Kleindöttingen (Böttstein)

In Zermatt haben sich die Touristen nach ihnen umgedreht

megaphoneLeserbeitrag aus Kleindöttingen (Böttstein)Kleindöttingen (Böttstein)

18 Turnerinnen der Frauenriege Eien-Kleindöttingen sind am 20. August für zwei Tage ins Wallis verreist. Mit im Gepäck: neuer Vereinstrainer und neues Vereins-T-Shirt.

In aller Herrgottsfrühe mussten die Frauen an diesem Freitagmorgen aus den Federn, denn um 6.06 Uhr fuhr der Zug von Döttingen nach Zürich HB. Die Pendler sassen müde verstreut, jeder für sich in einem Viererabteil, bis die muntere Frauenschar sich zu ihnen setzte und in die Ecke drängte. In Zürich begrüssten sie auf dem Perron Kollegin Helene, die von Hausen angereist war und stiegen dann in den Zug nach Visp. Helene verteilte Gipfeli und Schoggistängeli und jede hätte dazu gerne einen Kaffee geschlürft, aber der Getränkewagen tauchte erst ganz kurz vor dem Lötschbergtunnel auf, sodass einige auf die schwarze Brühe verzichteten. In der Matterhorn-Gotthardbahn hatten die Ladies ein ganzes Abteil für sich.

Programmänderung infolge Wettervorhersage

Da die Reiseleitenden Gertrud und Maja befürchteten, dass das Wetter am Samstag schlecht sei, stellten sie kurzerhand das Programm auf den Kopf. Schliesslich prophezeite Ritas Wetteralarm auf dem Handy nichts Gutes. So wurde beschlossen, dass die acht Frauen, welche die längere Wanderroute wählten, ihre Tagesrucksäcke packen und bereits in Täsch aussteigen sollen. Die restlichen Kolleginnen wären sicher so nett, ihre grossen Rucksäcke mit ins Hotel zu schleppen, das ja nur drei Minuten vom Bahnhof Zermatt weg liege. Vor lauter Wetterdiskussionen und Wetteralarmen auf den Handys wären die acht in Täsch fast sitzen geblieben. Den Aufstieg zur Täschalp mussten sie nicht selber bewältigen. Sie setzten sich bequem ins Bergtaxi und schnallten sich an. Der Gurt, den sich Gertrud geschnappt hatte, wollte partout einfach nicht passen. Kein Wunder - sie hatte sich den Gurt von Rosmaries Sitz, die vor ihr Platz genommen hatte, gegriffen.

Logieren inmitten von Zermatt

Schwer beladen schlängelten sich die zehn Frauen am Zielort Zermatt durch die Touristen zum Hotel Derby, immer auf der Hut, nicht von einem rasanten Elektrotaxi überrollt zu werden. Fast alle Zimmer waren schon bezugsbereit. Wenig später standen alle wieder auf der Strasse. Jeannette, Lisbeth, Inge und Eva beschlossen, als erstes Zermatt genauer unter die Lupe zu nehmen. Alle anderen marschierten los zur Alpen-Metro, der sie in zehn Minuten zur Sunnegga auf 2300 m beförderte. Sie wanderten gemütlich den Kolleginnen entgegen, die sie in Tufteren treffen wollten. Sie waren schon fast beim Restaurant, als sie die ersten Regentropfen spürten. Als es fester zu regnen begann, schlürften sie bereits genüsslich einen Teller Minestronesuppe. In nassen Regenumhängen trafen nach zwei Stunden Marschzeit auf dem Europaweg die Kolleginnen ein. Das Matterhorn war in Wolken gehüllt, dafür haben sie am Wegrand Edelweisse entdeckt. Nach einer Stärkung wanderten alle zusammen trocken zurück zur Sunnegga. Gertrud, Susanne, Rosmarie und Isabelle stiegen zu Fuss nach Zermatt hinunter, die anderen bequem mit der Standseilbahn.

Extrem aufgefallen zwischen all den vielen Touristen

Wenn 18 Frauen in einheitlicher Vereinskleidung auftreten, fällt das auf und in leuchtender Farbe „Aqua" sogar so extrem, dass sich alle nach ihnen umdrehten. Im Zentrum des wohl bekanntesten Touristenortes der Schweiz, vor dem Matterhornmuseum posierten sie für das erste Gruppenfoto im neuen Outfit. Hungrig spazierte die „türkisfarbene Wolke" zurück zum Hotel, wo ihnen ein feines Nachtessen serviert wurde. Ein harmloses Gewitter brachte in dieser Zeit Wind und Regen. Nach dem Znacht wurde jeder zum Erstaunen noch ein „Shot", ein kleiner Drink, serviert. Danach waren einige so müde, dass sie am Tisch fast einnickten und sich darum bald in ihre Zimmer verzogen. Sieben Frauen setzten sich aber ins Restaurant und sammelten beim Kartenspiel unfreiwillig mehr oder weniger „Hornochsen". Eine halbe Stunde vor Mitternacht zahlten sie und entliessen den armen Kellner in den Feierabend.

Nicht zum Schlafen nach Zermatt gekommen

Lisbeth, Trix, Eva, Daniela und Silvia zogen noch einmal los. Im „Pöstli" liessen sie in der Bar und der Disco bei Musik und Schlummerbechern den Abend genüsslich ausklingen. Gegen 1.30 Uhr schlenderten sie zum Hotel zurück und staunten, dass zu dieser Zeit mehr Volk unterwegs war, als tagsüber in Kleindöttingen. In den Zimmern war es ziemlich warm, sodass alle bei offenem Fenster schlafen wollten, was nicht unbedingt „Nachtruhe bedeutete". Auf der Strasse wurde gequatscht und ein erneutes Gewitter liess Giesskannen über die Balkone rutschen. Mehr oder weniger ausgeruht fanden sie sich zwischen acht und halb neun zum Morgenessen ein. Um halb zehn deponierten sie das grosse Gepäck in der Lobby, startbereit für den zweiten Tag. Über Zermatt lag Nebel. Trotzdem begaben sich alle zur Talstation der Matterhorn-Express-Gondeln. Gertrud, Susanne, Rosmarie, Isabelle und Maja fuhren hoch bis zum Schwarzsee. Alle anderen stiegen in Furi aus.

Rosmarie hat immer Handschuhe im Rucksack

Auf 2500 m waren sogar Schneeflecken anzutreffen. „Gfrörli" Maja war unheimlich froh, als Rosmarie ihr die Handschuhe auslieh, denn sonst wären ihre Finger bei einer Temperatur um Null Grad an diesem Tag wohl erfroren. Mehr oder weniger zügig marschierten sie hinunter zur Staffelalp, denn immer wieder bückte sich Rosmarie nach einem Stein. Als Sammlerin trägt sie von überall solche Kostbarkeiten nach Hause. Nur fragte sie stets: Welcher ist jetzt schöner? Welchen soll ich einstecken? Allmählich riss der Himmel auf und die Temperatur wurde angenehm warm. Alle zogen ihre ein bis zwei Jacken aus, sogar Maja und schmierten sich Sonnencreme ins Gesicht. Auf der Sonnenterrasse bestellten sie Nudeln, die trieften vor Olivenöl. Zur Belustigung schaffte es keine, die Dinger ohne zu Kleckern zu essen. Ihre Marschroute führte anschliessend vorbei an Zmutt hinunter nach Zermatt.

Von leisen Rasern fast überrollt

Helene, Yvonne, Claire, Therese und Silvia marschieren von Furi nach Zmutt. In einer Kurve wären sie von einem Auto fast überfahren worden, das leise und schnell den Weg hinuntersauste. Auch vor den Monstertrottis mussten sie sich in Acht nehmen. Im idyllisch schönen Zmutt setzten sie sich nicht auf die Sonnenterrasse des grossen Restaurants. Sie wollten eine der kleinen Beizen unterstützen. Sie bestellten bei der Kellnerin einen „guten" Kaffee und staunten nicht schlecht, als sie zum grossen Restaurant losmarschierte. Die Frau erklärte ihnen dann, dass es im Örtchen eigentlich nur zwei Beizen gäbe. Nach der gemütlichen Pause kehrten sie auf dem gleichen Weg nach Furi zurück, denn sie hatten eine Rückfahrkarte Furi-Zermatt im Sack.

Höhentauglichkeitstest

Alle anderen Frauen hatten lediglich die im Juni eingeweihte Hängebrücke im Visier. Nach einem kurzen Aufstieg betraten sie wagemutig das 100 Meter lange Bauwerk 90 Meter über der Gornerschlucht. Einen Blick in die Tiefe wagte jedoch nicht jede. Nach diesem eindrücklichen Erlebnis stiegen sie nach Furi hinunter, wo sie beim Mittagessen das herrliche Wetter genossen. Sonnenanbeterin Trix genoss die Strahlen in vollen Zügen und auch andere sah man ihre T-Shirt-Träger verschieben.

Wunderschöne Sicht auf das Matterhorn

Auf der Fahrt hinunter nach Zermatt blickten alle bergwärts zum wohl bekanntesten Gipfel der Schweiz. Nur ein klitzekleines Wölkchen neben der Spitze war am blauen Himmel zu erkennen und man hätte meinen können, der Berg rauche. Auf dem Weg zurück zum Hotel tätigten einige noch wichtige Einkäufe: Rita und Lisbeth erstanden ein schönes Foulard für den Eigengebrauch und andere ein Bergsteigerbrot für die Daheimgebliebenen. Kurz nach halb vier starteten sie die Heimreise. In Visp blieb für das Umsteigen wenig Zeit und kaum auf dem Perron nach Bern angekommen drängte der Bahnangestellte zum Einsteigen.

Fälschlicherweise im Entlastungszug gelandet

Helene zählte die Frauen und war froh, als alle im Zug waren, als die Türen schlossen. Da für die Gruppe im zweitvordersten Wagon reserviert sei, drängten sie durch die vielen Passagiere, fanden aber nirgends die reservierten Plätze. Die Zugbegleiterin forderte sie auf, einfach irgendwo Platz zu nehmen und erklärte den verdatterten Frauen, sie seien im falschen Zug, dem dazwischen geschobenen Entlastungszug, anstatt dem regulären Zug. Der Rest der Fahrt ging dann aber problemlos vonstatten.

Pizza essen anstatt selber kochen

Fast die ganze Schar traf man anschliessend noch im Kleindöttinger Bistro, wo sie bei Getränken und einem Stück Hauspizza den Abend ausklingen liessen. Schliesslich hatte keine Lust, abends um 20 Uhr noch in der Küche zu stehen und zu kochen. Alle sind der Meinung: Es war eine tolle Reise! An dieser Stelle Gertrud und Maja noch einmal ein dickes Dankeschön für die Organisation.

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