe, die sicher auch sehr interessant sein werden.

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