Kolping Baden leistete in der 2. Septemberwoche zum zweiten Mal mit 11 Freiwilligen einen Arbeitseinsatz in einer Alphütte auf 2000m hinten im Sertigtal, um das Sanierungsprojekt der acht Davoser Bauern voranzu-treiben und damit die Eigentümer zu entlasten.

Die Alpkorporation „Hinter den Eggen“ mit ihren 200 Kühen und Rindern, will in naher Zukunft Gruppen und Wanderer auf der Sertigpassroute beherbergen. Das grosse, gut erhaltene Gebäude aus den Vierzigerjahren auf dem Schära mit 140 Kuh-plätzen wird heute nur noch zur Hälfte gebraucht. Der Vorplatz dient von Mitte Juni bis Mitte August als Standplatz der mobilen Melkanlage. Diese hat das Melken und die Lieferung der Milch in die Molkerei Davos stark erleichtert. Hier wird sie zum Sertiger-käse verarbeitet, eine Hartkäsespezialität. Durch unseren Einsatz werden die Bauern im Sommer von ihrer Fronarbeit in der Alphütte entlastet, da sie im Tal in dieser Zeit selber stark beschäftigt sind.

Das Resultat kann sich sehen lassen. Dank unserem Schreiner steht die im Raum Davos ausgebaute Küchenkombination. Der Vorratsraum ist bereit. Der Hirt hat nun ein Zimmer mit Dusche und WC samt Küche zur Verfügung. Die Blitzschutzanlage ist auf dem neusten Stand.

Dank den gestrichenen Wänden ist es überall freundlich hell. 50 kg Farbe hat der Maler in dieser Woche verarbeitet. Der Elektri-ker hat 65 m Kabel verbaut, 12 Lampen, 10 Schalter und Steck-dosen montiert. Hans Andrea Ambühl, der Bauverantwortliche der Genossenschaft, war fast ständig vor Ort und koordinierte die Arbeiten.

Die mitgebrachten Maschinen und Werkzeuge leisteten für die zum Teil kniffligen Arbeiten gute Dienste. Dank der Erfahrung und dem Geschick der 2er und 3erTeams ging es beeindruckend gut vorwärts. Schnee, Regen und Kälte konnten die gute Stimmung nicht verderben. Der blaue Himmel zwischendurch war eine Wohltat.

Die Gruppe übernachtete im Selbstversorgerhotel Post in Glaris. Der Vereinspräsident und seine Frau warteten dort mit hervor-ragendem Essen auf, und das in einer Gemeinschafts-küche, wo auch portugiesische Bauarbeiter und andere Personen kochten, keine leichte Aufgabe!!

Kolping Baden, die katholische Kirchgemeinde und die Berghilfe finanzierten den Einsatz. Vermittelt und betreut wurde er von „bergversetzer“ in Brugg, einem Gemeinschaftsprojekt der Schweizer Berghilfe und der Schweizerischen Arbeitsgemein-schaft für die Berggebiete (SAB). Bei ihr können sich arbeitswil-lige Gruppen und Nutzniesser melden.

Die Alpgenossenschaft wird nun die Arbeiten weiterführen, damit die stattliche Alphütte auf dem Schära dem Sertig erhalten bleibt. Sie möchte die Hirtenwohnung vermieten, die übrigen Räumlichkeiten könnten Gruppenlagern und Besuchern der Alp offen stehen.

WH