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Grosseltern zu Besuch im spielzeugfreien Kindergarten

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Bepackt mit Spielsachen ihrer Kindheit, vielen Erinnerungen und gar Selbstgebasteltem besuchten in den vergangenen Tagen Grosseltern die Kaister Kindergärten. "Zu unserer Zeit hatten wir keine Computer, Kickboards und Legos, wir waren fast den ganzen Tag draussen, spielten mit Steinen, Stöcken und allem was wir fanden."

"Jahrelang hatte ich eine heiss geliebte Puppe, sie begleitete mich auf Schritt und Tritt. Wenn sie kaputt ging, durfte sie jeweils zu meinem Geburtstag oder zu Weihnachten ins Puppenspital. Einmal hatte sie danach einen sehr schweren Kopf und kippte immer um, denn der gesprungene Porzellankopf wurde mit Gips gefüllt." Aufmerksam lauschten die Kinder den Geschichten ihrer Grosseltern. Sie fühlen sich mit ihren Grosseltern zurzeit noch mehr verbunden, denn seit Januar gibt es im Kindergarten keine vorgefertigten Spielsachen mehr. Nun erfinden auch sie, wie früher ihre Grosseltern, aus einfachen Materialien wie Seilen, Tücher, Steine, etc. ihre eigenen Spiele.

Für drei Monate schicken die Kindergartenkinder ihre Spielsachen in die Ferien. Übrig bleiben das Mobiliar und einfache Materialien. Nun können sie ihrer Phantasie freien Lauf lassen: Es entstehen Hūtten, Piratenschiffe, Verkaufsläden, Hotels, Spitäler. Die Kinder bauen, verkaufen, verstecken sich, entwerfen Schatzkarten und noch vieles mehr. Die Kinder haben viel Zeit zum Spielen, da während dieser Zeit kein Programm vorgegeben wird.

Wenn Probleme auftauchen, haben sie die Möglichkeit das " Notfallglöggli" zu läuten. Die ganze Gruppe besammelt sich dann im Plenum und hilft durch Tipps und Lösungsvorschläge das Problem gemeinsam zu lösen. Am Ende des Halbtages findet eine Auswertungsrunde statt. Die Kinder erzählen von ihrem Tag und was sie heute bewegt hat.

Das Projekt "Spielzeugfreier Kindergarten" wird von der Suchtprävention Aargau lanciert und begleitet. Es hat zum Ziel, wichtige Lebenskompetenzen zu fördern: sich verständlich machen, kreativ sein, andere verstehen, Rücksicht nehmen, für sich einstehen, Frustration aushalten, Beziehungen aufbauen, pflegen und Konflikte möglichst selbständig lösen können.

Die Grosseltern genossen den Nachmittag mit ihren Enkeln im Kindergarten. Nach einem spannenden Austausch von Gross und Klein wurden die Besucher von ihren Enkelkindern mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen bewirtet.

Daniela Lauber Bärlocher, Schule Kaisten

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