Lenzburg

Gibt es noch Sommervögel in Lenzburg?

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Der Tag hätte nicht schöner sein können: wolkenlos, sonnig, 27 Grad warm und praktisch windstill. Das beste Wetter, um Schmetterlinge zu suchen und ihrem Zauber zu erliegen.

Der Einladung zur Exkursion des Natur- und Vogelschutzvereins Lenzburg waren über 50 Personen gefolgt. Der passionierte Schmetterlingskenner Claude Müller aus Lenzburg begeisterte die Teilnehmer mit seinem riesigen Wissen und den vielen Geschichten aus der faszinierenden Schmetterlingswelt.

Zum Einstieg erzählte er, wie er in seiner Jugend Schmetterlingssammler war. Eine Tätigkeit, welche heute natürlich kein Thema mehr sei. Dafür steht die Fotografie zur Verfügung. Zudem haben die Schmetterlingspopulationen durch den radikal veränderten Umgang des Menschen mit seiner Umwelt zu sehr gelitten. Doch haben die Schmetterlinge weiterhin eine wichtige ökologische Funktion in der Nahrungskette und als Bestäuber der Blüten. Überdies dient die Tagfalter-Vielfalt  der Wissenschaft als einer der vorrangigen  Bio-Indikatoren über den Zustand der Umwelt.

Im Landschaftsparadies zwischen Goffi und Lütisbuech startete der Rundgang beim Mooshof der Familie Häusler Sonderegger, vorbei an einer eindrücklichen Hecke mit Buntbrache. Peter Baumann, Botaniker, gab Auskunft über Pflanzen, welche für  Falter und Raupen unabdingbar sind. Die Teilnehmer durften danach das rege Leben in einer wunderschönen Blumenwiese des Betriebs von Brigitte Vogel bestaunen. Dort und in weiteren typischen Lebensräumen der Schmetterlinge stellte Claude Müller 25 in Lenzburg vorkommende tagaktive Falterarten vor.  Davon wurden unterwegs deren zehn, mit zum Teil sehr wunderlichen Namen und exzentrischen Vorlieben, gesichtet: Grosses Ochsenauge, Schornsteinfeger, Kleines Wiesenvögelchen, Kleiner Kohlweissling , Goldene  Acht, Hauhechelbläuling , Schwalbenschwanz, Distelfalter und  Admiral. Ebenso der eigentliche Nachtfalter namens Gammaeule, welcher mit seiner Masseninvasion am Endspiel der Fussball-EM in Paris für Furore gesorgt hatte. 

Die Exkursion endete wiederum beim Mooshof, wo allen Teilnehmern ein tolles Zvieri offeriert wurde. Und wer noch Zeit und Lust hatte, durfte im Anschluss bei einem Hofrundgang mit Lukas Häusler viel Interessantes über die Landbewirtschaftung nach Bio-Grundsätzen erfahren.

Natur- und Vogelschutzverein Lenzburg

8.8.2016/ah_cm

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