Ende Oktober 2010 endete der zweijährige Grundkurs des Bienenzüchtervereins Aargauisches Suhrental. Als der Jungimkerkurs am 21. Februar 2009 begann, hatten die einen bereits eigene Erfahrungen mit dem Imkern, die anderen kannten das Bienenhandwerk nur vom Hörensagen und von den Bienenstichen. Dieter und Ernst haben uns in den zwei Jahren an sehr vielen Höhen und Tiefen des Imkerlebens teilhaben lassen und uns seriös auf das eigenständige Imkern vorbe-reitet. Von den Juniorinnen bis zum Senior waren alle Altersschichten vertreten im Kurs. Die meisten sind schon eifrig am Imkern und haben sich in den letzten zwei Jahren ein eigenes klei-nes Bienenreich eingerichtet. Von der Theorie zum Imkerhandwerk ist das Eine, aber das Einbe-ziehen von Wetter, Temperatur, Beobachtungen der Natur und der Bienen am Flugloch sind die andere Seite. Das Eine kann man mit Wille und Fleiss lernen, aber die übrigen Faktoren, die die Entscheidungen des Imkers beeinflussen, bedingen ein Interesse an der Natur und sehr viel Er-fahrung. Das wird in den nächsten Jahren die Hauptaufgabe der Jungimker sein - zu lernen, wann welche Arbeiten auszuführen sind und warum es im folgenden Jahr wieder einen anderen Terminplan gibt. Dieter und Ernst haben es nicht versäumt, uns an allen nur möglichen Beson-derheiten und Höhepunkten der Imkerei teilhaben zu lassen.
Waren die Arbeiten an den Bienenvölkern noch voll im Normalbereich der Ausbildung, war die Räuberei im Anschluss an einen Kursnachmittag schon ein erster Höhepunkt, der den Kursteil-nehmern in emotionaler Erinnerung bleiben wird.
Das überfallene Volk konnte sich nicht mehr wehren und wurde vollständig ausgeraubt und ver-nichtet. Dass die zwei daneben stehenden Magazine nicht ebenfalls ausgeraubt wurden, war dem entschlossenen Eingreifen der Kursleiter zu verdanken.
Das Auftreten der Sauerbrut in der Region brachte uns die Problematik Sauerbrut hautnah ins Bewusstsein. Das saubere Arbeiten mit den Gerätschaften wurde nochmals um einen Zacken ver-schärft, und die verschiedensten Vorsichtsmassnahmen wurden zur Regel. Dass der Kurs trotz diesen Schwierigkeiten im Lehrbienenstand weitergeführt werden konnte, war der besonnen Vorgehensweise unserer Berater zu verdanken. Auf die Besichtigung der Bienenstände von Kursteilnehmenden wurde aus verständlichen Gründen verzichtet.
Am 5. Juni überraschte uns die Kursleiter mit etwas Speziellem. Wie sie das "organisierten" bleibt ihr Geheimnis: Ein Schwarm aus dem Bienenhaus machte sich während des Kurses auf und davon. In etwa 20-30 Meter Entfernung vom Bienenhaus liess er sich auf einem der unteren Äste einer Buche nieder. Nachdem sich der Schwarm einigermassen geformt hatte, dislozierte der ganze Kurs zum Ort des Interesses. Die Strategie zum Einfangen des Schwarms wurde diskutiert und von den Kursleitern erläutert. Nach dem Abschlagen des Schwarms in die Kiste, wurde diese unter den Baum in den Schatten gestellt, damit die noch herumschwirrenden Bienen von den Düften der Königin angezogen, durch das enge Loch zum Schwarm einmarschieren konnten. Am Abend wurde das Loch geschlossen und der Schwarm in Kellerhaft genommen.
Daneben haben wir aber auch alle "normalen" Imkerarbeiten im Laufe des Jahres lernen dürfen und konnten diese im zweiten Jahr mit schon eigenen Erfahrungen gepaart noch intensiver erle-ben. Alle KursteilnehmerInnen danken Dieter Brunold und Ernst Baumann für die informative und seriöse Art des Unterrichts, die guten Ratschläge beim Aufbau einer eigenen kleinen (oder grösseren) Imkerei, sowie die guten Tipps bei auftretenden Problemen rund um die Bienen.