Lengnau

Herbstwallfahr des Lourdespilgerverein Baden und Umgebung

megaphoneLeserbeitrag aus LengnauLengnau

Zur Wallfahrtskirche in Hergiswald gepilgert

Mit zwei Cars der Firma Twerenbold ging die Reise am 25. September los. Etliche Mitglieder des LPV Baden und Umgebung benützten diese Gelegenheit, um nach Hergiswald zur Wallfahrtskirche zu pilgern.

Bei Regen, der bekanntlich ein Segen ist, fuhren die Teilnehmer über Sins, wo sie bei einem Kaffeehalt von der Präsidentin Lisbeth Suter und dem Präses Pfarrer Stefan Essig begrüsst wurden. Die Weiterfahrt führte über den Schwarzenberg, und von dort aus gelangten sie nach Hergiswald zur Wallfahrtskirche. Während der Reise wurde im Car der Rosenkranz gebetet. Am 25. September wird in der katholischen Kirche der Tag des heiligen Bruder Klaus gefeiert.

Immer noch bei strömendem Regen in Hergiswald angelangt, feierten die Pilger in der eindrucksvollen Wallfahrtskirche mit Pfarrer Stefan Essig die Heilige Messe. Zu Beginn wurde Maria zu Ehren das Lied "Erhebt in vollen Chören" gesungen. Aus dem Evangelium nach Mt. 19, 27-29 hörte man: "Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird uns nun zugeteilt werden?" In der Predigt hielt Pfarrer Essig fest, die heilige Bernadette von Lourdes war noch nicht 20 Jahre alt, als sie ins Kloster ging, und der heilige Bruder Klaus ist mit 50 Jahren in die Einsamkeit gegangen. Der innere Schritt des Glaubens, des Vertrauens auf Gott, den muss jeder selber tun. Nach der Eucharistiefeier, nahmen die Pilger im Restaurant Hergiswald, das sich gleich neben der Wallfahrtskirche befindet, das Mittagessen ein. Bei der warmen Flädlisuppe wurde allen warm ums Herz, und das feine Pouletgeschnetzelte an Rahmsauce mit Reis mundete sehr. Ein süsses Caramelköpfli zum Dessert rundete alles perfekt ab.

Um 14.00 Uhr besammelten sich die Pilger in der Wallfahrtskirche, um einer Führung von Frau Wicky beizuwohnen. Sie hatte die Pilger schnell in ihrem Bann gezogen, sie erklärte in kompetenten Worten, wie es zur Enstehung dieser Wallfahrtskirche kam. Bruder Hans Wagner, der im Jahre 1489 die Erlaubnis von Rom und seinem Orden, der Kartäuser von Ittingen, bekam, um als Eremit in Hergiswald zu leben. Aus dem Ort der Stille, den sich Bruder Hans Wagner ausgesucht hatte, ist im Laufe der Jahrhunderte die Wallfahrtskirche Hergiswald gewachsen. Pater Ludwig von Wyl vergrösserte die bestehende Waldkapelle von 1620 mit dem Loreto-Haus, das ein Geschenk des Königs von Frankreich, Ludwig des 14., war. Das Loreto-Haus ist das Geburtshaus von Jesus. Da wuchs er arm und glücklich mit seinen Eltern Maria und Josef auf. Zwei Engel links und rechts des Heiligen Hauses, scheinbar durch die Luft fliegend, tragen dieses Haus von Nazareth zuerst nach Dalmatien, dann über die Adria auf eine Anhöhe über der italienischen Hafenstadt Ancona nach Loreto. Eindrucksvoll war das Engelsfenster, das ein jedes Loreto-Haus besitzt. Neben dem Engelsfenster stehen in der Hochaltarwand auf goldenem Grund die Ereignisse geschrieben:"Haus, das dem von Loreto nachgebildet ist, in welchem die Heilige Jungfrau Maria: ohne Erbsünde empfangen wurde, auf wunderbare Weise geboren, während drei Jahren genährt, von Engel Gabriel gegrüsst, vom Heiligen Geist empfangen, das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt." Der Hochaltar war mit vielen Statuen geschmückt wie der heiligen Anna und dem heiligen Joachim, Grosseltern von Jesus. Auch die Geburtsgeschichte von Maria war in Holz geschnitzt zu sehen. An der Kirchendecke sind Bilder, die aus der Lauretanischen Litanei stammten. Weitere Altäre vom heiligen Felix und viele Statuen der thebäischen Legion, wie der heilige Mauritius, der Heilige Urs und der heilige Viktor und so weiter. Man hätte noch stundenlang zuhören können. Nach der Führung in der Kirche hielt Pfarrer Essig mit den Pilgern noch eine Andacht, bei welcher sie zum Schluss das Lied anstimmten, "Muttergottes wir rufen zu Dir". Nach diesem eindrucksvollen Tag nahmen die Pilger Abschied von Hergiswald, und die beiden Carchauffeure brachten alle sicher durch den segensreichen Regen wieder nach Hause zurück.

Lengnau, 4.10.2010/ Marianne Baldinger-Lang

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