In Kirchleerau fieberten 250 Kinder mit Aschenbrödel

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Der zur Tradition gewordene Märchennachmittag der Clientis Bank soll erhalten bleiben

Solange der bereits zur Tradition gewordene Märchennachmittag, den die Clientis Bank Leerau im Vorfeld der Adventszeit offeriert, die Leerber Turnhalle zu füllen vermag, soll er erhalten bleiben, kündigte Lotti Kyburz an. Geboten wurde dieses Jahr «Aschenbrödel», köstlich inszeniert vom Reisetheater Zürich.

Viele Grossmütter, aber auch ein Grossvater waren auszumachen unter den rund 250 Theaterbesuchern vom Mittwochnachmittag in der Leerber Turnhalle. Eingeladen hatte die Clientis Bank Leerau, die Lehrlinge organisieren jeweils diesen Anlass von A bis Z, unterstützt von Lotti Kyburz von der Clientis-Geschäftsleitung. Für viele Familien gehört dieser Theaterbesuch längst zur Lieblingsveranstaltung im Vorfeld der Adventszeit, und sie warten sehnsüchtig darauf. Die Schauspieler des Reisetheaters Zürich sind professionell, und sie gehen voll auf die Kinder ein. Das Publikum von Leerau wird von ihnen bevorzugt, weil die Kinder spontan mitmachen. Es gehört nämlich zur Spezialität dieser Truppe, die Kinder immer wieder zum aktiven Mitmachen zu animieren - natürlich nicht auf der Bühne, sondern akustisch vom Zuschauerraum aus.

Mitfiebern war Voraussetzung. So verfolgten an die 500 Kinderaugen, wie Aschenbrödel von ihren Schwestern und ihrer Stiefmutter gequält und schikaniert wurde. Während die Stiefschwestern ihre schönsten Kleider hervorholten, um auf dem Schloss beim grossen Tanzfest gute Figur zu machen - immerhin ging es darum dem Prinzen zu gefallen, der sich endlich vermählen sollte - musste Aschenbrödel putzen und Linsen sortieren, die ihr die Stiefmutter sogar in die Asche schüttete, damit die Arbeit unendlich lange dauern sollte.

Der Hilferuf in den Himmel zu ihrer verstorbenen Mutter zeigt aber Wirkung. Himmlische Täubchen kamen dem armen Mädchen zu Hilfe und sortierten die Linsen in Windeseile. Aber die Stiefmutter hatte noch mehr Linsen im Vorrat. Danach war es zu spät, ein passendes Kleid zu finden und die Asche abzuwaschen.

Sie blieben sitzen. Die Täubchen halfen aber auch hier wieder dem Aschenbrödel - sie wurde die strahlende Herzdame des Prinzen, dieweil die beiden Stiefschwestern sitzen blieben oder von anderen, schmierigen Männern aufs Parkett geführt wurden. Höllenqualen musste dabei die ältere der beiden ausstehen, denn sie trug Schuhe, die zwar schön anzuschauen waren.

Wie freuten sich die Kinder, als im allerletzten Moment, bevor der Prinz die Suche nach der richtigen Frau abbrechen wollte, Aschenbrödel in den Schuh schlüpfte - und er passte wie angegossen, während ihre Schwestern eine mit abgeschnittenen Zehen, die andere mit einer abgeschnittenen Ferse mit schmerzzerrissenen Fratzen dastanden.

Nicht enden wollte der Applaus, als es hiess: «...und wenn sie nicht gestorben sind...!» Ein kleines Bhaltis von der Bank soll die Kinder noch lange an den erspriesslichen Nachmittag erinnern. (lky)

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