Das Quartier am Oberrütiweg im Ausnahmezustand

Die Strasse leer, das Licht gedämpft, ein knistern in der Luft. So präsentierte sich das Quartier am Oberrütiweg nach dem Eindunkeln am Mittwochabend, der Nacht von Halloween. Die Quartierbewohner waren sich bewusst, dass es auch dieses Jahr wieder einen Besuch der sogenannt Untoten und Geistergeschöpfen vor ihrer Haustüre geben könnte. Auch wurde in weiser Voraussicht Süsses, und Saures bereitgelegt, um den erwarteten Besuch zufrieden stellen zu können. Trotzdem, oder gerade deswegen war eine gewisse Spannung in der Luft und man schaute vermehrt das eine, oder andere Mal vorsichtig hinter dem Vorhang hervor nach draussen, ob sich denn da was tue.

Und plötzlich waren sie da, die dunklen und skurrilen Gestalten welche sich durch Klopfen, Flüstern und Läuten an der Haustüre lautstark bemerkbar machten. Sie kamen jedoch in relativ friedlicher Absicht, brachten ein musikalisches Ständchen dar und verlangten nach Süssem, sonst gebe es Saures…. Eindrücklich war, wie vielfältig und einfallsreich sich die Jugendlichen verkleidet und geschminkt darboten. Dank den vorsorglich bereitgelegten Süssigkeiten konnte man sich bei den Wichten und Trollen beliebt machen, und so zogen sie dankbar wieder von dannen, bis zur nächsten Haustüre.

Ein Dankeschön den organisierenden, welche diesen alten, aus dem katholischen Irland stammenden Brauch in Erinnerung halten. Ein Brauchtum, welches sich seit den 1990-er Jahren auch in Kontinentaleuropa ausbreitet und hier viele Anhänger gefunden hat.        r.müller