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Heiligenstatuen werden restauriert

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Der Zahn der Zeit macht auch vor den Heiligen nicht Halt. Aus diesem Grund werden zwei Skulpturen der kath. Pfarrei Peter und Paul Aarau im Sommer 2016 restauriert. Seit Anfang Juli sind die Madonna und der Antonius bei der Restauratorin Claire Rast in Olten in Arbeit. Spätestens zur Feier von Mariä Himmelfahrt Mitte August wird die Madonna wieder zuhause sein.

Der Marienstatue sowie dem Kind fehlen Finger, die nun ersetzt werden. Ausserdem erhält die Mutter Gottes im wahrsten Sinn des Wortes ein Facelifting, bei dem ein unschöner Fleck in ihrem Gesicht entfernt werden soll. Die Lindenholzfigur der Venezianer Schule aus dem 17. Jahrhundert hat das Interesse von Claire Rast geweckt. In Zusammenarbeit mit den Pfarreiverantwortlichen und Vertretern der Denkmalpflege forscht sie im Pfarreiarchiv nach der Herkunft und der Restaurationsgeschichte der wertvollen Figur.

Nicht wie neu
Keine der Statuen wird nach der Heimkehr wie neu aussehen. Claire Rast erklärt: „Das Ziel moderner Restaurationsarbeit ist es, dass die Figuren so alt aussehen, wie sie sind, im Fall von Maria also etwa 400-jährig und bei Antonius rund 70-jährig. Arbeiten, wie zum Beispiel der Ersatz der Finger, sollen für die Nachwelt erkennbar bleiben.“ Die Restauratorin erreicht dies zum Beispiel mit der Wahl einer etwas blasseren Farbe am Ersatz von Körperteilen oder Gewandelementen. Neben einer gründlichen Reinigung wird auch die Verankerung kontrolliert und bei Bedarf erneuert.

Schnitzarbeiten führt Claire Rast als fachliche Projektverantwortliche nicht selbst aus. Damit hat sie eine Expertin für sakrale Schnitzereien beauftragt. Dabei spielt die Verwendung der Figur eine zentrale Rolle. „Im Museum würden fehlende Körperteile nicht ersetzt. Doch bei Statuen, die in der Kirche der Verehrung dienen, ist der Ersatz üblich.“

Die Marienfigur geniesst bei der Restauration erste Priorität. Auch wenn die Aarauer Madonna von ihrer Kölliker Schwester würdig vertreten wird, deren Gotteshaus umgebaut wird, sollen die Pfarreimitglieder nicht länger als unbedingt nötig auf sie verzichten müssen. Voraussichtlich wird die Statue um den 8. August herum an ihren angestammten Platz zurückkehren. So kann sichergestellt werden, dass die Madonna an ihrem Fest am 15. August vor Ort sein wird.

Der Herkunft von Antonius auf der Spur
Antonius, dessen Überholung weniger aufwändig ist, wird so bald als möglich folgen. Dabei haben sich Erinnerungen des Sakristans als hilfreich erwiesen. Für einmal hat nämlich Antonius, der Schutzpatron der Suchenden, selbst etwas verloren: ein Brot. Bei der Antoniusstatue wird folglich neben der fehlenden Hand das Brot ersetzt werden, das diese Hand früher gehalten hat.

Ein erster Hinweis zur Herkunft der Antoniusstatue liegt bereits vor. Claire Rast: „Über diese Figur wussten wir nur wenig, ausser dass sie aus der Zeit des Kirchenbaus stammen muss. Auf der Suche nach mehr Information habe ich eine Expertin für Antonius-Darstellungen kontaktiert. Sie hat mir das Foto einer Figur geschickt, ebenfalls mit einem Brot, welche mit grosser Wahrscheinlichkeit vom gleichen Künstler geschaffen wurde.“

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