Zeiningen

Grosses Interesse für Bildungsreformen

megaphoneLeserbeitrag aus ZeiningenZeiningen

Informationsabend zu Bildungskleeblatt in Zeiningen

Grosse Aufmerksamkeit haben Eltern, Lehrkräfte und Mitglieder der Schulpflege dem Bildungskleeblatt entgegengebracht. Die geplanten Bildungsreformen sind sehr komplex, der Durchblick ist vernebelt, doch die sachliche Darstellung der vier Kleeblattinhalte durch Herrn Richard Nussbaumer, als Stv. Leiter der Volksschule Aargau, hatte den Teilnehmern eine gute Entscheidungshilfe geboten. Das Bildungskleeblatt enthält vier Themen, über welche am 17. Mai einzeln abgestimmt wird. Zur Eingangsstufe, zu Harmonisierung Schulstrukturen der Primar und Oberstufe, zu den Tagesstrukturen und zu Lektionenzuteilung nach Sozialindex.

Willkommene Lektionenzuteilung nach Sozialindex für benachteiligte Gemeinden. Die Gemeinden und deren Sozialstrukturen sind im Kanton Aargau, wie auch in anderen Kantonen sehr unterschiedlich. Der Sozialindex sieht vor, dass den benachteiligten Gemeinden und deren Schulen mehr Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Dies beeinflusst den Gestaltungsspielraum in Lektionenzuteilung, die Pensensicherheit für Lehrpersonen auf längere Zeit, das gemeinsame Lehren der Lehrkräfte und die Chancengleichheit der Schüler, sehr positiv. Dieses Kleeblatt zeigt bei Umfragen (AZ) und Stellungnahmen (Politik und ALV) grosse Akzeptanz in der Bevölkerung.

Tagesstrukturen für bessere Lernvoraussetzungen einführen. Das Begehren geht auf eine Volksinitiative vom 12.Oktober 2004 zurück. Weil Tagesstrukturen für viele Kinder bessere Lernvoraussetzungen schaffen, hat die Schule ein grosses Interesse an der Einrichtung und auch die Harmonisierung sieht Blockzeiten und Tagesstrukturen für die Primarstufe vor. Die Einführung von Frühbetreuung und Mittagstisch wird bis im Jahre 2012 und der Vollausbau bis im Jahre 2016 umgesetzt. Im Vollausbau werden je nach Schulstufe, eine Betreuung von 13.30 - 15.00 Uhr an 1-3 Nachmittagen, angeboten. Auch eine Spätnachmittagbetreuung von 15.00-18.00 Uhr, wird an 1-2 Nachmittagen angeboten. Umfrageergebnisse und Stellungnahmen zeigen auch hier, dass eine sehr hohe Akzeptanz in der Bevölkerung für dieses Vorhaben vorhanden ist. Wenn in den einzelnen Gemeinden Bedarf an diesen Einrichtungen angemeldet wird, muss die Allgemeinheit das Angebot bis im Jahre 2016 zur Verfügung stellen. Für die Eltern besteht Freiwilligkeit, dieses Angebot zu nutzen, also es besteht keine Pflicht. Die Grösse und Form der notwendigen Einrichtungen ist von der Gemeinde und deren Möglichkeiten abhängig.

Vom Volk gewünschte Harmonisierung der Schulstrukturen. Zum Bildungsrahmenartikel hat die Schweiz am 26. März 2006, mit grossem mehr von 85.6%, ja gesagt. Der Aargau, mit 81,6% leicht darunter, hat ebenfalls ein deutliches Zeichen gesetzt. Nur noch die 2 Kantone, Aargau und Baselland, kennen die Schulform mit 5 Primarklassen und dem nachfolgenden Uebertritt in Sekundarschule oder Bezirksschule. Zwanzig Kantone kennen das vom Aargau angestrebte Ziel unserer Schulreform. Mit der neuen Struktur, 6 Jahre Primar und 3 Jahre Oberstufe, leistet der Aargau einen Beitrag zur notwendigen Harmonisierung der Schule, welche in der ganzen Schweiz angestrebt wird. In der neuen Sekundarschule, mit den leistungsunterschiedlichen Stufen A, E, und P, wird den Schülern eine grosse Vielfalt in der Entwicklung zum Lernen geboten. Der Entwicklung bei Stärkeren, den Begabtesten aber auch bei den Schwächeren, wird Rechnung getragen. Die Begabtenförderung wird in allen Stufen gewährleistet und die integrative Schulung angestrebt.
Untersuchungen im Testlaufjahr 2006/07 haben in den Fächern Lesen und Mathematik überschneidende Resultate gezeigt. 10% der Realschüler und 14% Sekundarschüler, erzielen in Mathematik ähnliche Werte wie Bezirksschüler. Auch bei der Leseleistung gibt es grosse Ueberschneidungen zwischen den Stufen Real- Sekundar- und Bezirksschule. Die Durchlässigkeit zwischen den Leistungszügen erlaubt es, die Begabungen in einzelnen Fächern zu fördern. Die Ausbildung der Lehrkräfte ist ein wichtiger Bestandteil der Reformen. Den Lehrkkräften und Fachlehrkräften, muss für die Weiterbildung und für das Erreichen ihrer Ziele, die notwendige Aufmerksamkeit zuteil werden.

Die umstrittene Eingangsstufe zu hinterfragen, bringt sehr viel Positives ein. In der vorgeschlagenen Basisstufe, werken, spielen und lernen 4 Jahrgänge miteinander. Den beiden Kindergartenjahrgängen mit der 1. und 2. Klasse gemischt in Einheiten bis zu 22 Schülern, stehen gut ausgebildete 1, 5 Lehrkräfte zur Verfügung.
Vergleicht man die Voraussetzungen der Kinder, welche heute eingeschult werden mit der Situation vor wenigen Jahrzehnten wird klar, dass unsere Jüngsten schon im Kinderschulalter viel Vorwissen mitbringen. Für den Eintritt in die erste Klasse sind die meisten gut vorbereitet. In Mathematik bringen sogar 73% schon grössere Teile des Stoffes der 1. Klasse mit. Davon sind 20% noch weiter und bringen sogar Teile des Stoffes der 2. Klasse zum Schulanfang mit. Auch beim Lesen zeigt sich ein ähnliches Bild.
Die Basisstufe ist nicht mehr ein Experiment, sondern in heute bis zu 160 Basisstufenklassen in der Deutschen Schweiz, eine erprobte und erfolgreiche Schulform für unsere Kleinsten. Weder wird dem Kind das Spielen weggenommen, noch führt die neue Schulform zu Verzögerungen im Lernprozess der 1. und 2. Klasse. Das Gegenteil trifft zu, denn die Kinder lernen spielen und die Lernenden kommen schneller voran. Statt Verzögerungen treten individuell bessere Lernvortschritte ein, das zeigen die gemachten Erfahrungen sehr deutlich. Sehr erfolgreich entwickelt sich nebenbei die Sozialkompetenz der Kinder.
Das Lernen voneinander und das Helfen füreinander ist die Herausforderung wert, bestätigen auch die Erfahrung der aktiven Lehrkräfte der Basisstufe. Ein Kurzfilm zur Basisstufe illustrierte die Situation in der Basisstufe. Eine erweiterte Version des Filmes steht im Internet zur Verfügung und kann heruntergeladen werden.
http://www.ag.ch/bildungskleeblatt/de/pub/index.php .
Wenn die Einrichtungen und die Personellen Voraussetzungen vorhanden sind, wird die Basisstufe ein Erfolgsmodell und passt in die heutige Zeit.

Zu Fragen über die Schulreformen „Bildungskleeblatt" konnte Herr Nussbaumer Stellung nehmen und Erläuterungen anbringen. Ueber die Kostenfolgen der Reformen besteht ein noch unklares Bild und sie sind zur Zeit eine Annahme. Für die Gemeinden sind die Kosten sehr individuell, je nach vorhandenen Ressourcen. Die im Kanton Aargau zur Verfügung stehenden Mittel sind im Parlament festgelegt und nach oben begrenzt.
Der Infoabend wurde von der FDP-Ortspartei organisiert und allen interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Bevölkerung, der Schule und dem Referenten, Herrn Nussbaumer vom Bildungsdepartement, den herzlichen Dank ausgesprochen. (Herbert Lützelschwab)

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