«Suchtverhalten am Arbeitsplatz - Früherkennung ist Chefsache» hiess das Thema des Herbstanlasses des Handels- und Industrievereins Aarau (HIVA). Als Referentinnen konnte Präsident Rudolf Vogt (BDO Visura) Marlies Alder, Präventionsfachfrau der Suchtprävention Aargau, und Regula Rickenbacher, Stellenleiterin der ags.Suchtberatung Aarau & Kulm, begrüssen. Die Statistik über Schweizer Betriebe zeigt, dass von 10 bis 20 Angestellten mindestens eine Person ein ernsthaftes Alkoholproblem hat und von 100 Angestellten ein bis zwei Personen medikamentenabhängig oder onlinesüchtig sind. Über den Konsum illegaler Drogen liegen keine Zahlen vor. Regula Rickenbacher schilderte die Früherkennungs-merkmale auf der Beziehungs-, der emotionalen, der Verhaltens- und der körperlichen Ebene. «Das sind nur äussere Symptome, die man interpretieren kann, aber sie sind Grund genug, genau hinzusehen», riet sie den HIVA-Mitgliedern. Signale wahrnehmen, notieren und reflektieren, heisst der erste Schritt für die Chefs. Marlies Alder betonte, wie wichtig es sei, Tabus zu brechen, das Gespräche mit Suchtverdächtigen zu suchen. Die Zuhörerinnen und Zuhörer wurden informiert über Gesprächsstruktur und Gesprächsführung. Mit Süchtigen müssen klare Ziele vereinbart werden, wurde ihnen mitgegeben. Und was viele nicht wussten: Mitarbeitende und Vorgesetzte, die im Aargau wohnen, haben das Recht, die Dienste der Suchtberatung zu nutzen - und zwar gratis. Schliesslich wurde auch begründet, weshalb in den Firmen Suchtprävention betrieben werden sollte: sie reduziert verdeckte Kosten, erhöht die Arbeitssicherheit, fördert ein positives Arbeitsklima, ist eine ethische Verpflichtung und trägt zum guten Ruf der Firma bei. Die Diskussion brachte diverse aktuelle Fragen aus dem Alltag der Chefs zum Vorschein. (hzb)