Das Ziel unseres diesjährigen Heimattages war die Waldhütte der Männerriege Bözberg. Um die Mittagszeit trafen dort alle Kinder und Lehrkräfte ein. Die Kindergartenkinder und ihre Lehrerinnen sorgten für ein prächtiges Feuer, waren sie doch als erste bei der Hütte angekommen. Dies nicht, weil sie etwa schneller marschiert wären als die älteren Schüler, sondern weil sie den grössten Teil der Strecke mit dem Postauto zurückgelegt hatten.
Fast alle Klassen statteten auf ihrem Hinweg der Linner Linde einen Besuch ab. Nicht ganz einig wurde man sich über das Alter dieses imposanten Baumes. Wäre er tatsächlich anlässlich der letzten Pestepidemie gepflanzt worden, so wäre die Linde etwa 400jährig. Andere Quellen jedoch sprechen von über 800 Jahren. Wie dem auch sei, die Schüler waren beeindruckt vom Umfang des gewaltigen Stammes und bildeten eine Kette, um ihn zu umspannen.
Die älteren Schüler machten sich von Villigen aus mit dem Velo Richtung Oberbözberg auf. Kurz vor Ueberthal, wir warteten gerade auf die letzten Fahrer, unterbrach plötzlich ein Röhren, Fauchen und Knallen die Stille. Alle stürzten nach vorne zur Strasse, um zu sehen, was denn dieses erstaunliche Getöse von sich gab. Es war ein knallroter Lamborghini, der etliche Male dem Maisfeld entlang hin und her fuhr. Zweck und Ziel der Aktion war für uns Aussenstehende nicht ersichtlich, aber Autofans kamen bestimmt auf ihre Kosten. Ein paar Pferdestärken dieses roten Flitzers fehlten uns allerdings bei der anschliessenden Bewältigung des steilen Aufstiegs nach Oberbözberg. Die allermeisten mussten ihr Stahlross stossen.
Einige Klassen machten einen kleinen Abstecher zum Effinger Römerweg, wo zwei Schüler einen kurzen Vortrag über die Entstehung der Karrengeleise hielten. Die Drittklässler schliesslich fanden unterwegs einen toten Dachs, der nur noch aus Fellfetzen und seinem Skelett bestand.
Auch Petrus spielte mit und bescherte uns herrliches Spätsommerwetter.
Das besuchte Stück Heimat, das viele Kinder zum ersten Mal gesehen hatten, ist wirklich wunderschön. Allen Unwissenden, die den Kanton Aargau (noch) als Autobahnkanton mit ein paar Kernkraftwerken abwerten, müsste man eine Velotour durch diese wunderschöne Gegend verschreiben!