Freienwil

Im Dienst der Vögel

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Ende Oktober führt der Naturschutzverein Freienwil jeweils die Nistkastenreinigung durch. Eine wichtige Arbeit, die Vogelleben retten kann!

Buchfinken, Meisen, Feldsperlinge, Goldhähnchen, Heckenbraunellen und weitere Vogelarten leben im Wald von Freienwil. Ende Oktober, wenn die Brutzeit vorbei ist und sich viele Vögel auf den Weg nach Süden gemacht haben, pflegt der Naturschutzverein Freienwil jeweils die gut 130 Nistkästen. Reinigung und Unterhalt der Nisthilfen zählen neben der Landschaftspflege zu den wichtigsten Aktivitäten des 1934 (!) gegründeten Vereins.

Über ein Dutzend Mitglieder hat sich am vergangenen Samstagmorgen auf den Weg in die Vogelschutzhütte gemacht. Dort teilt der Verantwortliche René Jenni die Helfer in Gruppen auf und verteilt Karten von den einzelnen Gebieten, in denen die nummerierten Nistkästen eingetragen sind. Dann machen sich die Gruppen auf den Weg – zu Fuss oder mit Traktor.

Spatz oder Siebenschläfer?

Bei einem Nistkasten angekommen, wird dieser mit Hilfe eines langen Stocks vom Ast geholt und vorsichtig geöffnet. Das ist immer eine spannende Sache: «Wir wissen jeweils nicht, was uns im Innern erwartet», erklärt Vereinskassier Rico von Känel. Manche Kästen enthalten wunderbar konstruierte Schichten aus verschiedenen Materialien, andere wiederum sind leer. In einigen hausen gar Fledermäuse, Haselmäuse oder Siebenschläfer. Die Nistkästen sind aus Holz oder Ton gefertigt. Viele hängen seit Jahrzehnten im Wald.

Mit einem Spachtel entfernt von Känel jeweils den Inhalt: «Das ist nötig, um die Kästen von Parasiten zu befreien», erklärt der Feldornithologe. Würde man dies nicht tun, hätten die Jungvögel im nächsten Jahr wenig Überlebenschancen. Ende Februar/Anfang März beginnt die Balzzeit – danach werden die Nistkästen wieder bevölkert.

Defekte Kästen ersetzen

Fehlende Türchen lassen sich meist am Boden finden und werden direkt wieder angebracht. Beschädigte Kästen werden ersetzt. Bei der Reinigung wird auch erhoben, welche Kästen belegt waren. «Welcher Vogel da lebte, ist aber schwer festzustellen», so Rico von Känel. Der Kleiber jedoch ist leicht auszumachen: Er verklebt die Türchen oder Öffnungen jeweils mit Lehm und Speichel derart, dass kein anderes Tier hineinkommt.

Nach der gut dreistündigen Tour durch den Freienwiler Wald treffen sich die Gruppen wieder in der Vogelschutzhütte, wo Aktuarin Gaby Burger die Verpflegung bereitgestellt und ein Feuer gemacht hat. Bei einer Wurst vom Feuer tauschen die freiwilligen Helfer ihre Erlebnisse aus. Und freuen sich bereits wieder aufs nächste Jahr!

Weitere Informationen: www.naturfreienwil.ch

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