Erlinsbach

ICT an der Schule Erzbachtal – eine Erfolgsgeschichte

megaphoneaus ErlinsbachErlinsbach
Einsatz eines iPads im Geometrisch-Technischen Zeichnen

Digital trifft auf analog

Einsatz eines iPads im Geometrisch-Technischen Zeichnen

Digitalisierung überall, ein regelrechter Hype, ja manchmal gar eine Schockwelle, welche durch die Bildungslandschaft der Volksschule rast. Die Schule Erzbachtal setzt bereits seit Jahren auf die Integration von ICT im Unterricht – mit Erfolg.

Fragt man «alte Hasen» der Schule, wie z.B. Schulleitungsmitglied und Oberstufenlehrer Urs Näf, nach dem Beginn der Beschäftigung mit Computern und anderen digitalen Geräten, wird immer wieder eine Geschichte erzählt, welche fast 30 Jahre zurückreicht. Damals, Ende der 80er-Jahre, ermutigte eine Lehrperson das Kollegium nachdrücklich, sich Macintoshs der ersten Generation anzuschaffen und daran Computerkurse im Kollegium zu besuchen.

Wie ein Mahnmal steht heute eine dieser «Kisten», wie sie von Schulleiter Rolf Walser gerne genannt werden, im kleinen Technikmuseum im Naturwissenschaftszimmer von Patrick Huggel, dem heutigen Technischen ICT-Verantwortlichen (TICTS), Mathematik- und Naturwissenschaftslehrer und Gründer eines Start-up-Unternehmens im Edu-ICT-Bereich. Auch er stellt seine Kolleginnen und Kollegen gerne vor Herausforderungen. Soeben hat wieder eine Runde der internen Weiterbildung «à la carte» im Bereich ICT begonnen, drei Kurse wurden bereits durchgeführt, sieben weitere werden bis zu den Sportferien folgen. Für deren Einführung und Organisation ist zu einem grossen Teil auch die Pädagogische ICT-Supporterin (PICTS) der Schule – Edwina Gehbauer – verantwortlich. Zusammen bilden die beiden ein kompetentes Team, welches die eigenen Fähigkeiten im ganzen Kollegium durch gezielte Schulungen und Aufträge längst multipliziert hat.

 Bewährtes wurde durch Neues erweitert

Der grosse Umbruch fand vor ca. fünf Jahren statt. Eine solide laufende ICT-Infrastruktur mit über 200 MacBooks im Dauerbetrieb und W-LAN an allen vier Schulstandorten im Dorf, welches eigentlich aus zwei Dörfern aus zwei Kantonen – Erlinsbach Aargau und Erlinsbach Solothurn – besteht, wurde von den damaligen ICT-Coaches an Patrick Huggel übergeben, zu welchem kurz darauf Edwina Gehbauer stiess. Sofort ging es an das Weiterdenken der bereits aufgegleisten Ersatzbeschaffung. Zur Debatte standen hauptsächlich iPads und neue MacBooks für die Lehrpersonen. Wichtig war allen beteiligten Personen, dass das erfolgreiche mobile Konzept, welches schon damals einen modernen Kontrast zu verstaubt anmutenden Computerräumen mit fix installierten Stationen darstellte, weitergeführt werden sollte.

Ein gutes Jahr später konnte ein Pilotprojekt mit knapp 40 iPads gestartet werden. Sowohl eine Klasse mit 1:1-Ausrüstung, wie auch mehrere Abteilungen mit einer 1:3-Geräteverteilung wurden evaluiert. Schnell war klar, dass der Weg mit den Tablets weiterverfolgt werden soll. Schon damals richtete die Schule ihr eigenes Geräteverwaltungssystem (MDM) auf einem der hauseigenen Server ein. So konnten von Anfang an alle Geräte praktisch direkt aus der Verpackung drahtlos mit den nötigen Apps und Einstellungen bestückt werden. Dies ist auch nötig, betreibt die Schule Erzbachtal heute doch neben einer 1:1-iPad-Ausrüstung an der Oberstufe, ein Total von über 450 Geräten.

Nicht unerheblich war dabei auch die wohlwollende Mitarbeit der Behörden, sprich der Schulpflege und des Schulvorstandes, welche es schlussendlich auch immer wieder ermöglichte, die finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, welche von der Dorfbevölkerung grosszügig genehmigt wurde.

Effizienz muss nicht immer teuer sein

Das sich stetig wandelnde ICT-Konzept der Schule Erzbachtal weist in allen Bereichen eine extrem gute Kosten-Nutzen-Rechnung aus. So entschied man sich z.B. bewusst für sogenannte «Präsentationsausrüstungen» - eine Kombination aus AppleTV (Streaming), Projektor und kabelgebundenen Audio-Boxen und nicht für interaktive Wandtafeln. Weiter ermöglicht der konsequente Aufbau von Wissen durch Eigentätigkeit die Unabhängigkeit von externen Angeboten und dies bei einem Kleinstpensum von gerade einmal 30 Anstellungsprozenten für TICTS und PICTS zusammen.

Die Lehrpersonen als Erfolgsgaranten

Das allerwichtigste Glied bei der Umsetzung waren und sind natürlich die Lehrpersonen. Mit viel Schweiss, Fleiss und Geduld erlernen sie immer wieder neue, komplexe Prozesse im Umgang mit den iPads, bleiben ruhig trotz immer wieder auftretenden (technischen) Schwierigkeiten und setzen das Gelernte mit viel Engagement im Unterricht um: Die Geräte werden täglich zum Präsentieren, Lehren, zu Recherche- und Gestaltungszwecken und für viele andere Aufgaben eingesetzt. Sei es für Präsentationen mit Keynote oder PowerPoint, beim Erstellen eigener Comics oder Bilderbücher mit Book Creator oder dem Führen eines digitalen Notizbuches, statt eines Heftes mit OneNote, überall können die ICT-Kompetenzen der Lernenden erprobt und ausgebaut werden.

Erst kürzlich durften die Primarschülerinnen und -schüler ihre erlernten Fähigkeiten in einer Werkschau speziell den Eltern, aber auch der ganzen Dorfbevölkerung zeigen. Entsprechend wohlwollend fiel auch eine soeben ausgewertete Evaluation bei Eltern und Schülerinnen und Schülern aus. Die Zufriedenheit mit dem und die Akzeptanz gegenüber dem konsequenten Einsatz von ICT-Mittel ist auf allen Ebenen sehr hoch und wird sehr geschätzt.

Eine konsequente Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen zeigt sich also als das Mittel zum Erfolg und schliesst hiermit auch den Kreis dieser Erfolgsgeschichte. Im Erzbachtal wurde vor langer Zeit eine digitale Kultur etabliert, welche heute bewusst und konsequent weitergeführt wird.

Steuergruppe ICT im Unterricht (IU) | Schule Erzbachtal

Meistgesehen

Artboard 1