In ihrer Projektwoche hat sich die Primarschule Menziken an eine grosse Produktion gewagt. „Hakuna Matata“ war mehr als ein gelungener Auftritt.

Regen prasselte, Donner grollte – erst leise, dann immer lauter. Fast glaubte der Besucher, die Tropfen auf der Haut zu spüren, so real waren die Geräusche. Nein, das war keine Konserve, kam nicht aus dem Lautsprecher. 220 Kinder auf der Bühne schnippten mit den Fingern und stampften mit den Füssen. Absolut synchron inszenierten sie nur mit ihrem Körper das perfekte Savannengewitter. Alles hörte auf sein Kommando: Adrian Zinniker, der musikalische Gesamtleiter der Aufführung, spornte die Schülerinnen und Schüler der 3. – 6. Primarklassen zur Präzision an. Das Publikum war begeistert, noch bevor es von den ersten Takten von „Circle of Life“, dem Titelsong aus „Lion King“, vollends in die afrikanische Steppe entführt wurde.

Am fünften Tag ist Aufführung

Auf das, was die Menziker Primarschule Ende März zum Abschluss ihrer Projektwoche in zwei Aufführungen den rund 600 Gästen gezeigt hat, dürfen Schüler und Lehrer stolz sein. „Hakuna Matata“, die Vorstellung mit 220 Primarschülern, darunter 60 Instrumentalisten, hat in seiner Vielfalt überzeugt. Der musikalische Hochgenuss mit Tanzeinlagen und Textpräsentationen wird Besuchern und Beteiligten wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Doch vor dem Highlight am Freitagabend stand eine ganze Menge Arbeit.

Der Vorschlag, mit dem Primarlehrerin Eva Lehnherr ihr Kollegium Wochen zuvor konfrontiert hatte, war keck. Warum nicht eine Projektwoche machen, an deren Ende eine musikalisch-tänzerische Aufführung mit allen Dritt- bis Sechstklässler steht? – Eine bühnenreife Produktion mit Kulissen und allem Drum und Dran in nur vier Tagen auf die Beine stellen? Ein Wagnis und eine Herausforderung, der sich die Menziker Primarschule gestellt hat. „Hakuna Matata“ – es gibt keine Probleme. Das afrikanische Motto aus „Lion King“ beflügelte Lehrer und Schüler, Kühnes zu wagen. Mit Adrian Zinniker vom Symphonieorchester „argovia philharmonic“ erhielt das Projekt jene professionelle Unterstützung, die ihm den nötigen Kick zum Erfolg gab.

Im Saal des reformierten Kirchgemeindehauses wimmelte es am Freitagabend von Löwen. Die Kinder trugen Löwenportraits auf ihren selbstbedruckten T-Shirts. Löwensilhouetten hoben sich von den leuchtend orangerot bemalten Cajatons der Trommler ab und selbstgegossene Löwenköpfe zierten die Festplakette. Löwen gelten als stark und mutig. Löwenmut zeigten auch die Kinder und Lehrpersonen, die von allem Anfang daran glaubten, dass ihr Projekt in so kurzer Zeit gelingen konnte.

Ein gemeinsames Ziel

Eine Produktion wie „Hakuna Matata“ lebt vom gemeinsamen Ziel und von der Gruppenwirkung. Den Leitern der Projektateliers und Adrian Zinniker ist es ganz offensichtlich gelungen, diesen Gemeinschaftsgedanken weiterzugeben. Anfänglich hätten es einige Jungs noch lustig gefunden, beim Trommeln mit Zwischenschlägen aufzufallen, erzählte eine Lehrerin. Doch Musik-Profi Adrian Zinniker konnte die Schüler davon überzeugen, dass in diesem Projekt nur ein Löwe König sein kann. Der Erfolg gibt ihm Recht. Zum Packendsten der ganzen Vorstellung gehörte die Präzision, mit der die Kinder „Circle of Life“, „Siyahamba“ oder „The Lion Sleeps Tonight“ darboten. Selten bringt ein ad-hoc zusammengestellter Schülerchor in so kurzer Zeit eine so bestechende Leistung hin. Das Spiel mit Rhythmus und Klang, das Spektrum von Pianissimo bis Fortissimo ging buchstäblich unter die Haut.

Es gibt keine Probleme. – Das Motto der Produktion ist wohl für manche, die sich in der Projektwoche an ganz neue Aufgaben gewagt haben, zum Wahlspruch geworden. Wenn diese Zuversicht ihren Weg auch in den Alltag findet, ist „Hakuna Matata“ weit mehr als ein gelungener Auftritt.