Döttingen

GV des Spitexvereins Döttingen-Klingnau-Koblenz

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Sicherung der Zukunft durch gezielte Personalplanung und Lehrlingsausbildung

Zur elften Generalversammlung des Spitex-Vereins Döttingen-Klingnau-Koblenz konnte der Präsident, Herr Dr. med. R. Brügger 60 Personen begrüssen. In seinem Jahresbericht erwähnte er als zentralen Punkt die Ausarbeitung eines neuen Leistungsvertrages mit den auftraggebenden Gemeinden. Der neue Leistungsvertrag wird infolge des Neuen Finanzausgleichs NFA wesentlich umfangreicher gestaltet sein. Es ist festzuhalten, dass der Aufgabenbereich des Spitex-Vereins in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. Als Höhepunkt des zurückliegenden Geschäftsjahres bezeichnete der Präsident die ISO-Zertifizierung des Spitex-Vereins. Mit dem Blick auf die Zukunft wies er auf die demographische Entwicklung hin und den zu erwartenden Fehlbestand an Pflegefachleuten. Aus diesem Grund stellt der Spitex-Verein neu jedes Jahr einen Lehrling für die Ausbildung Fachfrau/mann Gesundheit ein. Ebenso ist es wichtig, dass der Spitex-Verein sich als attraktiver Arbeitgeber präsentiert und die vorhandenen Strukturen pflegt ( Aus- und Weiterbildung, angenehmes Arbeitsklima, Entlöhnung etc.). Weitere Themen werden in der Zukunft die ständige Aufgabenzunahme, die Unterstützung der pflegenden Angehörigen und das komplexe Feld von Gewalt sein. R. Brügger ist der Überzeugung, dass für die Lösung der anstehenden Probleme regionale Lösungen grosse Vorteile bieten würden. Während seinen Ausführungen zeigte R. Brügger mit zwei erheiternden Videoclips die verschiedenen Seiten des Altwerdens. Abschliessend bedankte er sich bei allen Angestellten für Ihre tolle Leistung, den Gemeindevertretern sowie den treuen Mitgliedern und Spendern.

Dem Jahresbericht des Betriebsleiters G. Brunner war zu entnehmen, dass im Jahr 2008 wiederum ein neues Rekordergebnis erreicht wurde: 8075 verrechenbare Stunden bedeuteten eine Zunahme von 9.8%. Der Anteil der Pflegestunden stieg um 9.1% auf 4618 Stunden. Das Verhältnis der Pflegestunden zu den hauswirtschaftlichen Stunden betrug 58%:42%. Der grösste Teil der Spitexdienstleistungen (72%) wurde für Personen im AHV-Alter erbracht. Insgesamt bezogen 212 Klienten Hilfe und Pflege zu Hause, was einer geringen Abnahme zum Vorjahr von 6.2% entspricht. Jedoch ist festzustellen, dass die Komplexität bei den Klienten deutlich zunahm. Ausserordentlich ist der unverminderte Anstieg in der Gemeindepsychiatrischen Pflege, in der die Zunahme 20.2% zum Vorjahr betrug. Die erbrachten Leistungen wurden von 17 Angestellten erbracht, die 6.6 Vollzeitstellen und 1.4 Lehrlingsstellen besetzten. Die Wohngruppe in Klingnau war am Ende des Jahres mit drei Bewohnern belegt. Der entscheidende Meilenstein war jedoch die Erreichung der ISO-Zertifizierung. Damit wurde ein Instrument erarbeitet, welches langfristig für die Beteiligten als „Roter Faden" von grossem Nutzen sein wird. In einem zusätzlichen Vortrag zeigte G. Brunner die enorme Bedeutung der Ausbildung von Fachangestellten Gesundheit einerseits und der frühzeitigen Nachfolgeplanung von diplomierten Pflege- und Führungspersonal andererseits auf. Es bedarf in den kommenden 5-10 Jahren einer hohen Priorität, um diese Situationen optimal gestalten zu können. Nur durch die entsprechende Strategie kann das erreichte Qualitätsniveau erhalten werden. Im Kanton Aargau wird nach Angaben offizieller Stellen nur ein Drittel des effektiven Personalbedarfs ausgebildet. Diese Tatsache verschärft sich durch die Prognose des um 50% höheren Personalbedarfs in den nächsten zehn Jahren. Abschliessend erörterte G. Brunner die Kennzahlen der Vollkostenrechnung. Dabei zeigte er auf, dass im Jahr 2008 eine geleistete Spitexstunde 84 Franken kostete und damit um 3.6% tiefer als im Vorjahr lag. Somit kann durch die Kostenrechnung die Produktivität und Effizienz sichtbar dargestellt werden. In Bezug auf die neue Pflegefinanzierung und deren Berechnungsform wird die Vollkostenrechnung das entscheidende Instrument sein.

W. Madliger konnte in seinen Erörterungen zur Jahresrechnung glänzende Zahlen präsentieren. Diese waren insbesondere das Ergebnis der Mehreinnahmen im Pflegebereich und dem einmaligen Ertrag durch die Auflösung der Amtsbürgschaftskasse des Kantons Aargau. Ebenso konnte auch im 2008 ein hoher Spendenanteil verbucht werden. Erneut konnte ein ansehnlicher Betrag den Reserven gutgeschrieben werden. Der Einnahmenüberschuss betrug 10016.15 Fr..

Im Anschluss an die genehmigte Rechnung fanden Wahlen statt. Durch die Demission von Ernst Heiniger, Vizepräsident, waren neu zwei Sitze im Geschäftsführenden Ausschuss vakant. Der Präsident würdigte besonders die Leistungen im Qualitätsmanagement des in den Ferien weilenden E. Heiniger und dankte ihm herzlich für seine langjährigen Dienste. Die Verabschiedung und Übergabe des Präsents wird im Rahmen eines gemeinsamen Essens später stattfinden. Mit grosser Freude konnte R. Brügger den versammelten Mitgliedern zwei qualifizierte Kandidaten/innen präsentieren. Einstimmig wurden Frau Susanne Hofmann, Koblenz und Herr Max Humbel, Döttingen in den Geschäftsführenden Ausschuss gewählt.
Nach dem offerierten Apéro wurde ein sehr informativer Vortrag von Frau Weishaupt (Ernährungsberaterin i. A. Kantonsspital Baden) über die „Besonderheiten der Ernährung im Alter und Veränderungen des Ernährungsbedarfs" gehalten. Zum Abschluss wurde die Möglichkeit der Fragestellung rege genutzt.

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