„Honorieren überdurchschnittlicher Schülerleistungen – ein Konzept mit Zukunft“

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Prämierung an der Berufsschule Lenzburg

Die Vertiefungsarbeit (VA) spielt während der Berufslehre im allgemeinbildenden Unterricht eine wichtige Rolle, macht sie doch einen Drittel der Abschlussnote im Fach Allgemeinbildung aus. Sie fördert und fordert die Lernenden zugleich, da ihr Gelingen meist ein hohes Mass an Disziplin, Kreativität, Selbstständigkeit, mündlicher und schriftlicher Sprachkompetenz bedingt.
Die Idee von Markus Luder, Abteilungsleiter der Allgemeinbildung (ABU), erstmals an der Berufsschule Lenzburg (BSL) eine Prämierung der besten VA's vorzunehmen, stiess deshalb auf breite Unterstützung. Um den unterschiedlichen Anforderungen Rechnung zu tragen, die an die Lernenden gestellt werden, sollten bei den zwei-, drei- und vierjährigen Lehren jeweils die drei besten Arbeiten gekürt und die hervorragenden Leistungen mit Geldbeträgen zwischen 100 und 400 Franken honoriert werden. Finanziert wurden die Preisgelder übrigens aus der schuleigenen Bussenkasse.
Die Lehrpersonen von Abschlussklassen waren aufgerufen, überdurchschnittliche Arbeiten bei einer vierköpfigen Jury einzureichen. Die Kommissionsmitglieder vergaben unabhängig voneinander Rangpunkte, wobei die Gestaltung, der Eigenanteil und die Originalität die Hauptkriterien im Auswahlverfahren bildeten.
Von den über 600 verfassten Vertiefungsarbeiten wurden knapp 40 der Jury zur Bewertung überantwortet. Bei den 2-jährigen Lehren setzte sich Edilian Zotaj (2aATS) durch, der eine herausragende Arbeit zum Bau eines Einfamilienhauses geschrieben hatte. René Kempf (3aSG) hatte in seiner Arbeit über sich und seine Musikinstrumente berichtet, was ihm den ersten Rang bei den drei Jahre dauernden Berufslehren einbrachte. Bei den Berufsgruppen mit einer 4-jährigen Lehre bestieg Janine Bochsler (4cPM) das Siegertreppchen, indem sie in ihrer VA über die Wirkung des Harfenspiels informiert hatte.
Die Preisverleihungen fanden in einem würdigen Ambiente anlässlich der erstmals in diesem Rahmen durchgeführten Verabschiedung der Abschlussklassen statt. Am Nachmittag des letzten Schultags vor den Abschlussprüfungen versammelte sich die austretende Schülerschaft in der Aula der Berufsschule Lenzburg, wo sie einem Vortrag lauschen konnte, ehe die Prämierung durch M. Luder und anschliessend die offizielle Verabschiedung durch Rektor Ruedi Suter auf dem Programm standen.
Für die Vorträge konnten je nach Unterrichtstag die beiden Spitzensportler Heinz Frei und Renato Ulrich verpflichtet werden. Der 14-fache Paralympics-Sieger und mehrmals ausgezeichnete Behindertensportler des Jahres Heinz Frei (52), der durch einen Unfall bei einem Berglauf seit seinem 20. Lebensjahr auf den Rollstuhl angewiesen ist, zog die Zuhörerschaft mit seinen Ausführungen in den Bann. Er zeigte auf, dass das Leben auch nach harten Schicksalsschlägen noch überaus positive Wendungen nehmen kann. Der Freestyle-Skifahrer und zweifache Olympiateilnehmer Renato Ulrich (26) wusste mit seinem unterhaltsamen Erfahrungsbericht über Lust und Frust des Spitzensports zu gefallen, womit er mit dem Irrglauben aufräumte, dass es im Spitzensport nur Schokoladenseiten gebe.
Abschliessend darf konstatiert werden, dass die erfolgreich verlaufenen Premieren von VA-Prämierung und Schülerverabschiedung im nächsten Jahr auf jeden Fall an der Berufsschule Lenzburg eine Neuauflage in ähnlicher Form erleben werden. (mw)

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