Das Gesamtprojekt der Müheler Schule, vom Kindergarten über die Basisstufe bis hin zur Primarschule 5. Klasse, drehte sich um hölzerne Kochlöffel. Diese wurden auf alle möglichen Arten verziert und sind nun - in Reih und Glied - im Treppenhaus des Schulhauses Süd zu bewundern.

Die Lehrerschaft war fast noch aufgeregter als die riesige Schülerschar, die sich in der grossen Pause vor dem Schulhaus Süd versammelte. Sie wurden von Schulleiter Philipp Grolimund begrüsst, welcher sich vor allem bei den Organisatoren bedankte und Beatrice Gyssler - sie brachte die Kochlöffel-Idee aus Oxford mit - den «goldenen Kochlöffel» überreichte. Es hat einiger Anstrengungen bedurft, um diese Idee überhaupt umzusetzen. Neben den Lehrern und ihren Schülern war wohl Werklehrer Daniel Schuoler am meisten gefordert.

Wunderliche Dinge entstanden
In der Zeit zwischen Sommer- und Herbstferien wurde nämlich die Idee, die Beatrice Gyssler von einer England-Reise nach Hause brachte, in allen Klassen bis zur 5. Primarklasse umgesetzt. Jeder Schüler bemalte und verzierte einen Holzkochlöffel. Diese wurden dann fein säuberlich auf Leisten montiert, und diese Holzleisten mit den bunten Kochlöffeln zieren nun das Treppenhaus im Schulhaus Süd. Haare aller Art und Farbe wurden angeklebt, die einen Kochlöffel besitzen lange Holznasen, bei anderen wurde das Gesicht lediglich aufgemalt. Die Kochlöffel wurden in bunte, zum Teil sogar festliche Roben gekleidet, so dass nun jeder eine kleine Persönlichkeit mit eigenen Charakterzügen darstellt. Der Fantasie der Kinder waren keine Grenzen gesetzt.

Vernissage mit Tatzelwurm
Die meisten der Müheler Schulkinder kannten bis zur Vernissage nur den eigenen Kochlöffel oder vielleicht noch ein paar, die in ihren Klassen entstanden sind. Das Gesamtwerk hatten aber die wenigsten bewundern können. So versammelten sich alle Schüler mit ihren Lehrpersonen vor dem Schulhaus Süd, um sich zu einem langen Tatzelwurm zu formen, damit die vielen Kochlöffel in geordnetem Rahmen bewundert werden konnten. Manch eines wird zurück finden in die Ausstellung, um die Kunstwerke noch einmal in aller Ruhe zu betrachten, sein eigenes zu suchen und mit den anderen zu vergleichen. «Schau mal, das ist meiner», hiess es unterwegs ab und zu, und viele kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus über das, was es da an den sonst so kahlen Wänden zu sehen gab.

Kochlöffel lassen sich aber auch zum Kochen gebrauchen
Der Kochlöffel wird aber im «normalen Leben» zu etwas ganz anderem gebraucht. Meist liegt er unverziert in einer Küchenschublade und wartet darauf, in einer Pfanne sinnvoll eingesetzt zu werden.
Um auch diesen Verwendungszweck zu demonstrieren, kochte Paul Merkofer auf dem Pausenplatz auf offenem Feuer ein Risotto. Unterstützt wurde er dabei von Elsbeth Tschannen. Die beiden haben das Küchenwerkzeug offenbar hervorragend eingesetzt, denn das Gericht war nicht angebrannt. Nach dem Rundgang durch die Ausstellung konnte jedes Schulkind eine oder auch zwei Portionen fassen - offensichtlich schmeckte es den meisten ausgezeichnet.

Ein Riesenkochlöffel
Daniel Schuoler war im Vorfeld dieser Feier gleich noch einmal gefordert. Er fertigte einen Riesenkochlöffel an, den Beatrice Gyssler voller Stolz herumreichte, denn seine Oberfläche fühlte sich richtig sammetig an. Dieser Riesenkochlöffel wird nun noch bemalt und soll anschliessend Paul Merkofer überreicht werden, damit er sich noch lange an den erfolgreichen Vernissage-Risotto-Plausch erinnern wird. (st)