Möhlin

Ida - eine Liebesgeschichte

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Susanna Schwager las in Möhlin aus der Lebensgeschichte ihrer Grossmutter

Auch in diesem Jahr veranstaltet das Team der Gemeindebibliothek Möhlin eine Sonntags-Matinée-Lesung. In diesem Jahr gelang es der Bibliotheksleiterin Andrea Fischler und ihren Mitarbeiterinnen, Susanna Schwager nach Möhlin einzuladen.
Susanna Schwager lebte lange Zeit in Mexiko und war u.a. als Lektorin beim Diogenes-Verlag tätig. Bei einem Familienfest entstand die Idee, die Geschichten ihrer Grosseltern aufzuschreiben, die Bücher „Fleisch und Blut" und „Die Frau des Metzgers" entstanden. Die beiden Bände „Das volle leben", in dem sie Menschen über 80 porträtierte, folgten. Und nun hat sie mit „Ida-eine Liebesgeschichte" die Trilogie um ihre Grosseltern vollendet. Eine Trilogie, für die sie im Frühjahr 2011 den Schillerpreis erhielt.
Susanna Schwager ist es wichtig zu betonen, dass sie dokumentarische Literatur schreibt. Nichts wird erfunden, Lücken in den Lebensgeschichten werden mit Vermutungen gefüllt, die dem Leser stets klar angezeigt werden.
„Johann lag im Sterben. Seit Tagen sprach er nur noch rückwärts und das auf Hochdeutsch."
So begann Susanna Schwager ihre Lesung aus „Ida" und so beginnt auch das Buch. Die „Geschichte, ohne die es mich gar nicht geben würde", so Susanna Schwager, fand ihren Anfang im katholischen Hinterthurgau am Anfang des letzten Jahrhundert. Ida - die Protagonistin aus Susanna Schwagers Liebesgeschichte, war eine schöne Frau, klug und mit schwarzen Locken und stach in der Kirche mit ihren selbstgeschneiderten Kleidern heraus. Sie selbst aber wollte ihre Reize eigentlich nicht zeigen, ihr Ziel war es heilig zu werden, eine Braut Christi. Doch die Umstände wollten es nicht. Sie wurde zwar eine Braut, aber die Braut von Johann. Sie, die gerne Nonne geworden wäre, wurde eine gewissenhafte Ehefrau, die ihre Familie perfekt versorgte, aber ohne Freude und Lachen. Sie hat sich gefügt in ihr Leben und in ihre Ehe. Ohne Reue und Zorn, aber auch ohne Liebe und Freude.
Susanna Schwager bot den Zuhörern Einblick in das Leben ihrer Grossmutter, immer aber aus ihrem Blickwinkel heraus. Mit viel Gefühl erzählte sie von den Lebensumständen und mit einer Leichtigkeit, die einem das Gefühl gibt, die Personen zu kennen. Die Zuhörer wurden so gefangen von der Lebensgeschichte und den „Umständen" die dieses Leben prägten.
Nach der Lesung wurde beim feinen Apéro in den Räumen der Bibliothek die Gelegenheit benützt, mit der Autorin ins Gespräch zu kommen und Bücher signieren zu lassen. Noch lange wurde angeregt über die Geschichte von Ida und über Lebensgeschichten allgemein diskutiert.

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