Würenlingen (lb) Oh, nein, sagten zwei hübsche junge Damen, als sie in Baden den Zug besteigen wollten und mit Schrecken das Schild „Reservation Pro Senectute“  lasen. Oh ja, dachten die 34 froh gelaunten Seniorinnen und Senioren, als sie erwartungsvoll den Zug bestiegen.

Kurz nach sieben Uhr in gings los Richtung Zürich. Der Zürichsee und der Walensee zeigten sich bei der Vorbeifahrt im schönsten Morgenlicht. In Landquart wurde auf die RhB umgestiegen. Durch das Prättigau ging es nun hinauf nach Klosters  und durch den Vereinatunnel ins Unterengadin nach Scuol. Der Bus brachte nun die Wanderer hinauf zum Ausgangspunkt der Wanderung nach Ftan. Hier oben auf 1600 Meter wehte ein frischer Wind frischer Wind, sehr angenehm zum Wandern .

Der Weg führte nun der alten Engadinerroute entlang hoch über dem Inn in Richtung Osten. Bald erreichte die Wanderschar die Muglin da Ftan. Der Anbau von Roggen, Weizen und Gerste sicherte während Jahrhunderten die Selbstversorgung im Unterengadin  von Mensch und Tier. Die alte Mühle von Ftan ist der letzte Zeuge dieser vergangenen Epoche und erzählt von der einstmals reichen Kornkultur. Zeugen jener Zeit sind auch die vielen noch erhaltenen Geländeterrassen .

Der Wanderweg führte nun zu einer Brücke, die bereits im 9.Jh das Flüsschen Tasnan überquerte. Die Wanderung ging weiter, hinauf zur Ruine Chanoua.  Der Verkehr Österreich – Lombardei wickelte sich auf der alten Engadinerstrasse ab, die durch die Fraktionen Chanoua und Bos-cha führte. Die Sust Chanoua, die bereits im neunten Jahrhundert erwähnt wurde, war damals ein wichtiger Treffpunkt für Wanderer und als Umschlagplatz im Güterverkehr. Auf diesem markanten Übergang gab es auch eine Rast und Zeit für die Verpflegung der unternehmungslustigen Zurzibieter Wanderer.

Weiter ging es hinunter nach Ardez. Markante, mit Sgraffiti geschmückte Engadinerhäuser bilden den Dorfplatz unterhalb der Kirche. Viele dieser  schönen Häuser stehen auch an der Ausfallstrasse des Dorfes. Kaum zu glauben, dass der ganze Verkehr bis 1978 durch diese engen Strassen geführt worden ist.

Über die Fraktion Bos-cha erreichten die Wanderer das Dorf Guarda. Malerische Hauswinkel, romantische Plätze, prächtige Engadinerhäuser, grob gepflästerte Strassen geben dem Dorf seinen Charakter. Die vermeintlichen Steinhäuser sind aus Holz gebaut und mit einer dicken Kalkschicht versehen. Die Fenster sind klein und in tiefen abgeschrägten Brüstungen versenkt. Diese Bauweise bietet einen maximalen Schutz vor Kälte. Die Sgraffitti, welche an allen Häusern zu sehen sind, werden in die letzte, oberste Kalkschicht, eingeritzt solange diese noch feucht ist. Auf diese Weise wird die untere gelbe oder einfach dunklere Kalkschicht frei gelegt. Damit wird  die Schrift oder das Motiv erkennbar.

Mit einem kleinen Bus verschob sich nun die Wandergesellschaft zur Bahnstation Guarda. Mit der RhB und der SBB wurde der Rückweg angetreten. Elisabeth und Reto Klein haben den Teilnehmern wieder einmal mehr einen wunderschönen, erlebnis-  und lehrreichen Wandertag geschenkt. Dafür sei ihnen an dieser Stelle recht herzlich gedankt.