Grosser Auftritt von Philipp Müller, Präsident der FDP.Die Liberalen Schweiz

 Präsident Rolf Hess konnte erfreulicherweise über 30 Mitglieder zur diesjährigen Generalversammlung im Sonnensäli begrüssen. Im Jahresbericht verwies er insbesondere nochmals auf die Wahlerfolge der FDP im vergangenen Jahr und wünschte für die Zukunft eine noch bessere Zusammenarbeit. Auf Antrag des Vorstandes wählte die Versammlung zusätzlich Christoph Müller in den Vorstand und Simon Steiner als Revisor.

 Nationalrätin Corina Eichenberger orientierte fundiert über die Abstimmungsvorlagen vom kommenden 3. März. Der Ausbau von Autobahn-Zubringer und Kantonsstrasse in Lenzburg sei dringend nötig. Wie seinerzeit bei der Umfahrung Melligen empfahl sie dem Ausbau in Lenzburg unbedingt zuzustimmen. Der Bundesbeschluss über die Familienpolitik als neuer Verfassungsartikel sei aus verschiedenen Gründen abzulehnen. Eine Ausdehnung der Bundeskompetenz in der Familienpolitik mit weiterer Bürokratie und grossen Ausgaben nach dem Giesskannenprinzip sei völlig unnötig.

 Corina Eichenberger und Jürg Merz, pensionierter Planungschef Aargau, erläuterten detailliert die Änderungen im neuen Raumplanungsgesetz. Der Aargau und die meisten Kantone hätten das bisherige Raumplanungsgesetz getreu angewendet und deshalb sei für uns die vorgesehene Gesetzesänderung kein Problem. Die Mehrwertabgabe bei Auf- und Neueinzonungen sei schon bisher in der Kompetenz der Kantone gelegen. Beide Redner empfahlen der Änderung zuzustimmen.

 Die Abzockerinitiative, ebenfalls als Verfassungsartikel, empfahl Frau Eichenberger zur Ablehnung. Um die Initiative wirksam anwenden zu können, müssten zuerst deren Mängel mit langwierigen Beratungen und Inkraftsetzung von Ergänzungsgesetzen behoben werden. Wenn hingegen die Initiative abgelehnt werde, trete der Gegenvorschlag sofort in Kraft und Gebiete der Abzockerei auch sofort Einhalt.

 Höhepunkt des Abends war jedoch das Referat von Nationalrat Philipp Müller, Präsident der FDP.Die Liberalen Schweiz. In verständlichen und klaren Worten sprach er "frisch von der Leber weg" über aktuelles aus Bern. Politik sei im Wesentlichen das Organisieren des Zusammenlebens. Fadengrad direkt müsse man mit Engagement und Tempo und manchmal mit einer gewissen Frechheit zu einer sauberen Politik überzeugen. Auch gegenüber dem Ausland sei ein selbstbewusstes Auftreten dringend nötig. Mit grossem Beifall verdankte die Mitgliederversammlung Müllers erfrischende und positive Ausführungen.