Koblenz (Klingnau)

Herbstausflug der Koblenzer Ortsbürger

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Die Koblenzer Ortsbürger kamen bei ihrem jährlichen Herbstausflug mit Themen von nationaler Bedeutung in Berührung

Am Samstagmorgen um 9 Uhr herrschte auf dem Parkplatz vor dem Koblenzer Gemeindehaus Platznot. Immer mehr Autos kamen angefahren und der Platz bevölkerte sich langsam mit Menschen. Der Parkplatz war Treffpunkt für den alljährlichen Herbstausflug der Ortsbürger Koblenz.
Herbstlich waren die Temperaturen und der Hochnebel - beide hatten aber keine Chance, die gute Stimmung unter den 24 Anwesenden zu trüben. Grund für die Vorfreude waren die geplanten Aktivitäten: eine Führung durch die Photovoltaikanlage im Gewerbepark Hochrhein Waldshut, ein Besuch bei der Judenäule und die Besichtigung der Wutach Mündung.


Stromerzeugung mit Hilfe der Sonne
Einen Einblick in die Photovoltaikanlage(eine Solarstromanlage) in Waldshut gewährte Helmut Wiederkehr, Leiter Technischer Bereich der Stadtwerke Waldshut-Tiengen. Gebannt lauschten die 24 Anwesenden, wie die Anlageaufgebaut ist, wie sie Strom produziert und diskutierten, welche Vor- und Nachteile sie gegenüber anderen Arten der Stromerzeugung bietet. Besonders interessant war, wie viel Strom die Anlage in Waldshut im Jahr 2009 produzierte: 850`000 Kilowattstunden. Um einen Vergleich zu ziehen, nannte Gemeindepräsidentin und Ortsbürgerin Heidi Wanner die Menge Strom, die Koblenz im selben Jahr benötigt hatte: 11 Millionen Kilowattstunden.
Als nächstes stand ein kurzer Besuch bei der Wutach Mündung vis à vis des Lonza-Areals auf dem Programm. Ortsbüger Walter Gassler erläuterte anhand eines Planes, welche Renaturierungsmassnahmen an diesem schönen Fleck Natur vorgenommen worden waren. Ausserdem wies er darauf hin, dass sich ein Spaziergang entlang des Ufers gut für einen Sonntagmorgen eigne.


Ehemaliger Judenfriedhof in Waldshut
Beeindruckend war auch die nächste und zweitletzte Etappe. Die Ortsbürger marschierten gemeinsam durch hohes Gras und Sträucher, bis sie an einer Art Aussichtspunkt angelangt waren, von dem man auf die Judenäule sieht. Auf Schalttafeln war zu lesen, dass auf der Insel, der Judenäule, die letzte Ruhestätte der Surbtaler Juden gewesen war. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts war es den Juden des Surbtales verwehrt worden, in der Eidgenossenschaft einen Judenfriedhof zu errichten. Die Stadt Waldshut verpachtete ihnen deshalb zu diesem Zweck die kleine Insel. Doch besonders im Winter war die Überfahrt der Leichen eine unzumutbare Belastung und es bestand Hochwassergefahr. 1750 wurde deshalb die Genehmigung erteilt, einen Judenfriedhof in Endingen zu errichten.

Nationale und aktuelle Themen diskutiert
Nach diesem Blick in die Vergangenheit knurrten die Mägen der Ortsbürger und alle machten sich auf nach Koblenz, wo im Gewölbekeller der Familie Wanner warmer Fleischkäse und Kartoffelsalat lockten. Beim Essen wurde weiter über die nationalen und aktuellen Themen gesprochen, mit denen der kleine Kreis an diesem Tag in Berührung gekommen war: Naturschutz, Stromproduktion und Verkehr. Der Verkehr hatte ihnen zwar keine Probleme bereitet (am Zoll Koblenz war kein Stau), trotzdem war er Thema vieler Diskussionen. Bei Kaffee und Kuchen liessen die 24 Anwesenden den Nachmittag langsam ausklingen. Ob sich einige der Ortsbürger am Sonntagmorgen bei der Wutach Mündung wieder getroffen haben, ist nicht bekannt - wiedertreffen werden sie sich aber bestimmt, spätestens beim nächsten Ausflug. (ewa)

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