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„Fahrer Psalmen“ der Öffentlichkeit im Kloster Fahr präsentiert

Eine literarische Jugendvesper in der Klosterkirche Fahr bot vergangenen Sonntag den Rahmen, um das erste „Fahrer Psalmen-Buch" der Öffentlichkeit zu präsentieren. 48 junge Menschen hatten seit Dezember vergangenen Jahres ihre Beiträge eingereicht, zur feierlichen Vesper kamen auch Freunde und Bekannte des Klosters.

Von einem „durchschlagenden Erfolg" sprach Priorin Irene Gassmann, Initiatorin des engagierten Literaturprojekts, das vor einem Jahr als Folgeprojekt eines Literaturwettbewerbs gestartet wurde. Junge Leute zwischen 16 und 30 Jahren wurden dazu eingeladen, zwei Tage im Kloster Fahr mit zu leben und ihre Gedanken und Erfahrungen in Form eines Psalms zu Papier zu bringen. In einer entsprechend eingerichteten „Schreibzelle" fanden die jungen Dichterinnen und Dichter aus der Schweiz und dem benachbarten Ausland die erforderliche Ruhe. Leitfragen und Hinweise zum Kirchenjahr boten hilfreiche Anregungen. Entstanden ist ein 5cm dicker Ordner mit literarischen Versatzstücken - emotionsgeladen, verzweifelt bis zuversichtlich, angsterfüllt bis hoffnungsvoll - Psalmen eben, lyrische Formeln, die schon seit alttestamentlichen Zeiten den Menschen in seinem Grunddasein erfassen und vertrauensvoll an Gott gerichtet sind.

Die Publikation der Psalmen stehe nicht im Vordergrund, so Priorin Irene. Vorrangig sei das Schreiben selbst, die Einkehr in der klösterlichen Stille und bei sich selbst. Berührend sei die offizielle Übergabe der Psalmen jeweils am Ende des Aufenthalts in der Schreibzelle, ergänzt Priorin Irene. Die Teilnehmeinnen lesen ihre Psalmen laut vor und übergeben sie dann der Priorin als Repräsentantin des Klosters Fahr. Für die Teilnehmerinnen war die Zeit im Kloster eine ebenso tiefgehende Erfahrung. Manch eine ist schon ein zweites Mal im Fahr eingekehrt.

Mit der literarischen Jugendvesper am 28. November 2010 wurde der Erste Psalmenzyklus offiziell beendet. Ein feierliches Programm bot den entsprechenden Rahmen. Die engagierte und begeisterungsfähige Chorleiterin Ruth Mory-Wigger, begleitet vom versierten Organisten Martin Hobi, stellte aus Teilnehmern und Freunden und den Schwestern des Klosters einen Ad-hoc-Chor zusammen, der die anschließende Jugendvesper feierlich umrahmte. Die Liedhefte zierte ein Leier spielender König David, der Stammvater der Psalmisten. Engagierte Helferinnen und Helfer des Vereins Pro Kloster Fahr sorgten mit einem Stehimbiss und einem abschließenden adventlichen Umtrunk für das leibliche Wohl. Die Gäste nutzen die Gelegenheit für persönliche Begegnungen und den Erfahrungsaustausch mit den anderen Teilnehmern.

Aufgrund des beeindruckenden Erfolgs soll die Schreibzelle auch im kommenden Jahr offen bleiben. Ein zweites „Fahrer Psalmen-Buch" könne so entstehen. Dies kündigte Priorin Irene Gassmann in ihren abschließenden Worten an. Drei Anmeldungen gebe es bereits.

Weitere Infos zur Schreibzelle im Kloster Fahr: www.kloster-fahr.ch

Maria Egartner

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