Mit zwei Cars der Firma Twerenbold machten sich die Pilger am Samstag, 10. September, zur Herbstwallfahrt nach Mariastein auf. Bei einem herbstlichen nebelverhangenen Morgen wurden die Pilger an ihren Einstiegsorten abgeholt.

Der Weg führte sie über Bad Zurzach beziehungsweise Leuggern nach Mariastein zur "Mutter vom Trost". Bald war der Nebel weg, und ein "Altweibersommertag" wurde den Pilgern beschert. Auf der Fahrt wurde ihnen die Legende über das Kloster Mariastein erzählt.

Ein kleiner Hirtenjunge mit seiner Mutter war oberhalb eines Felsens. Die Mutter wurde müde und schlief ein. Als sie erwachte, war das Kind nicht mehr da. Sie suchte das Kind und fand es unversehrt unten bei der steilen Felswand. Der Bub war die Felswand hinabgestürzt und von einer Frau aufgefangen worden. Der Vater des Kindes war sicher, dass es sich bei jener mysteriösen Frau, die ihm sein Sohn beschrieb, nur um die Erscheinung der Gottesmutter Maria handeln konnte. Zum Dank für die Rettung liess er ihr zu Ehren an dieser Stelle eine Kirche errichten. In der Grotte unterhalb der Klosterkirche befindet sich heute noch das Gnadenbild der "Mutter des Trostes". Auf dem Weg zur Grotte hat es viele Tafeln mit der Inschrift: "Danke, Maria hat geholfen!" Darauf wurde im Car der Rosenkranz gebetet für alle Anliegen: Bitten, Sorgen, Freuden und Lieben.

In Münchenstein war der Kaffeehalt im Park der ehemaligen Grün 80. Präsidentin Lisabeth Suter begrüsste alle recht herzlich und freute sich, dass Präses Pfarrer Stefan Essig und Pfarrer Nnamani sie auf dieser Wallfahrt begleiteten. Bei strahlend schönem Wetter in Mariastein angelangt, konnten alle um 10.30 Uhr an der Eucharistiefeier in der Klosterkirche, zelebriert von Pfarrer Essig und Pfarrer Nnamani, teilnehmen. Mit dem Kreuzzeichen wurde die Feier begonnen. Darauf folgte das Lied "Erhebt in vollen Chören" zur Begrüssung der Muttergottes Maria. Die Pilger hörten die Lesung aus dem Buch Micha 5,1-4a und das Heilige Evangelium nach Johannes 2, 1-11. Aus dem Evangelium vernahmen sie die Worte:"Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesus zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr." Jesus erwiderte ihr: "Was willst du von mir Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen." Seine Mutter sagte zu den Dienern: "Was er euch sagt, das tut!" In der Predigt hörte man: Die Antwort an Maria ist zuerst eine Abfuhr. Heute würde man sagen: "Lass mich in Ruhe." Menschen, die von einem Schicksalsschlag getroffen werden oder denen etwas Schwieriges widerfährt, haben auch das Gefühl, Gott wolle nichts mit ihnen zu tun haben. Nach dem Evangelium wendet sich Jesus nicht ab, sonder er wendet sich den Menschen zu. Nach dem Segen machten sich alle auf zum Mittagessen ins Kurhaus Kreuz. Im Kurhaus Kreuz wurden die Pilger von den Ordensschwestern festlich bewirtet. Bis zur Andacht hatten sie noch Zeit und stürmten den Klosterladen. Kerzen, Rosenkränze und Kreuze wurden gekauft, die bei der Andacht gesegnet wurden. Um 14.30 Uhr hielt Präses Stefan Essig in der Grotte vor dem Gnadenbild "Mutter vom Trost" die Andacht.

Zu Beginn wurde das Lourdeslied "Die Glocken verkünden mit fröhlichem Laut, das Ave Maria so lieb und so traut", gesungen was die Pilger in Gedanken nach Lourdes versetzte. Darauf folgten Gebete und das Heilige Evangelium nach Lukas 1, 39-56. Aus der eindrucksvollen Predigt hörte man: Maria singt voll Freude! "Gott hat auf mich geschaut, er hat mich angesehen, und das gibt mir Ansehen!" Im lateinischen Text steht dafür das Wort "respexit - Gott hat Respekt vor mir. Er lässt mir Freiheit. Er wartet auf mein Ja! Gott achtet respektiert, schätzt mich, was immer ich tue und wie ich mich entscheide." Auch in der Andacht wurde noch ein Gesätz des Rosenkranzes gebetet. Nach dem Segen verabschiedeten die Pilger sich von Mariastein, von einem wunderschönen Ort, an den man gern zurückkehrten wird.

Lengnau, 28. September 2011

Marianne Baldinger-Lang, Mitglied des Lourdespilgerverein Baden und Umgebung