Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) beauftragte ein Team von Bildungswissenschaftlern bestehend aus, Prof. Dr. Jessica Löscher, Universität Hannover, Prof. Dr. Tina Hascher, Universität Salzburg, Prof. Dr. Rolf Werning, Universität Hannover und Prof. Dr. Herbert Altrichter, Universität Linz die Umsetzung der integrierten Heilpädagogik (IHP) an Aargauer Schulen zu überprüfen. Neben anderen Schulen  besuchten die 4 Experten am Donnerstag, 24. Mai 2012 auch die Schule Seon. Sie führten Gespräche mit Lehrergruppen, Schulischen Heilpädagoginnen, Schulleitungsmitgliedern und Schülergruppen. Zusätzlich besuchten sie den Unterricht in Unterstufe, Mittelstufe und Oberstufenklassen. Der Schulleitung gegenüber fassten sie danach ihre gewonnen Eindrücke und Information der Umsetzung von IHP an der Schule Seon wie folgt zusammen:

Nach einer kurzen Umsetzungsphase von 4 Jahren ist IHP auf allen Stufen bereits sehr gut eingeführt und stösst bei den meisten Lehrpersonen auf eine hohe Akzeptanz. Die Zusammenarbeit von Schulischen Heilpädagoginnen und Lehrpersonen wird sehr geschätzt, wobei die räumlich gut ausgestattete Schule die Arbeit der Lehrpersonen unterstützt. In den Unterrichtsbesuchen konnten gut etablierte individuelle Planarbeiten beobachtet werden können. Auffallend sind die vielen selbständig arbeitenden Schüler. Nach deren Aussagen fühlen sich auch leistungsschwächere Schüler an der Schule und in ihren Klassen wohl. Der Umgang der Schüler untereinander und der Lehrpersonen mit den Schülern wird als wertschätzend wahrgenommen, was u.a. auch die Folge davon ist, dass viel in das Thema „Gemeinschaft“ investiert wird. Für lernschwache Schüler gibt es in einer IS-Klasse immer wieder Situationen mit „Leerlauf“-Charakter und trotzdem ist die Menge an Anregungen, durch Beobachten und dabei sein mit stärkeren Schülern, weitaus grösser als wenn diese eine Sonderbeschulung besuchen müssten. Darin liegt auch ein grosses Potential zur Weiterentwicklung des Unterrichts in den Sozial- und Selbstkompetenzen. Gesamthaft zeigt sich auch an unserer Schule, je mehr Team-Gefässe, je intensiver die Zusammenarbeit, desto besser die Kooperation und desto grösser die Schul- und Unterrichtsentwicklung.

Die Experten werden nun ihre an den besuchten Schulen gesammelten Daten zusammenfassen und einen Bericht zum Stand  der Umsetzung von IHP im Kanton Aargau erstellen. (sra)