Gründungsversammlung des Schiessvereins Full-Reuenthal

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WAS DIE URGROSSVÄTER GETRENNT HABEN, WIRD WIEDER VEREINT

(ef) Am vergangenen Samstag haben sich die Mitglieder der ehemaligen Feldschützengesellschaft Full und des Freien Schiessvereins Reuenthal zur Gründungsversammlung des neuen Schiessvereins Full-Reuenthal getroffen.

Eine Schützin und 26 Schützen der beiden ehemaligen Schützenvereine von Full-Reuenthal sind am Samstagabend der Einladung zur Gründungsversammlung in die Schützenstube im Fullerfeld gefolgt. 9 Schützen hatten sich für die Teilnahme entschuldigt. Nachdem eine Stunde zuvor sowohl die Mitglieder der Feldschützengesellschaft Full wie auch jene des Freien Schiessvereins Reuenthal klar dem Fusionsvertrag zugestimmt und damit sich für die gemeinsame Weiterführung der Aktivitäten unter dem Namen „Schiessverein Full-Reuenthal" ausgesprochen hatten, stand der Gründungsversammlung nichts mehr im Weg. Nebst der Genehmigung der neuen Statuten galt es, einen Vorstand zu wählen,  über das Budget und den Mitgliederbeitrag, das Jahresprogramm, die Details zur Vereinsmeisterschaft und die Details zur Teilnahme am Eidgenössischen Schützenfest in Aarau zu befinden.

Zusammengehen fordert Verständnis

Huldrych Egli, Mitglied der Fusionskommission, begrüsste die Anwesenden. Franz Graf, zuständiger Gemeinderat für das Schiesswesen überbrachte die Grussbotschaft des Gemeinderates und die besten Wünsche für ein langes Vereinsleben. In der Eröffnungsansprache sagte Egli, „Was unsere Grossväter und Urgrossväter 1912 getrennt haben, führen wir heute wieder zusammen". 1911 hatten die Reuenthaler keine Lust mehr, mit den Fullern zusammen zu schiessen.  Sie beschlossen, sich von den 1889 gegründeten Feldschützen zu trennen und einen eigenen Verein mit eigenem Schiessstand im Gischberg zu gründen. Am 17. Februar 1912 fand im Hotel Bahnhof die Gründungsversammlung statt. In der Folge gingen die beiden Vereine eigene Wege. In beiden Gesellschaften entwickelte sich eine eigene Vereinskultur mit einem ganz speziellen Vereinsstolz. Rund 90 Jahre herrschte Konkurrenz. Erst mit dem Bau des neuen Schützenhauses entspannte sich die Situation. Beide kamen sich allmählich näher. Personelle Probleme, eine schwindende Anzahl Obligatorisch-Schützen und die vielen gemeinsam durchgeführten Aktivitäten wie Bundesübungen, Festungsschiessen, Feldschiessen und Trainings liessen in beiden Vereinen allmählich den Gedanken eines Zusammengehens reifen. Langsam war es Zeit, wieder eine neue „Ehe" einzugehen. Die im März 2009 eingesetzte Fusionskommission ebnete den Weg dazu. Gemeinsamkeiten und Unterschiede wurden ermittelt. Zu Tage traten nur geringe Differenzen beim Jahresprogramm aber deutliche Unterschiede in der Vereinskultur. Diese gelte es in den nächsten Jahren zu überwinden und zu einem neuen Ganzen zusammen zuführen. Dazu brauche es Verständnis und Toleranz von beiden Seiten. Ich bin überzeugt, dass uns dies mit etwas gutem Willen auch gelingt und wir zu einem starken und im Bezirk anerkannten Vereine zusammen wachsen, sagte Egli zum Schluss und erklärte die Gründungsversammlung nach diesen Worten als eröffnet.  

Problemlose Wahlen

Nach der Wahl eines Stimmenzählers und der Wahl von Karl Erne zum Tagespräsident, übernahm Erne die Leitung der Versammlung. Wenig Diskussion und lediglich einen Änderungsantrag gab es zum Entwurf der neuen Statuten. Dank der guten Vorbereitung durch die Fusionskommission erwies sich auch die Bestellung des Vorstandes und der übrigen Chargen als keine grosse Hürde. Einzig das Amt des Fähnrichs war anfänglich offen. In den Vorstand des neuen Verein wurden einstimmig gewählt: Andreas Kramer, Präsident, Roger Stefani, Vizepräsident, Beat Zbinden, Kassier, Stefan Kalt, Aktuar, Huldrych Egli, Schiesssekretär und Kommunikation und Weiss Martin, Schützenmeister. Ruedi Weiss wurde als Munitionswart, Bruno Binkert und Huldrych Egli als Mitglied der Schiesskommission und Markus Frei und Gilbert Hügli als Rechnungsrevisoren gewählt. Nach einiger Diskussion stellten sich Silvia Picariello als Fähnrich für die Fahne des FSV Reuenthal und Huldrych Egli als Fähnrich für die Fahne des FSG Full zur Verfügung. Die Wahl erfolgte mit Akklamation und einer gewissen Erleichterung. Nach dem Wahlakt übergab Karl Erne den Vorsitz dem neuen Präsidenten, Andreas Kramer. In letzter Zeit sei eine Gemeinschaft entstanden, die stark genug sei, die anstehenden Probleme zu meistern, sagte der neue Präsident und bedankte sich für das Vertrauen.

Höherer Jahresbeitrag.  

Die Fusionskommission hatte ein Budget ausgearbeitet. Zur Deckung der Ausgaben braucht es einen Jahresbeitrag von 60 Franken. Dazu kommt noch der Schützenbatzen von 5 Franken zur Bekämpfung der gefährlichen Waffeninitiative. Nach intensiver Diskussion und verschiedenen Vorschlägen einigte sich die Versammlung auf einen Jahresbeitrag von 70 Franken für Aktivmitglieder mit Lizenz, 30 Franken für Aktivmitglieder ohne Lizenz. Jungschützen mit Lizenz bezahlen 25 Franken. Bei den Passivmitgliedern ist die Bezahlung eines Beitrages fakultativ.

Gewohntes Jahresprogramm

Das Jahresprogramm umfasst gemäss Vorschlag der Fusionskommission vier Obli­gatorische Übungen (10. April, 21. Mai, 20. Juni und 27. August), 18 Trainingsschiessen, alle Schiessan­lässe im Bezirk, vier Schiess­anlässe ausserhalb des Bezirks, das Eidgenössische Schützenfest in Aarau, das End­schiessen, das Chlaus­schiessen,  den Feldschlössli- und den Kantonalstich sowie eine gemeinsame Gewehrreinigung am 3. März und ein Grillplausch am 19. Juni im Chrützli Reuenthal. Nach einiger Diskussion, die sich insbesondere um Verständnisfragen drehte, genehmigt die Versammlung das vorgeschlagene Programm. Die Obligatorischen Übungen und die Trainings werden wiederum gemeinsam mit den Schützen von Klingnau organisiert.

Austragungsmodus umstritten

Bereits bei der Behandlung des Budgets und des Jahresprogramms wurden die Unterschiede in der Kultur der beiden wieder vereinigten Vereine sichtbar. Erst recht deutlich wurden sie aber beim Traktandum „Vereinsmeisterschaft". Fast unüberwindbarer Streitpunkt war der Austragungs- und Berechnungsmodus für die Vereinsmeisterschaft. Während die ehemaligen Mitglieder der FSG eher zu einem Zählmodus mit drei Entschuldigungen mit Gutschrift des Vereinsdurchschnitts tendierten, plädierten die Mitglieder des ehemaligen FSV  für einen Modus mit vier Streichresultaten. Nach langer und engagiert geführter Diskussion stimmte die Versammlung mit 23 Ja bei 2 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen doch sehr deutlich einem Modus mit 4 Streichresultaten zu.

Besuch Eidg. Schützenfest

Die Anmeldung ist bereits erfolgt und bestätigt. 26 Schützinnen und Schützen werden am Freitag, 25. Juni auf dem Stand in Rupperswil schiessen. 2 weitere Schützen werden nachgemeldet. Die Versammlung beschloss, die Kosten für das Schiessbüchlein aus der Vereinskasse zu bezahlen. Für den Transport wird eine gemeinsame Fahrt mit einem Bus in Betracht gezogen. Der Vorstand  erhielt die Kompetenz, entsprechende Angebote einzuholen und die beste Lösung auszuwählen.

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