Dintikon

Im Gedenken an Alois Heubacher-Meyer, Dintikon

megaphoneaus DintikonDintikon

An der Abdankung in der Mehrzweckhalle der Gemeinde Dintikon am 13. September 2019 hat eine unglaublich grosse Trauergemeinde von Alois Heubacher-Meyer Abschied genommen. Beim Ausflug mit seinem geliebten Töff hat sein Herz in der Nacht im Alter von nur 66 Jahren aufgehört zu schlagen. Viele glückliche und schöne Erinnerungen an ein arbeitsames, fürsorgliches und erfülltes Leben bleiben.

Alois wurde am 10. November 1952 als 4. Kind von Julius und Maria Heubacher-Seewer geboren. Zusammen mit seinen 5 Geschwistern wuchs er an der Ammerswilerstrasse in Dintikon auf.

Während der Schulzeit lernte er seinen besten Freund und späteren Schwager Röbi kennen. Statt den Religionsunterricht zu besuchen, gingen sie lieber mit dem Töffli seines Vaters auf Tour um irgendwo Kirschen zu stehlen. Als es darum ging für den Eierauflest eine geeignete Partnerin zu finden, schlug Röbi Alois seine Schwester und spätere Ehefrau Alice gerne vor. Allerdings kamen sich Alois und Alice erst drei Jahre später beim Tanzen näher. 1973 wurde dann geheiratet und noch im gleichen Jahr kam der Sohn Thomas zur Welt. Als junger Papi nahm Alois Thomas gerne am Sonntag mit in den Frühschoppen oder sogar mit dem Lastwagen auf Tour. Im März 1978 wurde die Familie mit der Geburt von Tochter Regula komplett. Sie war sein Mädchen und eine tiefe Verbundenheit entstand zwischen Vater und Tochter.

Als Chauffeur bei der Firma Setz war Wisel viel unterwegs. Mit seinen Arbeitskollegen verband ihn eine langjährige Kameradschaft und manchmal beim Feierabendbier am Freitagabend ermahnte ihn der „Bären Fredi“, dass Zuhause die Familie und Kinder warten.

Im Sommer zog es die Familie immer wieder mit Freunden nach Italien ans Meer zum Campieren. Am Anfang kostete es jeweils viel Schweiss bis der Stangensalat vom Zelt endlich zusammen passte. Aber bis zum Ende des Urlaubs war immer alles perfekt eingerichtet. Mit dem Klappwohnwagen wurde dann alles viel einfacher und besser und er genoss die stille Zeit vor dem Zelt. Er beobachtete liebend gerne die Leute während sich die Familie am Strand verweilte.

Im Winter fuhr er gerne Ski, nur das Spiel „Eile mit Weile“ am Abend in den Skiferien konnte er überhaupt nicht ausstehen.

Im ersten Eigenheim in Hendschiken entdeckte er ein neues Hobby, das Kaninchenzüchten. Bis zu 40 Stück mussten gefüttert werden. Zusammen mit Thomas nahm er an vielen Ausstellungen teil (mit mehr oder weniger Erfolg). Die Erfolglosen landeten in der Pfanne. Er verbrachte den ganzen Sonntag damit, einen perfekten Kaninchenrollbraten vorzubereiten.

Nach 16jähriger Berufschauffeurzeit wechselte er als Hauswart und Bauamtsmitarbeiter zu der Gemeinde Hendschiken. Nun konnte er viel mehr Zeit Zuhause und mit seiner Familie verbringen. Ausserdem half er viel auf dem Bauernhof im Buchacker mit. Das ehemalige Zuhause seiner Frau Alice wurde auch für ihn zur zweiten Heimat. Seine beiden Kinder Thomas und Regula und die vier Kinder vom Buchacker waren sein ein und alles. Diese Bindung zog sich auch über die nächste Generation weiter. Für die Enkel und auch für die Nichten und Neffen war er Papi, Däddi, Grossätti, Freund und vieles mehr.

Vor 11 Jahren erfüllten sich Alois und Alice nochmals einen grossen Traum. Sie realisierten den Bau eines Einfamilienhauses mit Aussicht auf die Berge in Dintikon. Er kaufte sich einen Rapid und fuhr mit Lukas, Tobias, Nico und Reto in den Wald oder ins Blaue. Besonders beliebt waren die Ausflüge in die Ebni-Hütte, wo zum Zvieri ein Cervelat gebrätelt wurde. Die Kinder sprachen aus diesem Grund jeweils zu Hause nur noch vom „Motorendäddi“.

Als Schulhausabwart war er seinen Schülern immer gut gesinnt. Streikte ein Töffli oder hatte ein Velo ein Defekt versuchte er immer zu helfen. Auch die turnenden Vereine lagen ihm sehr am Herzen. Nicht unbedingt das Turnen, sondern eher die Geselligkeit und das gemütliche Beisammensein standen im Vordergrund. Er unterstützte sie aber tatkräftig bei der Durchführung von Anlässen. Er liebte seine Arbeit und pflegte die Umgebung und die Schulanlage in Hendschiken bis zu seiner Pensionierung gut.

Das Motorradfahren war seine Leidenschaft. Zusammen mit seiner Frau Alice machten sie viele Ausflüge und erkundeten die Schweiz. So fanden sie auch den Anschluss an den Motoclub Baden. Dort fühlte sich Wisel sehr wohl. Die gemeinsamen Ausfahrten bedeuteten ihm sehr viel. Auf den grossen Touren entdeckten sie wunderschöne Landschaften und Gegenden. Er war ein stiller Zuhörer, verfolgte aber interessiert die Gespräche. Der Zusammenhalt und die gute Kameradschaft prägten alle. So freute er sich unglaublich auf seine „erste“ 5-tägige Oldie-Tour Richtung Sachsen mit dem Motoclub, eine Tour unter Männern. 3 Tage waren sie bereits unterwegs und er genoss jede Minute in vollen Zügen. Am Mittwochnachmittag schwärmte er am Telefon mit Alice in den höchsten Tönen. Niemand sässe hinten auf, der ihm auf den Schenkel klopfe, wenn er mal zu schnell unterwegs sei. Am Abend sassen sie alle wie gewöhnlich beim Nachtessen zusammen und liessen den Tag Revue passieren. Bevor sie schlafen gingen, genehmigten sie sich einen Schlummertrunk. Dass Wisel, ihr Freund und Kamerad am Morgen nicht mehr aufwachen würde, konnte niemand ahnen. Alois hat sich in der Nach still und leise, ohne ein Wort, für immer im Schlaf verabschiedet.

Meistgesehen

Artboard 1