Stein (AG)

Ich lasse mich nicht hetzen – ich bin nicht auf der Flucht

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Ursula Mettler, Pflegefachfrau und Referentin aus Zürich, die ursprünglich aus einem kleinen Dorf im oberen Aargau stammt, verstand es beim ersten Frauenmorgen in diesem Jahr in Stein ausgezeichnet, mit dem Vortrag „Lebst Du schon oder rennst Du noch“ aufzuzeigen, dass es wichtig ist, seine persönliche Zeit und seine Termine so einzuteilen, dass noch Zeit bleibt für alles, was einem persönlich wichtig ist.

Als Kind habe man, so die Referentin, das Gefühl, die Zeit gehe sehr langsam vorbei. Besonders kleine Kinder haben einen anderen Zeitbegriff. Und viele ältere Menschen erinnern sich an früher, wo man morgens vom Krähen des Hahnes geweckt wurde und abends Zeit hatte, den Feierabend zu geniessen. Heute machen viele die Nacht zum Tag. Man denkt an Ladenöffnungszeiten rund um die Uhr, kann die ganze Nacht Fernsehen konsumieren, in den grösseren Städten in Clubs und Bars gehen, und auch die persönlichen Terminkalender sind meist übervoll. „Kei Zeit“ ist sogar bei Rentnern das absolute Modewort. Auch die Hausfrauen haben oft das Gefühl, die Zeit reiche nicht. Und dies obwohl man im Vergleich mit früheren Zeiten durch moderne Maschinen im Haushalt zeitlich entlastet wird. Sind wir also langsamer wie früher oder können wir uns die Zeit nicht gut einteilen?

Negative Folgen bis zum burnout
Es sei wichtig, so die Referentin, inne zu halten und seine Zeit bewusst einzuteilen und auch Pausen zu machen. Im Garten gebe es eine Brachzeit, im Arbeitsprozess gäbe es freie Tage. Man müsse also bewusst eine Entschleunigung seiner persönlichen Zeit planen (auch die Samstage und Sonntage) und sich dann auch daran halten. Dazu muss man gemeinsam mit seinem Partner und der ganzen Familie Prioritäten setzen. Dies gilt auch für die Besitztümer und das persönliche Image. Ist man bereit, auf etwas zu verzichten, wenn man dafür mehr Zeit hat? Ist es sinnvoll, sich Zeitinseln oder Minipausen zu schaffen, ab und zu stopp oder nein zu sagen? Damit haben oft Frauen speziell Mühe. Der Wunsch, es allen recht zu machen, bremst sie in ihren Entscheidungen. Eine bewusste Zeitplanung, wo auch Zeit bleibt für die Partnerschaft, für Gemeinsamkeiten in der Familie oder Zeit für allein stehende Menschen in der Umgebung ist unerlässlich.

Im Trubel komme oft auch die Seele zu kurz. Wenn möglich solle man deshalb bewusst Zeit einplanen zum Auftanken. Dies könne z.B. sein beim Musik-Losen, in der Natur oder auch beim Alleinsein. Es brauche Gelassenheit und ein bewusstes Innehalten in unserer modernen, sehr schnellen Zeit.

 Hildegard Brunner

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